
Advantage Sportfreunde Broekhuysen - zumindest ist es ein kleiner vor dem Showdown gegen Rot-Weiss Essen II. Der Vizemeister der Bezirksliga-Gruppe 4 schickte den SC Germania Reusrath mit einem insgesamt hochverdienten 5:0 in die Sommerpause. Sollte Broekhuysen nun in Essen ein Remis über die Zeit bringen, wäre der Landesliga-Aufstieg perfekt. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.
Für Marco Schobhofen fiel die Analyse deutlich aus. Schon nach der 0:3-Pleite gegen RWE schrieb der Übungsleiter die letzten Chancen auf den Landesliga-Aufstieg ab. In den Reihen seiner Spieler war die Gemütslage vor dem Spiel wohl ähnlich.
"Heute war komplett die Luft raus. Das hat man am Freitag beim Training schon gemerkt“, erklärte Schobhofen. Zwar sei das Gesamtergebnis der Relegation mit zwei klaren Niederlagen nicht repräsentativ für die Qualität seiner Mannschaft gewesen, dennoch habe sich die Entwicklung in den Tagen zuvor bereits angedeutet. "Wir haben versucht, die Spieler noch einmal zu motivieren. Aber man hat schon gemerkt, dass die Köpfe runter waren. Der Glaube war nicht mehr da. Das war eigentlich das, was uns die ganze Saison stark gemacht hat.“
Für Schobhofen selbst ist es ein wohl eher unzufriedenstellender Abschluss seiner dreijährigen Amtszeit in Reusrath. Zur kommenden Spielzeit geht es für ihn zum Düsseldorfer A-Ligisten Hilden 05/06, wo er künftig mit nur noch zwei Mal Training die Woche etwas "kürzertreten" möchte.
Ganz anders war die Stimmungslage bei Sebastian Clarke. Die Broekhuysener haben insgesamt nämlich nicht nur das Soll erfüllt, sondern überboten auch die Ausbeute der Essener aus deren Spiel gegen Reusrath: "Für uns war ganz klar, dass wir erstmal unsere Hausaufgaben machen wollen. Das heißt, das Heimspiel nicht verlieren.“
Der darauf beruhende Erfolgsdruck wirkte zunächst aber noch leicht hemmend auf die junge Mannschaft der Gastgeber. Durch wiederholte, leichte Fehler der Sportfreunde war Reusrath zunächst auch mindestens ebenbürtig. "Nach den ersten fünf Minuten hat man sich die Nervosität ein bisschen angemerkt. Aber dann haben wir es abgeschüttelt und sind gut ins Spiel gekommen.“
Als Schlüsselmoment bezeichnete der Coach den ersten Treffer von Dreierpacker Nick Ernst zum zwischenzeitlichen 2:0 direkt nach der Pause. "Dann haben wir Reusrath den letzten Stecker gezogen." Damit war die Mission aber noch nicht erledigt. Schließlich winkte das bestmögliche Ergebnis an diesem Tag: Ein Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied, wodurch im zweiten Spiel auch ein Remis für den Aufstieg reichen würde.
Spätestens nach der Gelb-Roten Karte von Nils Kaufmann gegen die Gäste (62.) waren die Sportfreunde dahingehend voll auf Kurs. "Da war klar: Jetzt können wir das Ding angehen und vielleicht das Maximum herausholen. “Clarke weiß allerdings, dass bei RWE andere Voraussetzungen herrschen werden. "Wir brauchen Abgezocktheit. RWE hat erfahrene Spieler, die genau solche Situationen kennen. Da müssen wir clever bleiben und unser Ding machen.“
Die Vorfreude auf das Finale um den Landesliga-Aufstieg ist jedenfalls groß. Repräsentativ war der insgesamt lockere Sieg aber nicht für das, was seine Mannschaft in Essen erwarten wird, für das gute Gefühl reicht es allemal. So lautet die finale Marschroute: "Heute haben wir es geschafft. Und das brauchen wir Mittwoch nochmal.“