
Mit einem Sieg gegen Ingolstadt verhindert Unterhaching den Fehlstart in der 3. Liga. Die Vorstädter verlassen zudem die Abstiegsränge.
Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching hat das Derby gegen den FC Ingolstadt gewonnen und den ersten Saisonsieg gefeiert. Nach dem Spiel wirkte Haching-Trainer Marc Unterberger sichtlich erleichtert: „Wenn du mit 0:3 in Dortmund startest, dann hast du natürlich die Woche über schon ein bisschen Bammel, dass du den kompletten Fehlstart hinlegst.“ Den besagten Fehlstart konnten die Vorstädter verhindern - auch dank eines Neuzugangs.
Die Partie im Hachinger Sportpark startete schleppend. Bei Temperaturen um die 30 Grad spielten beiden Mannschaften abwartend und lauerten auf die Fehler des Gegners. Nach einer Viertelstunde nahmen die Gäste aus Ingolstadt das Heft des Handelns in die Hand und kamen vermehrt zu Torchancen. Die Führung der Hachinger in der 38. Minute kam dabei etwas aus dem Nichts. Nach einer Freistoßflanke von Simon Skarlatidis drückte Neuzugang Tim Knipping den Ball aus nächster Nähe über die Linie. Der Innenverteidiger war erst im Laufe dieser Woche auf Leihbasis vom SV Sandhausen nach Unterhaching gewechselt.
Über Knippings Torerfolg beim Pflichtspieldebüt war auch Manni Schwabl hocherfreut. Der Hachinger Präsident gab in der Halbzeit beim Bayerischen Rundfunk (BR) einen Einblick in die Verpflichtung des 31-Jährigen: „Wir haben schon seit Wochen nach einem erfahrenen Spieler Ausschau gehalten. Er ist ein absoluter Charakterspieler, der hat schon einiges auf dem Buckel, was uns und unseren jungen Spielern sehr guttut.“
Dem Freistoß vor dem Führungstreffer war jedoch ein strittiger Zweikampf vorausgegangen. Dass der Schiedsrichter nach dem Duell zwischen dem Ingolstädter Max Plath und dem Unterhachinger Maximilian Hennig auf Freistoß entschied, wollten vor allem die Schanzer nicht wahrhaben. Aus Sicht von FCI-Trainerin Sabrina Wittmann handelte es sich dabei um einen „fairen Zweikampf.“ Auch Schwabl musste in der Pause zugeben: „Ohne Fanbrille ist es eine 50:50-Entscheidung.“
Die Freude der Gastgeber währte ohnehin nicht lange: Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte schob Ingolstadt-Stürmer Pascal Testroet nach einem langen Ball von Max Plath zum 1:1-Halbzeitstand ein. Nach dem Seitenwechsel sahen die 7566 Zuschauer im Hachinger Sportpark ein deutlich intensiveres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.
Das entscheidende Tor fiel dann in der 65. Minute: Haching-Stürmer Julian Kügel setzte sich im Strafraum der Gäste gut durch und legte den Ball zurück auf Manuel Stiefler. Der 36-Jährige nahm aus etwa 20 Metern Maß und versenkte den Ball unhaltbar im linken Winkel - ein absolutes Traumtor. Dem Siegtreffer zugunsten der Hausherren war ein Taktik-Kniff von Haching-Coach Unterberger vorausgegangen.
In der Halbzeit stellte der Übungsleiter den etatmäßigen Innenverteidiger Stiefler auf die Sechserposition: „Wir haben gemerkt, dass wir schlecht hinter die Kette kommen und in der Luft nicht gut genug gegen die Innenverteidiger von Ingolstadt waren. Mit Stiefler auf der Sechs wollten wir aus der zweiten Reihe zu Abschlüssen kommen.“ Diese Entscheidung machte sich unmittelbar bezahlt.
„Eine Partie auf Augenhöhe, mit mehr Ballbesitz für Ingolstadt, aber ohne Lösungen. Die Chancen hatten wir.“
Haching-Trainer Unterberger erläutert seine Sicht auf die Partie.
Insgesamt sah Unterberger „eine Partie auf Augenhöhe, mit mehr Ballbesitz für Ingolstadt, aber ohne Lösungen. Die Chancen hatten wir.“ Für Ingolstadt-Trainerin Sabrina Wittmann war es die erste Niederlage als Cheftrainerin überhaupt. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel fand der Haching-Coach lobende Worte für seine Kollegin: „Wir kennen uns lang. Ich finde, sie ist eine sehr gute Trainerin. Es zeigt einfach auch, dass der FC Ingolstadt auf Konstanz setzt und Leute aus dem eigenen Haus fördert, was ich persönlich sehr gut finde.“ Ähnlich wie Unterberger in der vergangenen Saison, ist Wittmann vorerst noch nicht im Besitz der UEFA-Pro-Lizenz, weshalb die Schanzer Strafleistungen zahlen müssten. Unterberger hoffe, dass Wittmann bald für den dafür nötigen Kurs zugelassen werde.
In der kommenden Woche stehen für Vereine Pokalspiele an. Während Unterhaching am Donnerstag im Bayerischen Totopokal beim SV Hutthurm gefordert ist, empfängt der FC Ingolstadt in der ersten Runde des DFB-Pokals den 1. FC Kaiserslautern. (ng)