2024-04-23T13:35:06.289Z

Ligabericht
Der SV Eichelberg (rot-weiß) startet aus der Pole Position in die zweite Saisonhälfte.
Der SV Eichelberg (rot-weiß) startet aus der Pole Position in die zweite Saisonhälfte. – Foto: Siegfried Lörz

Das 100-Punkte-Duell – mindestens

Kreisklasse B1 Sinsheim +++ Wer aufsteigen will, muss dauerhaft punkten +++ Eine Halbzeitbilanz

Die Hälfte der Spielzeit 2023/24 in der Kreisklasse B1 ist absolviert und der Meisterschaftskampf erlaubt fast gar keine Ausrutscher. Darüber hinaus steht die B1-Staffel für hochhaushohe Ergebnisse wie keine andere Liga. Das dürfte (hoffentlich bald) ein Ende haben. In unserer Halbzeitbilanz sprechen wir verschiedene Punkte an und wagen einen Ausblick auf 2024.

Fast perfekt

Nur ein Spiel hätte anders ausgehen müssen und der SV Eichelberg hätte die perfekte erste Hälfte hingelegt. Die 0:1-Niederlage beim SC Siegelsbach lässt sich allerdings verschmerzen, da die Peixoto-Truppe andererseits auch Partien für sich entschieden hat, die durchaus unentschieden hätten enden können. Was für einen späteren Meister Eichelberg spricht, sind die Zu-Null-Siege gegen andere Spitzenteams – Sinsheim (2:0), Bargen (1:0), Neidenstein (1:0) und Elsenz (2:0). Trainer Marco Peixoto hält fest: "Wir wollen hoch, aber wir müssen es nicht."

Mehr Druck geht nicht

Mehr unter Druck steht zweifelsohne der SV Sinsheim. Der auf bitterste Weise verpasste Aufstieg hat aber keinen Leistungsabfall gebracht. Im Gegenteil, Adem Ayvatas und seine Schützlinge haben sich sofort gefangen und nicht wenige halten die Kreisstädter trotz des kleinen Rückstands auf Eichelberg für den Topfavoriten.

In Lauerstellung

Schaut man sich das reine Ergebnis in der Tabelle an, scheint das Spitzenduo enteilt. Es lohnt sich aber ein genauerer Blick und der lässt erkennen, dass der SV Fortuna Bargen zwei Partien in der Hinterhand hat. Außerdem spielt die Marrone-Elf zu Beginn der Rückrunde früh gegen Eichelberg und Sinsheim und kann bei einem positiven Ausgang aus dem Zwei- einen Dreikampf machen. "Das wird brutal", sagt Trainer Massimo Marrone zum Auftakt, auf den er sich aber selbstverständlich freut.

Best of the Rest

Neustart beim FV Elsenz und dieser ist gelungen. Neu-Trainer Michael Feiler hat die beinahe runderneuerte Mannschaft auf Vordermann gebracht und spielerisch voll überzeugt. Die wenigen Punktverluste sind der Unerfahrenheit zuzuschreiben. Richtung 2024/25 dürfte der FVE ein heißer Aufstiegstipp werden.

Anzeigetafel an der Leistungsgrenze

Am 26. November ging die neue Anzeigetafel des SC Siegelsbach regelrecht in die Knie. Das Problem: Sie kann nur einstellige Ergebnisse anzeigen. Das 18:0 der Feßenbecker-Elf gegen den SV Tiefenbach II musste folglich aufmerksam vom Schiedsrichter notiert werden.

Derartige Ergebnisse sind in der Kreisklasse B1 aber schon lange keine Ausnahme mehr. Zweimal machten es die Sinsheimer zweistellig. Beim TSV Reichartshausen II siegten sie 12:0 und gegen Tiefenbachs Zweite 16:0. Türkspor Eppingen II unterlag Neidenstein mit 1:10 und Landshausen mit 1:11. Bargen schenkte Tiefenbach II ein 10:0 ein und Eichelberg Türk Gücü Sinsheim II ein 16:1. Türkspor Eppingen II schaffte als Zweite so ein Kunststück gegen Tiefenbach II (10:1). Neun erzielte Treffer für jeweils ein Team gab es obendrein neun Mal.

Torjäger

"Er ist auf seinem Leistungszenit und ganz klar unser Unterschiedsspieler", sagt Marco Peixoto über Abderrahmane Boutachmah. Der 32-Jährige hat in gerade einmal elf Spielen sensationelle 27 Tore für den SV Eichelberg geschossen. Wenn er diesen Schnitt beibehält und noch häufiger einsetzbar ist, scheint die 60-Tore-Marke nicht unerreichbar zu sein.

Hinter Boutachmah mangelt es nicht an weiteren Scharfschützen in der Torjägerliste. Der Sinsheimer Stefan Boger (24) und Landshausens Danny Baumgartner (23) folgen dicht dahinter, wenngleich mit deutlich mehr Einsatzminuten als der Eichelberger.

Kampf um den Titel "Beste Zweite"

"Wir wollen die beste Zweite werden", diese Zielsetzung teilen sich einige Klubs. Gleich acht schicken eine Reserve in der B1 ins Rennen und obwohl es durchaus eng zugeht, stehen diese acht am Ende der Tabelle. Dem großen Ziel die beste Zweite zu werden, ist der TSV Angelbachtal am nächsten. Auf Rang 13 darf selbiger in die Winterpause und im Vergleich zu den anderen Konkurrenten hat er darüber hinaus das mit Abstand beste Torverhältnis von 33:40.

Beim Rennen um den Titel "Beste Zweite", ist für die Erstvertretungen ganz wichtig, nicht von einer der Reserven geschnappt zu werden. Diese Gefahr droht im Prinzip nur noch dem SV Daisbach. Alle anderen Ersten sind bereits ein gutes Stück enteilt.

Es drohen 300 Gegentore

Es gibt immer wieder lobende Worte von der Konkurrenz für den SV Tiefenbach II. Das sieglose Schlusslicht verkauft sich sportlich fair und nimmt auch die heftigen Niederlagen erhobenen Hauptes hin. Dennoch droht in Sachen Gegentorstatistik ein Negativrekord bisher ungeahnten Ausmaßes. Wenn es in der Rückrunde ähnlich schlecht läuft, könnte die Zahl der Gegentore tatsächlich an der 300-Tore-Marke kratzen. Aktuell sind es 144, was im Schnitt 7,6 Gegentore pro Partie bedeutet.

Schlummerndes Potenzial

Es hat etwas gedauert, aber dann hat die SG 2000 Eschelbach mit einigen starken Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Dreh- und Angelpunkt im Eschelbacher Spiel ist dabei der Co-Trainer. "Wir sind verdammt froh ihn zu haben", sagte Trainer Rafael Hermida unlängst über Kevin Zuber. Sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld hat mit 15 Toren einen immensen Anteil an der Leistungssteigerung ab Ende September.

Ausblick

Es liegt nahe auf den SV Sinsheim zu tippen. Keiner ist hungriger als der amtierende Vizemeister, die jetzt schon weit über 100 geschossenen Tore unterstreichen das. Vieles wird vom direkten Duell mit Eichelberg am 3. März abhängen. Unter Umständen wird der SV Bargen in den Aufstiegskampf eingreifen, dazu muss er aber in den direkten Duellen punkten und das wird sehr schwierig. Für den Rest wird es frühzeitig darum gehen, sich für die kommende Runde einzuspielen.

Aufrufe: 05.1.2024, 12:00 Uhr
red.Autor