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Spielvorbericht
– Foto: Bernd Schneider

Das Ziel ist klar: Keine Laterne

Der November ist für die Zeit der Laternenumzüge bekannt. Abends wenn es dämmert drehen viele Eltern mit ihren Kids eine kleine Runde und lassen sich den Weg mit einer selbstgebastelten Laterne ausleuchten

Unfreiwillig hat nun auch der 1. FC Sonneberg 2004 eine Laterne in der Hand. Denn nach der Spielabsage der Partie bei Struth-Helmershof musste die Mannschaft von Roberto Benn tatenlos zusehen, wie sie ans Tabellenende wanderte....

Ein Zustand, der den 50-Jährigen wurmt. Das Ziel für die zwei verbleibenden Spiele vor der Winterpause ist deshalb klar: „Keine Laterne. Für mich persönlich ist es ein extremes Thema, dass wir als Tabellenletzter in das Heimspiel. Das ist nicht zufriedenstellend. Wir wollen den Umbruch und den Klassenerhalt. Da ist die Ansicht der Tabelle negativ. Natürlich wissen wir aber, dass das Feld sehr eng ist und es noch zwei Spiele vor der Winterpause sind, in denen man das ändern kann“, so Benn.

Dabei zeigte seine Mannschaft vor zwei Wochen, was in ihr steckt. Mit entspannter Personaldecke feierte der 1. FC Sonneberg 2004 beim 6:2 gegen Gospenroda den bisher höchsten Sieg in dieser Serie. Ein wichtiger Faktor waren dabei die Routiniers Tim Ehle, Rene Kirchner und Hannes Schreck, die viel Ruhe ins Sonneberger Spiel brachten. Und so bremste der 1. FC mit Gospenroda eine Mannschaft aus, die nach fünf ungeschlagenen Spielen mit breiter Brust in die Spielzeugstadt kam. Das Spiel gegen Steinbach-Hallenberg hat nun ähnliche Voraussetzungen. Denn die Gäste aus dem Kreisfußballausschuss Rhön-Rennsteig konnten in den letzten sechs Partien fünf Siege feiern und sich aus dem Tabellenkeller arbeiten. „Auch Gospenroda kam mit breiter Brust. Aber am Ende waren es auch nur drei Punkte. Gegen Steinbach-Hallenberg wollen wir wieder mannschaftlich geschlossen auftreten. Ich habe ein positives Gefühl aber auch viel Respekt. Wir müssen die Grundtugenden wie gegen Gospenroda auf den Platz bringen“, so Benn. Dabei hat der 50-Jährige mit Blick auf das Personal diesmal eine Luxussituation, die er nur so aus dem Derby gegen Steinach kannte. „Ich kann die Spielerliste (maximal 18 Plätze) komplett ausfüllen. Kristian Zuleger und Rene Kirchner sind dabei, auch weil Heubisch nicht mehr spielt. Persönlich freue ich mich auch, dass Hannes Schreck für die letzten zwei Partien zugesagt hat. Bis auf die Verletzten Philipp Holland und Julian Held kann ich auf alle Akteure zurückgreifen“, freut sich Benn.

Kämpfte zu Beginn der Saison Roberto Benn noch darum überhaupt einen 12. oder 13. Mann für den Spieltagskader zu finden, scheint sich nun die Situation ins Gegenteil zu drehen. Für einen Trainer ist dies natürlich Luxus: „Ich habe die Qual der Wahl. Im Training kommt jetzt der gewünschte Konkurrenzkampf rein und das ist positiv. Ich habe diese Saison auch schon darüber nachdenken müssen selber vielleicht die Fußballschuhe einzupacken“, witzelt der Sonneberger Trainer ein bisschen. Ansonsten ist er aber fokussiert und zielstrebig und will zur Winterpause nicht die Rote Laterne in der Spielzeugstadt haben.

Mit Steinbach-Hallenberg kommt ein Gegner, der sich defensiv gefangen hat und viele Punkte zuletzt sammelte. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt und sind step-by-step dabei sie abzustellen“, sagt Daniel Schindler zur Entwicklung seiner Mannschaft. Der Steinbacher Coach geht dabei von einem „umkämpften Spiel aus. Ich schätze Sonneberg deutlich stärker ein, als ihr Tabellenplatz aussagt“. Wie Siege in Sonneberg gehen, weiß der Gästetrainer aus dem Mai dieses Jahres. Damals gewann der FC Steinbach-Hallenberg mit 3:2 in Sonneberg. Für Roberto Benn ist der Gegner hingegen wie nahezu alle Teams der Liga eine „Black Box“. „Persönlich kenne ich die Mannschaft nicht. Ich versuche immer anhand der Statistiken mir ein Bild zu machen. Ihr Torverhältnis ist leicht negativ und wir eine gute Offensive. Das war eine Erkenntnis. Zudem geben mir erfahrene Spieler und auch Ronny Röhr immer wichtige Informationen an die Hand“, sagt Benn. Mit Blick auf den Matchplan kündigt der Sonneberger Trainer an, dass sich seine Mannschaft nicht verstecken wird: „Wir haben eine gute Offensive und werden uns nicht hinten reinstellen“, so die Marschroute. Denn das Ziel ist klar: Zur Winterpause soll keine Laterne (mehr) in Sonneberg leuchten.

Aufrufe: 029.11.2024, 19:00 Uhr
André HofmannAutor