2026-04-10T07:15:08.667Z

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Bornheim lange in Unterzahl – Siegburg rückt auf Platz 2 vor

Die Otto-Elf springt auf Rang zwei und verkürzt den Rückstand – Bornheim kämpft 80 Minuten in Unterzahl.

von Andreas Santner · Heute, 10:48 Uhr · 0 Leser
– Foto: Lucy Neuber

Der Siegburger SV 04 ist der lachende Dritte des Mittelrheinliga-Wochenendes. Während Spitzenreiter Bergisch Gladbach beim 1. FC Düren patzte, erledigten die Siegburger ihre Hausaufgaben beim SSV Bornheim und feierten einen 3:1-Auswärtssieg. Durch den Dreier, und dem Remis des VfL Vichttal, klettert die Otto-Elf auf den zweiten Tabellenplatz und verkürzt den Rückstand auf den Primus auf nunmehr fünf Punkte. Für Bornheim bleibt die Lage trotz der Niederlage stabil, da die Konkurrenz im Tabellenkeller ebenfalls leer ausging.

Früher Platzverweis spielt Siegburg in die Karten

In Bornheim war die taktische Marschroute bereits nach einer Viertelstunde Makulatur. Bornheims Can Catak sah nach einer Notbremse die Rote Karte (15.). Eine Entscheidung, die SSV-Coach Patrick Schmitz kritisch beäugte: „Über die Rote Karte gegen Can Catak lässt sich streiten. Er war zwar der letzte Mann, aber der Ball rollte bereits Richtung Seitenaus. Es war das erste Foul im Spiel und für mich keine Vereitelung einer hundertprozentigen Torchance. In so einer 50:50-Situation direkt einen Platzverweis auszusprechen, finde ich unglücklich.“

Siegburg nutzte die Verwirrung in der Bornheimer Hintermannschaft eiskalt aus. Nur drei Minuten nach dem Platzverweis markierte Yuta Sakamaki nach Vorarbeit von Tim Keil das 1:0 für die Gäste (18.). „Die frühe Rote Karte gegen Bornheim hat uns natürlich in die Karten gespielt – ebenso wie die Tatsache, dass wir nur drei Minuten später mit 1:0 in Führung gegangen sind“, analysierte Siegburgs Trainer Alexander Otto. Kurz vor dem Pausenpfiff legte Enes Yilmaz zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt das 2:0 nach (45.).

Bornheimer Moral sorgt für eine heiße Schlussphase

Trotz der Unterzahl gab sich der SSV Bornheim keineswegs geschlagen. Die Gastgeber zeigten eine beeindruckende Mentalität und hielten die Partie offen. „Man darf dabei nicht vergessen – und das ist der Mannschaft gar nicht hoch genug anzurechnen – dass wir gegen eine spielstarke Ballbesitzmannschaft wie Siegburg fast 80 Minuten in Unterzahl agieren mussten. Das ist eine absolute Hausnummer, die man nicht unterschätzen darf. Die Jungs haben eine Topleistung auf den Platz gebracht und maximale Mentalität bewiesen“, lobte Schmitz seine Schützlinge.

In der 72. Minute belohnten sich die Hausherren: Nach Vorarbeit von Danny Simmo markierte Mohamed Zaim per Kopf den Anschlusstreffer zum 1:2. Plötzlich wurde es doch nochmal spannend. „Dass es danach bis zum Abpfiff ‚brennt‘, ist klar. Auf der anderen Seite waren wir leider nicht in der Lage, frühzeitig das dritte Tor zu machen und den Sack zuzumachen“, so Otto. Bornheim ging in der Schlussphase volles Risiko, doch das 2:2, das laut Schmitz „spürbar in der Luft lag“, wollte nicht fallen. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit machte Kelana Mahessa mit dem 3:1 endgültig den Deckel drauf.

Otto: „Drei Punkte im Sack, weiter geht’s!“

Während Bornheim trotz der Niederlage mit erhobenem Haupt vom Platz gehen konnte, blickt Siegburg nun gespannt auf das Aufstiegsrennen. „Aber am Ende ist das vollkommen egal: Die drei Punkte sind im Sack, weiter geht’s!“

Sein Gegenüber Patrick Schmitz blickt trotz des verpassten Punktgewinns optimistisch in die Zukunft: „Siegburg ist eine Top-Mannschaft, und in Unterzahl sind die Chancen normalerweise minimal, etwas mitzunehmen. Wir waren aber ganz nah dran. Deshalb ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft – ich bin mit dem Auftreten sehr zufrieden.“