
Der SV Scherpenberg hat sich im Landesliga-Aufstiegskampf dank dreier eingefahrener Derbypunkte in die beste Ausgangsposition gebracht. Mit dem 2:1-Erfolg (1:1) am Maifeiertag gegen den 1. FC Lintfort nutzten die Moerser den Budberger Patzer (4:4 gegen Speldorf) konsequent aus und stießen die Mannschaft von Trainer Tim Wilke – aus deren Reihen einige Spieler die Partie vor Ort verfolgten – von der Spitze. Punktgleich, aber mit einem Nachholspiel in der Hinterhand: Die Tür zur Oberliga steht für den SVS weit offen.
Die Partie hatte schon vor dem Anpfiff für viele Akteure eine besondere Note. Gleich fünf Scherpenberger Startelfspieler hatten eine Lintforter Vergangenheit, darunter die Arslanboga-Brüder und Gabriel Derikx, der erst im Sommer in die Nachbarstadt wechselte und zum Mann des Tages wurde. Auch Trainer Sven Schützek kennt die andere Seite bestens: Von 2015 bis 2020 stand er beim Gegner an der Linie.
An der Asberger Straße entwickelte sich dennoch kein klassisches, hitziges Derby, zumindest nicht von außen. Rund 300 Zuschauer sorgten für eine eher ruhige Kulisse. „Aber auf dem Platz hat man die Nickeligkeiten schon gemerkt“, sagte Schützek. Auffällig: Während Lintforts Trainer Meik Bodden phasenweise lautstark mit dem Schiedsrichter haderte, setzte der Moerser Coach bewusst auf Zurückhaltung. „Ich wollte der Ruhepol sein. Wenn ich da durchdrehe, heißt es sofort, ich werde nervös.“
Sportlich zeigte der SVS aber erst im zweiten Durchgang seine Klasse, nachdem der Start zunächst optimal verlief: Ömer Akbel traf früh zur Führung (5.). Doch nur acht Minuten später folgte der Dämpfer. Nach einem schläfrigen Defensivmoment glich Ouassim El Abdouni per sehenswertem Schlenzer aus. „Wir haben danach genau das gemacht, was sie wollten“, analysierte Schützek. „Zu langsam, zu wenig Kontakte. Das hat ihnen in die Karten gespielt. Wir haben den Gegner am Leben gelassen.“
Erst nach der Pause drehte Scherpenberg spürbar auf: mehr Tempo, klarere Abläufe, physische Überlegenheit. „Wir wussten, dass wir mehr Kraft haben“, so der Trainer. „Bei den vielen Chancen musst du das insgesamt schwierige Spiel eigentlich deutlicher gewinnen.“ In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig: Lintforts Simon Schwarz sah nach einer unschönen Äußerung in Richtung Schiedsrichter die Rote Karte (81.). Am Ende war es Derikx’ Distanzschuss nach mehreren wilden Klärungsaktionen (61.), der den SVS jubeln ließ. „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“, schallte es anschließend aus dem Mannschaftskreis.
Mit dem Derby-Sieg ist der Vorteil im Titelrennen zurück. Scherpenberg ist nicht mehr Verfolger, sondern Gejagter. Genau darin liegt im Endspurt die größte Herausforderung. „Ich habe gelesen, wir müssten nur noch acht Spiele gewinnen. Jetzt sind es noch vier“, sagte Schützek. „Aber andere waren auch schon vorne: Budberg, Rellinghausen, Bottrop war im Winter schon fast aufgestiegen. Wir bleiben ruhig und wollen natürlich ans Ziel kommen.“
Vieles spricht aktuell für den SVS: Mit drei Siegen und einem Remis wäre der Aufstieg perfekt. Bei einem weiteren Punktverlust und einer makellosen Serie des SV Budberg könnten die Rheinberger jedoch wieder vorbeiziehen. Klar ist: Der Titelkampf bleibt ein Nervenspiel, seit dem 1. Mai mit dem SV Scherpenberg in der Pole-Position und hält die Meisterschaft in der eigenen Hand.
Das Restprogramme bleiben anspruchsvoll. Nach dem Auswärtsspiel bei der DJK Katernberg warten noch Rhenania und der VfB Bottrop, ehe am letzten Spieltag der PSV Wesel nach Moers kommt. Budbergs letzte Gegner heißen Essen-Schönebeck, Mintard und Goch.
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