
Der SV Bergisch Gladbach 09 darf sich wieder auf Regionalliga-Fußball freuen. Seit Spieltag neun hatten die 09er die Tabellenführung der Mittelrheinliga inne, und gaben den Platz an der Sonne nun auch am letzten Spieltag der Saison nicht ab. Im entscheidenden Duell gegen die SpVg Porz lieferte die Elf von Chefcoach Kevin Kruth ein Offensiv-Feuerwerk und fertigte den chancenlosen Kontrahenten sage und schreibe mit 10:0 ab. Durch den Heimdreier steht die lang ersehnte Rückkehr in die Viertklassigkeit völlig unabhängig von der 1:5-Niederlage des Verfolgers Siegburger SV 04 beim SSV Merten im Parallelspiel unter Dach und Fach.
Schon vor dem Spiel war klar, dass die SpVg Porz als klarer Außenseiter in die Partie beim Spitzenreiter aus Bergisch Gladbach gehen würde. Während die Hausherren seit Monaten von der Tabellenspitze grüßen und konstant von Woche zu Woche zu überzeugen wussten, gingen die Porzer Gäste als Tabellen-13. in die Begegnung. Aufgrund dessen, dass die Gäste den Klassenerhalt bereits seit einiger Zeit in trockenen Tüchern haben zeigt die Formkurve der SpVg in den vergangenen Wochen eher bergab, was nun in einem Debakel zum Saisonabschluss mündete. Gegen hochmotivierte Bergisch Gladbacher hatte die Elf von Jonas Wendt nicht den Hauch einer Chance:
Zwar überstand der Außenseiter die Anfangsviertelstunde noch gegentorlos, ehe Finn Stromberg die Weichen in Spielminute 17 auf Sieg für die Hausherren stellte. Anschließend gelang es Porz, den Gegner für einige Zeit erfolgreich vom eigenen Gehäuse fernzuhalten, ehe Jonas Rücker fünf Minuten vor dem Pausentee auf 2:0 erhöhte. Spätestens mit dem 3:0 in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs, welches erneut Stürmer Stromberg verantwortete, war die Vorentscheidung dann gefallen.
Doch der Ligaprimus dachte nicht im Ansatz daran, runterzufahren: Im Gegenteil: Nur drei Minuten nach dem Wiederbeginn ließ Sami Akremi den vierten Treffer des Favoriten folgen, bevor Jan Ecke mit seinem ersten Saisontor auf 5:0 stellte. Nach einer Stunde Spielzeit vollendete erneut Stromberg zum Hattrick und machte das halbe Dutzend somit voll, was jedoch noch lange nicht das Ende bedeutete. Nachdem sich auch Top-Knipser Tristan Arndt zwanzig Minuten vor Schluss in die Torschützenliste eintrug, ließen Joel Kouekem, Soufian Amaadacho und Ole Tillmann die Treffer zum 10:0-Endstand folgen. Ein Resultat, das seinesgleichen sucht.
Während der SV Bergisch auf der einen Seite somit seinen verdienten Aufstieg in die Regionalliga feiern darf und die Meisterschaft in trockenen Tüchern hat, endet die Saison der SpVg aus Porz mit einer Blamage. Nach Niederlagen gegen die SpVg Frechen 20 (1:4), den SSV Merten (3:8) und den FC Hennef 05 (1:5) ist die 0:10-Klatsche nun der Tiefpunkt einer wochenlangen Misere. Dass diese exakt in den Zeitraum fällt, in dem die SpVg den Klassenerhalt bereits gesichert hat, ist sicherlich kein zufälliges Muster. Das weiß auch Übungsleiter Jonas Wendt, der sich mit dem Auftreten seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen aber dennoch ganz und gar nicht zufrieden gibt:
„Wenn du in dieser Höhe verdient verlierst, zeigt es nochmal mehr, dass wir im Sommer viele Umstellungen brauchen. Wir hatten heute vielleicht fünf oder sechs Jungs, die noch mit Herz auf dem Platz agiert haben. Wenn da der ein oder andere schon nach sieben Minuten am pumpen ist, tu ich mich damit schwer. Jeder hat am Ende schließlich eine Verantwortung gegenüber dem Verein, der Mannschaft und auch dem Spiel“, richtet der 43-Jährige klare Worte an seine Mannen und resümiert: „Uns sind heute alle Grenzen aufgezeigt worden. Man kann als Verlierer vom Platz gehen, wenn man weiß, dass die Jungs alles gegeben haben. Mit dem heutigen Spiel kann ich mich aber gar nicht identifizieren.“
Deutliche Worte, die der erfahrene Chefcoach im Anschluss an die deftige Klatsche an seine Jungs richtet. Die Resultate der vergangenen Wochen haben schlichtweg unterstrichen, dass die SpVg mit Erreichen des Klassenerhalts mit der Spielzeit abgeschlossen haben. Dennoch steht fest, dass ebendieser gesicherter Ligaverbleib zugleich das Erreichen des ausgerufenen Saisonziels bedeutet, was auch Wendt abschließend unterstreicht: „Am Ende haben wir unser Ziel erreicht und sind über dem Strich geblieben. Für den Verein ist das ein großer Erfolg. Trotzdem ist das, was die letzten Wochen passiert ist, nicht das womit wir uns identifizieren wollen. Deshalb müssen wir uns jetzt auf fast jeder Position neu aufstellen und es nächste Saison besser machen“, bilanziert der Übungsleiter folgerichtig.