Borussia Mönchengladbachs U23 hat am vergangenen Wochenende eine wichtige Erkenntnis gesammelt: Sie hat das Gewinnen nach den zwei Topspiel-Niederlagen vor der Länderspielpause nicht verlernt. Mit dem 2:0 beim FC Gütersloh ist das Team von Trainer Eugen Polanski zurück in der Erfolgsspur – und der fünfte Platz täuscht fast noch über die tatsächliche Ausgangslage hinweg, denn mit einem Sieg im Nachholspiel in der kommenden Woche beim 1. FC Köln (Mittwoch, 12 Uhr) könnte Borussia sogar auf den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga springen. „So ein Sieg ist einfach wichtig, um den Glauben an Siege zurückzubekommen“, betont Trainer Polanski im Gespräch mit unserer Redaktion. Torschützen in Gütersloh waren Top-Scorer Noah Pesch (zwölf Tore, sechs Assists) und Shio Fukuda (vier Tore, ein Assist).
Während Pesch stets über die linke Seite für Gefahr sorgt, ist Charles Herrmann auf der rechten Flügelseite gesetzt. Mit seinen 18 Jahren gehört er zum Stammpersonal der U23 und wurde im Sommer durchaus mit Weitsicht aus der U19 des BVB losgeeist. „Charles wurde vom Verein geholt, um im Männerfußball Fuß zu fassen. Dementsprechend ist es logisch, dass er seine Einsatzzeiten bei uns kriegt“, sagt Polanski.
Der U23-Coach erklärt aber auch, dass der junge Flügelspieler Anlaufzeit brauchte: „Er ist schwer in die Saison reingekommen, es waren nicht seine besten Spiele. Da muss man ihm aber zugutehalten, dass er eigentlich noch U19-Spieler ist und sich dann sehr gesteigert hat.“
Mit einem Tor und fünf Assists – vier davon in den vergangenen sieben Spielen – bekommt der U17-Welt- und Europameister seine Qualitäten auch zahlenmäßig immer besser auf den Platz. „Er macht es insgesamt sehr gut. Man merkt ihm schon noch seine Jugendlichkeit an. Positiv sind seine Dribblings und die Kreativität, aber er muss noch lernen, klarer zu spielen und Räume besser zu erkennen. Das ist etwas, das er durch die Erfahrung lernen wird. Er ist ein guter Junge, will tagtäglich lernen, deswegen sind wir bis jetzt zufrieden mit ihm“, sagt Polanski über den Status quo des Talents.
Herrmanns Erfolge im Jugendbereich und seine Anlagen lassen aufhorchen, sind aber keine Garantie für einen mittelfristigen Sprung in die Bundesliga. „Ich habe schon sehr viele Talente gesehen, man kann es nicht voraussagen. Die Entwicklung muss gut sein und er muss es über eine lange Zeit konstant gut machen. Er ist auf einem guten Weg, aber es ist noch viel Arbeit“, betont Polanski.
Für Herrmann und seine Kollegen stehen ab Samstag innerhalb von acht Tagen drei Spiele an. Ein Problem sieht Polanski darin nicht: „Es muss möglich sein, in acht Tagen drei Spiele zu spielen – vor allem ohne Reisestrapazen“, sagt der 38-Jährige, der entsprechend keine Rotationsmaßnahmen plant.
Den Auftakt macht am Samstag (14 Uhr) das Heimspiel gegen Aufsteiger und Schlusslicht Türkspor Dortmund. „Das ist ein Sieg, den wir unbedingt einfahren wollen“, betont Polanski, der personell aus dem Vollen schöpfen kann – auch der gegen Gütersloh angeschlagen ausgewechselte Keeper Max Brüll dürfte zur Verfügung stehen.