Auch wegen zu unsauberer Defensivarbeit hält die Heimschwäche des TSV 1860 München an. Was Hoffnung macht? Die Löwen spielen nun auswärts in Cottbus und in Sandhausen.
Nebel lag über dem Grünwalder Stadion – und in den Köpfen der Spieler dürfte es ähnlich ausgesehen haben. Déjà-vu-Stimmung beim TSV 1860 München kurz vor Halloween. Wieder kein Heimsieg, wieder nur 2:2 nach zweimaliger Führung. Der Spielverlauf gegen Osnabrück erinnerte fatal an jenen in Unterhaching drei Tage zuvor.
Führung durch Patrick Hobsch, schnell das 1:1 gefangen, gefolgt von einer abermaligen Führung (diesmal durch Maxi Wolfram) und einem weiteren Blitz-Gegentreffer, der das Abheben in der Tabelle verhindert. Die Löwen verharren auf Platz 12 und werden ihren Heimkomplex nicht los. Sechsmal im Grünwalder Stadion angetreten, dabei nur vier Punkte geholt. Die Fans waren bedient, als sie im nasskalten Giesinger Schmuddelwetter den Nachhauseweg antraten.
Der Trainer immerhin sieht weiter Fortschritte. „Sehr viele gute Ballbesitzphasen“ hätte sein Team gehabt, urteilte Argirios Giannikis. Dass es am Ende nicht zum zweiten Heimsieg reichte, war einerseits der unkonzentrierten Hintermannschaft geschuldet. „Nach Führungen musst du viel schärfer sein“, tadelte der Coach, ohne Namen zu nennen.
Angesprochen fühlen dürfen sich viele: Tim Danhof (vor dem 1:1) und Leroy Kwadwo (vor dem 2.:2) ließen ihren Gegenspielern zu viel Platz zum Flanken, und obwohl der Ball jeweils lange in der Luft war, waren Max Reinthaler (gegen Joel Zwarts/43.) und Soichiro Kozuki (bei der Elfmeterszene gegen Conus/79.) schlecht postiert, weswegen postwendend der Ausgleich fiel. „Das sind Sachen, die Punkte kosten“, schimpfte der 1860-Coach, „und das ist extrem ärgerlich.“
Andererseits: Auch Giannikis war nicht einverstanden mit der Elfmeter-Auslegung von Schiedsrichter Konrad Oldhafer. Den Löwen wurde vor dem Halbzeitpfiff einer verwehrt, als Gyamfi den Ball mit der Hand spielte und Hobsch angeblich ein Stürmerrfoul begangen hat. Später, als Kozuki und Conus zu Boden gingen, pfiff er dafür.
Giannikis, nach außen wie immer sachlich, beließ es bei einer indirekten Schelte für den indisponierten Pfeifenmann. Zurecht sprach er Hobsch in der fraglichen Szene von jeder Schuld frei („Ich sehe da kein Foul“) – und über das vermeintliche Elfmeterfoul von Kozuki sagte er: „Es ist ein Pressschlag, wo beide zum Ball gehen.“ Auch deswegen wollte er mit seinem Team nicht gar so streng ins Gericht gehen. „Ich sehe immer das Positive“, sagte er: „Eine Entwicklung ist da, was das Offensivspiel betrifft. Wir müssen nur noch die letzte Schärfe reinkriegen, wenn wir führen. “
In der Tabelle jedoch – da treten die Löwen auf der Stelle. Das nächste Déjà-vu: Nach den ersten beiden Unentschieden steht 1860 wie im Vorjahr bei 14 Punkten, wobei der Kader diese Saison insgesamt 1 Million Euro weniger kostet.
Ob die Giannikis-Elf trotz der jüngsten Rückschläge das Zeug für eine Aufholjagd in der Tabelle hat, dürfte sich innerhalb der nächsten zehn Tage zeigen. Nach den verschenkten Siegen gegen zwei Kellerkinder geht es am Sonntag zum Tabellendritten nach Cottbus (13.30 Uhr) – und am Samstag darauf zum Spitzenreiter SV Sandhausen (2. November, 14 Uhr). Kleiner Mutmacher: Beide Spiele finden auswärts statt.