Bayerischer Pokalsieger: Das Futsalteam des FC Deisenhofen. Hinten vl.: Leo Edenhofer, Georg Jungkunz, Christian Brunner, Marco Finster (mit Tochter), Ahmed Nureddin A. Ellafi; vorne v.l.: Fabian Giesen, Benjamin Bautz und Martin Mayer strahlen nach dem zweiten Endspiel. Im ersten Finale waren außerdem Enrico Caruso und Simon Richter mit von der Partie.
Bayerischer Pokalsieger: Das Futsalteam des FC Deisenhofen. Hinten vl.: Leo Edenhofer, Georg Jungkunz, Christian Brunner, Marco Finster (mit Tochter), Ahmed Nureddin A. Ellafi; vorne v.l.: Fabian Giesen, Benjamin Bautz und Martin Mayer strahlen nach dem zweiten Endspiel. Im ersten Finale waren außerdem Enrico Caruso und Simon Richter mit von der Partie. – Foto: FC Deisenhofen

Deisenhofener Futsaler werden versehentlich Pokalsieger

Futsalteam verklickt sich bei der Anmeldung

Es ist quasi ein Titel aus Versehen: Der FC Deisenhofen hat den Bayerischen Futsal-Pokal gewonnen, für den das Team irrtümlich gemeldet hatte.

Deisenhofen – Man dachte nämlich, es handle sich um die Einladung zur Regionalligasaison (wir berichteten). „Dafür, dass wir gar nicht mitspielen wollten, dann nur dabei geblieben sind, weil es von den Mannschaften her gut aufging und wir dachten, wir fliegen früh raus, ist es schon Wahnsinn“, sagt Spielmacher Martin Mayer nach dem Erfolg in zwei Endspielen gegen die Futsal Panthers Ingolstadt. Der FCD gewann zuhause 7:5 und auswärts 5:4.

Dabei wurde es im Rückspiel vorübergehend noch einmal eng. „Es war richtig spannend. Wir sind schnell mit 3:1 in Führung gegangen, dachten dann, dass wir das nach dem Sieg im Hinspiel locker heimschaukeln“, erzählt Mayer. „Auf einmal lagen wir aber 3:4 hinten, da hätten die Ingolstädter nur noch ein Tor gebraucht. Aber wir haben dann eine Schippe draufgelegt.“ Basis für den Pokaltriumph sei die Torwartleistung von Benjamin Bautz gewesen. „Er war richtig stark“, lobt Mayer.

Für den FCD war es aber nicht nur ein Titel aus Versehen, sondern auch einer zum Abschied. Aus der Regionalliga, in die sie nach ihrem Futsalstart 2015 in der Bezirksliga über die Bayernliga direkt durchmarschiert waren, werden sich die Blauhemden nach fünf Spielzeiten in jedem Fall zurückziehen. Vermutlich werden sie den Futsal-Betrieb, hinter dem Mayer die treibende Kraft war, sogar ganz einstellen. Der 35-jährige will die Organisationsarbeit nicht mehr leisten und, wie er selbst sagt, „eigentlich auch nicht mehr spielen, weil ich im Winter mehr Zeit für die Familie haben will.“ Die freut sich gerade auf das dritte Kind.

Zwar gibt es durchaus einige Nachwuchsspieler, die gerne Futsal spielen, aber, so Mayer: „Wenn es dann heißt, wir fahren zum Auswärtsspiel, haben sie auch etwas anderes vor.“ Ein bisschen würde er dem technisch anspruchsvollen Spiel in der Halle schon nachtrauern, und das nicht nur aus nostalgischen Gründen: „Ich finde es schade. Wenn ich beides parallel gespielt habe, war ich in beidem besser. Und ich finde, es hat auch den jungen Spielern in ihrer Entwicklung gut getan. So gesehen hatte es schon einen Mehrwert für den Verein.“

Ein Paradebeispiel dafür ist Enrico Caruso: Der 24-Jährige ist etatmäßiger Torwart der Deisenhofner Fußballer, die derzeit die Bayernliga anführen. Im ersten Endspiel gegen Ingolstadt zeigte er mit drei Toren, was er als Feldspieler drauf hat. „Er ist einer der besten Futsaler. Fußballerisch ist es erste Sahne, was er spielt, technisch ist er besser als mancher Bayernligaspieler und ich glaube, er könnte in der Liga draußen mithalten. Er ist ja auch sportlich, schlank, kann laufen“, findet Mayer. „Und ihm bringt Futsal auf jeden Fall etwas, gerade, weil wir unter unserem neuen Trainer Andreas Pummer von hinten gnadenlos rausspielen.“

Doch es sieht ganz so aus, als wäre die Hallenfortbildung für Mayer, Caruso und Co. zu Ende - auf dem versehentlichen Höhepunkt ihrer siebenjährigen Futsal-Geschichte. (um)

Aufrufe: 04.8.2022, 14:24 Uhr
Umberto SavignanoAutor

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