2024-06-19T10:33:50.932Z

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Eine Herzensangelegenheit: Sabrina Wittmann führte ihren Klub zum ersten Titel im Verbandspokal. Als Spielerin lief sie für den FC Ingolstadt, die SpVgg Greuther Fürth, den FC Stern und Amicitia auf.
Eine Herzensangelegenheit: Sabrina Wittmann führte ihren Klub zum ersten Titel im Verbandspokal. Als Spielerin lief sie für den FC Ingolstadt, die SpVgg Greuther Fürth, den FC Stern und Amicitia auf. – Foto: IMAGO/Stefan Bösl

Blecht Ingolstadt für Wittmann? Erste Cheftrainerin droht teuer zu werden

Unterhaching hat es vorgemacht

Sabrina Wittmann ist die erste Cheftrainerin im deutschen Herren-Profi-Fußball und würde gerne weitermachen. Den FC Ingolstadt könnte das Geld kosten.

Ingolstadt – Sabrina Wittmann schreibt beim FC lngolstadt Geschichte: Die 32-Jährige ist die erste Cheftrainerin im deutschen Profi-Fußball und hat nun erste Erfolge vorzuweisen: Unter Wittmann siegte der FCI erstmals den Landespokal und sicherte sich so die Teilnahme am DFB-Pokal. Zudem blieben die Schanzer unter der neuen Cheftrainerin in drei Drittliga-Spielen ungeschlagen.

Die Resultate sprechen für Wittmann. Einen Haken hat die Geschichte aber doch: Eine Weiterbeschäftigung würde den FCI einiges kosten. Wittmann ist nicht im Besitz der UEFA-Pro-Lizenz. Die Schanzer müssten deshalb Strafzahlungen leisten.

Geht Ingolstadt den Unterhachinger Weg? Sabrina Wittmann fehlt UEFA-Pro-Lizenz

„Ich freue mich erst einmal sehr für den Verein, die Fans und die Mannschaft, dass wir erstmals den Pokal gewonnen haben, und Sabrina hatte ihren Anteil daran“, erklärte Sportdirektor Ivica Grlic dem Donaukurier hinsichtlich einer möglichen Verlängerung. „Entscheidend ist, dass wir die beste Lösung für den Verein und die Mannschaft wollen. So werden wir in die Gespräche gehen und alles analysieren. Wir haben keinen Zeitdruck.“

Für die Verantwortlichen wird eine Weiterbeschäftigung wohl auch ein finanzielles Thema. Wegen der fehlenden Trainerlizenz müsste der FC Ingolstadt in der kommenden Saison eine Strafzahlung leisten. Dass ein Trainer ohne die passende Lizenz erfolgreich einen Drittligisten führen kann, hat Marc Unterberger bei der SpVgg Unterhaching bewiesen. Die Vorstädter beendeten die Saison als Aufsteiger auf Platz neun. Zugleich trieb Unterberger den Umbruch voran und verhalf zahlreichen Talenten zu ihren Profi-Debüts.

„Sabrina bleibt dem FCI auf jeden Fall erhalten. Wir wollen unsere Trainer weiterentwickeln.“

Ingolstadts Sportdirektor Ivica Grlic gegenüber dem Donaukurier.

Dafür zahlten die Hachinger zu Beginn der Saison einmalig 10.000 Euro an den Verband. Weitere 3.500 Euro musste die SpVgg in jedem Spiel zahlen, an dem Unterberger als Cheftrainer an der Seitenlinie stand. Der DFB hatte Unterberger im Ende Januar im Rahmen einer Sonderregelung für den Trainerlehrgang zugelassen. Wittmann müsste diesen Weg nicht nehmen. In den vergangenen drei Jahren coachte sie die U19 der Schanzer und hatte großen Anteil an der überraschenden Vize-Meisterschaft der FCI-Junioren in der U19-Bundesliga Süd/Südwest.

„Ich würde gerne in der Konstellation weitermachen“, sagte Wittmann bereits im Vorfeld des Pokal-Finales. Und auch Verantwortlichen scheinen von ihrer Cheftrainerin überzeugt. „Sabrina bleibt dem FCI auf jeden Fall erhalten. Wir wollen unsere Trainer weiterentwickeln“, erklärte Grlic. (btfm)

Aufrufe: 028.5.2024, 14:08 Uhr
Boris ManzAutor