2025-12-17T10:26:01.779Z

Allgemeines
Der SV Thomasstadt hatte zuletzt einige Probleme.
Der SV Thomasstadt hatte zuletzt einige Probleme. – Foto: Diana Horster

BL 3: Die Halbzeit-Bilanz der Bezirksligisten

Die Hinrunde hat für die hiesigen Teams in Gruppe 3 einige Erkenntnisse gebracht. Während man in Grefrath zufrieden sein kann, ist die Stimmung bei zwei Krefelder Vertretern nicht so gut. Dafür war das Weihnachtsfest in Kempen umso versöhnlicher.

Es geht an der Tabellenspitze der Bezirksliga, Gruppe 3, zwar sehr eng zu – Herbstmeister OSV Meerbusch hat nur einen Zähler mehr als die Sportfreunde Neuwerk –, aber dennoch ist der Optimismus bei den Meerbuschern groß, dass es auch im Juni 2026 so aussehen wird. Natürlich hatten viele den OSV, für den es in der Aufstiegsrelegation dann nicht so gut lief, nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison auch in dieser Spielzeit wieder auf der Rechnung. Aber auch die Odenkirchener oder Brüggener, die die Plätze drei und vier belegen, wurden heiß gehandelt. Von den Wickrathern, die die Erwartungen bislang nicht erfüllten, ganz zu schweigen.

Vergangenen Sommer hatte es auf der Meerbuscher Kommandobrücke einen Trainerwechsel gegeben. Manager Andreas Meisen holte mit dem 29-jährigen Dominik Voigt für Ingmar Putz, der selbst Schluss machte, einen jungen Coach von der GSG Duisburg, der in der hiesigen Region ein Unbekannter war. Er, der auch schon im Nachwuchsbereich von Fortuna Düsseldorf arbeitete, ist sechs Jahre jünger als sein Spielführer Frederic Klausner.

Aber wie in der Spielzeit zuvor konnte sich auch Voigt, der schnell seine Duftmarken setzte, auf die Treffsicherheit seiner Offensivkräfte Marc Rommel und Lars Stieger verlassen. Kaum vergessen wird derweil OSV-Spieler Philip Schmelzer die letzte Partie des Jahres gegen den SV Lürrip. Da erzielte das 23-jährige Eigengewächs sage und schreibe acht Tore. Übrigens: Keine große Rolle beim OSV spielt mehr „Grotenburg-Kultspieler“ Ioannis Alexiou. Allerdings konzentriert sich der 41-Jährige mittlerweile auch mehr auf eine Karriere nach seiner aktiven Zeit und macht den Trainer-B-Schein.

Tönisberg hat viele Sorgen

Alles im Lack trotz zweier zweifelhafter Platzverweise gegen Christopher Claeren, einem wichtigen Akteur, ist es mit Platz fünf beim SSV Grefrath. Hier hat sich nicht nur ausgezahlt, dass im vergangenen Sommer der Kader erheblich breiter aufgestellt wurde, sondern auch qualitativ etwas dazukam. Weiter Verlass ist auf Torjäger Lukas Hanssen. Aber auch seine Mitstreiter treffen regelmäßig, was die Sache für die Gegner oft nicht ausrechenbar macht. Ferner steht mit Alexander Thamm ein Trainer an der Seitenlinie, der über jeden Zweifel, sportlich und menschlich, erhaben ist. Seine Erfahrung, schon bei vielen höherklassigen Klubs gearbeitet zu haben, tut dem SSV gut.

Personell hat der VfL Tönisberg, der als Siebter nicht da steht, wo er hin wollte, ein Seuchenhalbjahr hinter sich. Sicherlich können darauf auch viele andere Teams verweisen. Aber so eine Häufung von Ausfällen, wie es bei den Rot-Weißen der Fall war, ist schon ein Alleinstellungsmerkmal. Mit Simon Kuschel, Nils Erhard Koths, Jan Esser oder Sebastian Görres ist da nur der ein oder andere zu nennen. Aber es darf auch nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass die Torquote von zum Beispiel Brian Dollen oder Manuel Franken, die sicherlich nicht für einen Apfel oder ein Ei spielen, zu wünschen übrig lässt. Alexander Siepmann, seit Jahren verletzungsgebeutelt, wird zum CSV Marathon Krefeld wechseln.

St. Tönis hatte den richtigen Riecher

Nicht unzufrieden mit dem Platz hinter den Tönisbergern ist, obwohl es laut Verantwortlichen auch gerne drei bis fünf Punkte hätten mehr sein dürfen, der VfR Fischeln. Sportvorstand Sebastian Suski, mittlerweile auch erster Vorsitzender für Götz Pützhofen, sprach nach dem Landesliga-Abstieg von Anfang an von einem Überbrückungsjahr. „Dass es für uns ganz oben nicht reichen wird, war im Sommer schon klar“, ergänzt Suski. Unabhängig davon soll aktuell noch der ein oder andere Neuzugang dazukommen.

Mehr erreicht, als von allen Optimisten erwartet, hat die Zweitvertretung des SC St. Tönis. Trainer Florian Verhaag, von den B-Junioren des KFC Uerdingen gekommen, ist genau der richtige Mann an der richtigen Stelle. Der Ruf, dass er das Händchen hat, mit jungen Spielern zu arbeiten und sie weiter zu entwickeln, war ihm voraus geeilt – und aus Sicht der SC-Macher hat er genau das gemacht.

TSV Bockum kriegt die Kurve

Der CSV Marathon Krefeld, der neben Siepmann noch Ekrem Aksu vom ESV Hohenbudberg dazu bekommt, ist mit vier Zählern nach zwei Partien passabel in die Saison gestartet. Aber dann gab es einen Tiefgang, den bis heute keiner genau erklären kann. Der absolute Höhepunkt war die Heimschlappe gegen Abstiegskandidat Türkiyemspor Mönchengladbach, wobei da nicht wenige von Arbeitsverweigerung sprachen. Aber zuletzt ging es ergebnistechnisch wieder bergauf und wenn David Piotr Wieczorek tatsächlich wieder mitmischen sollte – sein Kreuzbandriss wurde nur konservativ behandelt –, bekommt Dennis Lerche, der die Erwartungen unbedingt erfüllt hat, gute Unterstützung.

Wie Marathon hat sich auch der TSV Bockum im hinteren Bereich zuletzt gemausert. Lange sah es bei ihm so aus, als könnte er den Weggang von Torjäger Milos Jesic zum Landesligisten Neuss-Gnadental und das Karriereende von Timo Welky nicht kompensieren. Doch nach und nach haben sich die Neuen akklimatisiert. Das gilt für die Amerikaner Abdul Hassan Barrie und Sebastien George Linares genau so, wie für Malte Latosinzky. Und Patrick Pasthy war von Beginn an eine Bank. Interessantes am Rande: Hendrik Holtz bestritt als Startelfakteur Spiel eins und die beiden letzten – und alle drei wurden gewonnen.

Der SV Thomasstadt Kempen startete vielversprechend. Musste aber, wie oft bei Neulingen, mehr und mehr Lehrgeld bezahlen. Aber nie wurde jemand nervös oder verfiel in Hektik. Nach dem Überraschungserfolg am letzten Spieltag des vergangenen Jahres ist Platz 13 eine schöne Weihnachtsbelohnung, auf der sich aufbauen lässt.

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Aufrufe: 06.1.2026, 19:30 Uhr
RP / Werner FuckAutor