Der VfB Uerdingen will am Sonntag aufsteigen.
Der VfB Uerdingen will am Sonntag aufsteigen. – Foto: Stefan Brauer

Krefeld: Packendes Finale in der Kreisliga A

Der SV St. Tönis braucht gegen den VfB Uerdingen einen Sieg, um diesen noch abzufangen. Der Hülser SV will die Hürde OSV Meerbusch nehmen. Landesligist VfL Tönisberg ist in der Relegation beim VfB Speldorf gefordert.

Durch eine beeindruckende Serie mit fünf Siegen in Folge sicherte sich der VfL Tönisberg die Teilnahme an den Relegationsspielen zur Landesliga. Vier Wochen nach dem letzten Meisterschaftsspiel wird es an diesem Sonntag für die von David Machnik und Manuel Fernandez betreuten und personell gebeutelten „Berger“ ernst.

Im ersten Duell ist der VfL beim VfB Speldorf (Gruppe 3) zu Gast, der am letzten Spieltag eher überraschend auf Rang elf abfiel. Bei einem Sieg und einem Unentschieden hat die Machnik-Elf nächsten Samstag um 16 Uhr Heimrecht gegen die SG Unterrath (Gruppe 1). Sollte der Auftakt verloren gehen, findet diese Begegnung bereits am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr in Tönisberg statt.

Machnik und Fernandez gönnten ihren Spielern keine große Pause um im Flow zu bleiben. Urlaubsbedingt fehlten einige Akteure ab und an, was auch für die Auftaktbegegnung gilt. Niklas Jahny und Hendrik Rouland fehlen in der ersten Partie, Mehmet Ügüdür verpasst beide. Der scheidende Keeper Nick Esser, der im Laufe des Saison zu einem starken Rückhalt reifte, verschob dagegen seine Auszeit und mit dem 35-Jährigen Ex-Berger Michael Schmitz und dem 22-Jährigen Patrick Bowski gibt es zwei neue Alternativen, die sich kurzfristig dem VfL anschlossen. Machnik erwartet einen starken Gegner: „Aber das ist ein Hopp oder Topp-Spiel, bei dem ich hoffe, dass wir den guten Lauf aus der Rückrunde mitnehmen.“ Entscheidend dürfte aber auch sein, wie die Spieler agieren, die den VfL verlassen. Besonders für sie wird diese Partie erneut zum Charaktertest, an dem sie auch bei ihren zukünftigen Stationen gemessen werden. Diesen Test hat Nico Jeegers offenbar nicht bestanden. „Wir haben uns kürzlich schon von ihm getrennt“, gab Teamchef Marcus Bister bekannt.

In der Bezirksliga geht eine eher durchwachsene Saison für den SSV Grefrath, wo Manager Jürgen Claßen für die Zukunft schon wieder fast alle Weichen gestellt hat, zu Ende. Letzter Gegner auf dem Sportplatz „Heide“ ist der SV Vorst, der nach einer starken Hinserie abgebaut hat. Aber unter dem Strich ist immer noch alles im Lack. Haben die Blau-Weißen, wo vor dem Spiel neben Trainer Heinz Vossen auch die Abgänge verabschiedet werden, beim Abpfiff die Nase mit zwei Toren vorne, ziehen sie noch an Dilkrath vorbei und werden Sechster. Erneut alle Erwartungen erfüllt hat der stets mit kleinen Mitteln arbeitende VfL Willich. „Der eigenen Jugend eine Chance“ lautete vor einem Jahr wieder die Prämisse und ging auf. Zum Abschluss geht es nach Brüggen. Wird gewonnen, geht die Glasmacher-Elf noch hoch auf Rang vier.

Krimi-Altmeister Alfred Hitchcock könnte, was der Kampf um die beiden Aufstiegsplätze in der Kreisliga A betrifft, locker für die Regie verantwortlich gewesen sein. Denn der ist an Spannung, ja Dramatik, kaum zu überbieten. Der auf Platz zwei liegende Hülser SV fährt zum OSV Meerbusch. Für den ist zwar alles gelaufen, was aber nichts daran ändert, dass er zu den besten Teams der Aufstiegsrunde zählt. Hätte er nur vorher fleißiger gepunktet, wäre auch er in der Verlosung gewesen. Wie dem auch sei: Für die Hülser, die eventuell wieder Michael Enger dabei haben, ist die Ausgangslage klar. Gewinnen sie, steigen sie auf jeden Fall auf. Holen sie nur einen Punkt, hängt ihr Wohl und Wehe vom Ausgang der Partie in St. Tönis ab, wo der dortige SV den Tabellenführer VfB Uerdingen erwartet. Der ist durch, wenn er dann einen Dreier hinlegt. Verliert er aber, zieht der SV wegen des besseren direkten Vergleichs vorbei. Die Uerdinger könnten aber dennoch aufsteigen, wenn die Hülser nur unentschieden spielen würden, weil sie dann gegenüber dem Wienes-Team den besseren Vergleich hätten. Viel Wenn und Aber.

Interessantes am Rande: Beim SV St. Tönis ist Andre Rex der Abwehrchef; Bruder Stefan G. beim VfB der Trainer. Der kann nicht mit den Offensivkräften Irfan Yildiz und Kevin Schiffers planen, wobei bei Lars Lindmüller abgewartet werden muss, wie problematisch seine Blessur ist. Dies gilt beim SV für Kai Bleckwedel. Aber egal, wer es schafft: Zwei Gewinner gibt es schon, nämlich die Kassierer. In beiden Fällen wird mit stattlichen Einnahmen gerechnet. In der Tat war es in der Vergangenheit immer so, wenn einige Ligen schon in der Sommerpause waren bzw. es um die Wurst ging, sich auch Interessierte auf den Weg machten, die man sonst lange auf keinen Sportplatz gesehen hat.

Aufrufe: 018.6.2022, 10:30 Uhr
RP / Werner Fuck und Uwe WorringerAutor