
Zwar trennen Regionalliga-Absteiger SV Eintracht Hohkeppel und Kontrahent SpVg Porz tabellarisch ganze 22 Punkte voneinander, eine Gemeinsamkeit bringen die beiden Mannschaften aber dennoch mit: Sowohl die Eintracht als auch die SpVg präsentierten sich zuletzt außer Form. Während Porz die vergangenen vier Ligaspiele allesamt verlor, musste auch Hohkeppel - nach zwei bitteren Niederlagen - einen herben Rückschlag im Aufstiegsrennen einstecken. In Folge dessen beendete die SV Eintracht die Zusammenarbeit mit Chefcoach Abdullah Keseroglu, als Nachfolger wurde jüngst Giuseppe Brunetto vorgestellt.
Wie sehr sich der SV Eintracht Hohkeppel nach einer direkten Rückkehr in die Regionalliga sehnt, wird angesichts der jüngsten Personalentscheidung deutlich. Nach zwei bitteren Niederlagen gegen den FC Wegberg-Beeck und Aufstiegskonkurrenten SV Bergisch Gladbach 09 und dem Mittelrheinpokal-Aus gegen Viktoria Köln musste Übungsleiter Abdullah Keseroglu seinen Posten räumen. Der 38-jährige Cheftrainer hatte das Amt an der Seitenlinie in Hohkeppel erst im Sommer übernommen. Als Nachfolger hat die Eintracht nun Giuseppe Brunetto vorgestellt, der bislang die zweite Mannschaft der Schwarz-Gelben trainierte. Mit ihm will der SV zurück in die Spur finden:
"Wir wollen die letzten neun Spiele gewinnen, daher gilt aktuell der volle Fokus auf diese neun Spiele", betont Sportdirektor Kevin Theisen die klare Zielvorgabe für das Restprogramm in der Mittelrheinliga. Schließlich ist der Rückstand auf die Tabellenspitze nach den Punktverlusten zuletzt auf acht Punkte angewachsen, weshalb der Aufstieg stark gefährdet ist. Gegen Kellerkind Porz sind drei Punkte nun Pflicht: "Wir haben das Hinspiel mit 2:4 verloren, das sollte uns Warnung genug sein", räumt Theisen mit Blick auf die Auswärtsschlappe im ersten Aufeinandertreffen ein. Positive Nachrichten gibt es derweil mit Blick auf die Personalsituation: Nach großem Verletzungspech in den vergangenen Wochen können die Hausherren wieder auf den Großteil ihres hochkarätigen Kaders zurückgreifen. Einzig die beiden Sturmkräfte Hendrik Strobl und Ufumwen Osawa fallen noch aus.
Den bisherigen Verlauf der Rückrunde hat sich die SpVg Porz sicherlich etwas anders vorgestellt: Auf zwei Auftaktsiege gegen den FC Wegberg-Beeck und die Sportfreunde Düren folgten zuletzt vier Niederlagen am Stück. Auch gegen Tabellennachbar TuS Blau-Weiß Königsdorf (1:3) musste sich die SpVg vor dem Osterwochenende geschlagen geben. In der Folge steht die Wendt-Elf nach bislang 21 absolvierten Partien bei zarten 20 Zählern, einzig sechs Punkte vor einem Abstiegsrang. Demzufolge steht der Tabellenzwölfte nun unter Zugzwang, ins Auswärtsspiel beim viertplatzierten Eintracht Hohkeppel geht das Kellerkind aber dennoch als klarer Außenseiter:
"Die Statistik spricht klar gegen uns - in Hohkeppel haben wir mit Porz meistens Klatschen kassiert. Wir brauchen am Sonntag das volle Paket an Spielglück - Pfosten, Latte und eine tadellose Schiedsrichterleistung inklusive", stellt Chefcoach Jonas Wendt im Vorfeld des Aufeinandertreffens am Sonntag klar. Zugleich sieht der 43-Jährige aber auch einen Vorteil in der Außenseiterrolle seines Teams: "In unserer aktuellen Situation ist das Spiel in Hohkeppel tatsächlich eine der dankbarsten Aufgaben überhaupt. Warum? Weil wir schlichtweg nichts zu verlieren haben. Während der Gastgeber als haushoher Favorit und individuell bestbesetzte Mannschaft der Liga gewinnen muss, um oben dranzubleiben, erwartet von uns kaum jemand etwas."
Während die Gäste aus Porz gegen Königsdorf - mit Ausnahme der Langzeitverletzten Daniel Spiegel, Buhari-Ibn Tusina und Taylan Gülmez - noch mit nahezu voller Kapelle aufliefen, sieht die Personalsituation vor dem Spiel in Hohkeppel wesentlich angespannter aus: Neben dem Rotgesperrten Kapitän Andre Rosteck fällt auch Torwart-Routinier Kevin Bachem aus, der sich gegen Königsdorf verletzte. Dabei ist der 37-jährige Schlussmann bei weitem nicht der einzige Torhüter, auf den die SpVg derzeit verzichten muss:
"Was die Torhüterposition angeht, haben wir die absolute Seuche. Alle vier Torhüter fallen langfristig aus. Vier verletzte Torhüter - damit rechnet kein Mensch", klagte Cheftrainer Wendt bereits im Anschluss an die Schlappe gegen Königsdorf über das derzeitige Verletzungspech. Dieses spitzt sich vor dem anstehenden Duell in Hohkeppel nun noch weiter zu: "Unsere Personallage bleibt weiter extrem angespannt. Hinter dem Einsatz von Etienne Kamm steht noch ein dickes Fragezeichen, zudem fehlt uns nun auch noch Kapitän Andre Rosteck", erklärt Wendt und bestätigt zugleich die gefundene Übergangslösung auf der Torwartposition:
"Wir konnten Markus Wollnick reaktivieren, sodass wir zumindest einen sehr erfahrenen Mann zwischen den Pfosten haben." Der 34-jährige Keeper hütete bereits zwischen 2022 und 2026 in 38 Mittelrheinliga-Partien das Tor der SpVg, ehe er im Sommer dann bei der Ü32 des FC Zündorf anheuerte. In Hohkeppel wird es nun zum unverhofften Comeback kommen. Inwiefern dieses erfolgreich gestaltet wird, wird am Sonntag zu sehen sein. Anstoß der Begegnung im Achim-Lammers-Waldstadion ist um 15.30 Uhr.