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Halle

»Der Oberhammer« & »Hätten uns mehr erhofft«

Reaktionen nach dem Hallenturnier der SpVgg SV Weiden

von Florian Würthele · 29.12.2025, 12:10 Uhr · 0 Leser
Lokalmatador FC Weiden-Ost sorgte mit seinem Finaleinzug für die größte Überraschung des Tages.
Lokalmatador FC Weiden-Ost sorgte mit seinem Finaleinzug für die größte Überraschung des Tages. – Foto: Florian Würthele

Wieder über 1000 Zuschauer, ein spätes Drama in der Gruppenphase, sportliche Überraschungen und ein Premierensieger. Das Hallenturnier der SpVgg SV Weiden, das heuer erstmals als „LVM Versicherung Fickenscher Cup“ firmierte, war wieder einmal beste Werbung für den „klassischen“ Hallenfußball. Mit dem Bayernligisten SpVgg Bayern Hof sah das Turnier einen erwartbaren wie verdienten Sieger. Über eine Sache waren sich die acht Vereinsvertreter bei der Siegerehrung einig: Das Kommen hatte sich gelohnt!

Bei ihrer Premiere auf dem Weidener Hallenboden schnappte sich die SpVgg Bayern Hof prompt den Titel. Und das vollauf verdient. Der beste Turnier-Torschütze Hüseyin Durkan, Kaan Gezer und Co. „hatten im Turnierverlauf immer eine Antwort parat“, wie es Michael Riester, Trainer der SpVgg SV Weiden, treffend formulierte. „Wir hatten uns schon Ambitionen gesetzt. Darüber dass es der erste Platz wurde, sind wir wahnsinnig happy – auch weil die Konkurrenz sehr stark war. Wichtig für alle Mannschaften war, ohne Verletzungen heimzufahren“, meinte Hofs Co-Trainer Benjamin Koch. In der Restsaison der Bayernliga Nord wolle man „nichts mit dem Abstieg zu tun haben und so schnell wie möglich hinten raus“.

Größte Überraschung war definitiv der Finaleinzug von Bezirksligist FC Weiden-Ost vor. Der Lokalmatador stand kurz vor dem Vorrundenaus, erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Münchberg drei Sekunden vor Schluss das entscheidende Tor. „Klar gehört immer ein bisschen Glück dazu. Am Ende hat sich die Mannschaft jedoch Stück für Stück gesteigert und ist nur am – verdienten – Turniersieger gescheitert“, lobte Ost-Coach Philipp Siegert.

Dritter wurde der SV Schwandorf-Ettmannsdorf. Keeper Wolfgang Hesl zeigte als Feldspieler sein Können. Der Ex-Profi trug sich vier Mal in die Torschützenliste ein und versenkte zwei Freistöße direkt. „Wir sind zufrieden mit dem dritten Platz, wollten einfach ein bisschen Spaß haben“, sagte Hesl. Spaß hätte es allen Teilnehmern gemacht – „was in erster Linie an der super Organisation der SpVgg SV Weiden lag“.


Der ehemalige Profi-Keeper Wolfgang Hesl (rechts) glänzte als Feldspieler – und vierfacher Torschütze.
Der ehemalige Profi-Keeper Wolfgang Hesl (rechts) glänzte als Feldspieler – und vierfacher Torschütze. – Foto: Florian Würthele


Etwas enttäuschend war die Stimmung auf den Rängen. Trotz einer prall gefüllten Zuschauertribüne hielten sich Anfeuerungen im Vergleich zu den Vorjahren in Grenzen. Entschädigt wurde das mit einem Heiratsantrag zweier Zuschauer vorab des Endspiels. Die Veranstalter der SpVgg SV Weiden zogen jedenfalls ein rundum positives Fazit. Sportlich mussten sich die Wasserwerkler mit dem vierten Platz zufriedengeben. „Nicht direkt zufrieden“ mit der Platzierung zeigte sich Weidens Chefanweiser Michael Riester: „Wir wollten hier schon besser abschneiden. Man muss aber auch sagen, dass wir im Halbfinale gegen die beste Mannschaft im Turnier verloren haben. Wir haben nicht so das Heft in die Hand genommen, um dieses Spiel für uns entscheiden zu können.“ In der Bayernliga Nord überwintert die Riester-Crew auf einem Abstiegs-Relegationsplatz. „Wir werden den Kampf gerne annehmen und wissen, was wir zu tun haben.“

Enttäuschend lief's für den SC Luhe-Wildenau. Der Titelverteidiger landete diesmal lediglich auf Rang sieben. „Natürlich wollten wir etwas mehr erreichen. Allerdings haben wir zu viele einfache Fehler gemacht. Dementsprechend war nicht mehr drin. Das ist nicht schlimm, der Fokus liegt ab dem 21. Januar auf der Restsaison“, fasste Trainer Benjamin Urban zusammen.

Als einziges Team ohne Sieg blieb die SpVgg Vohenstrauß. Dennoch gelang dem Bezirksligisten ein kleiner Achtungserfolg. Er spielte 2:2 gegen Hof und fügte dem Titelträger damit seinen einzigen Makel zu. „Platz acht wünscht man sich nicht. Für uns war es trotzdem wieder eine gute Erfahrung“, erklärte SpVgg-Coach Martin Schuster, der sich sehr über die Einladung freute: „Es ist immer der Oberhammer vom Organisatorischen her.“

Neben Bayern Hof feierte mit dem FC Eintracht Münchberg ein weiteres (oberfränkisches) Team seine Premiere in Weiden. „Es hat Riesenspaß gemacht“, sagte Münchbergs Neu-Trainer Sandro Preißinger. „Wir hätten uns natürlich etwas mehr erhofft, sind aber mit dem fünften Platz dennoch zufrieden.“ Achter Starter im Bunde war der SV Etzenricht, an den Platz sechs ging. Übungsleiter Andy Wendl zog folgendes Fazit: „Der Hofer Turniersieg ist mehr als verdient. Ich bin zufrieden mit der Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben.“ Im Spielbetrieb der Landesliga Mitte „werden wir alles dafür tun, dass wir die Liga halten“.