2026-04-09T03:39:01.720Z

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Björn Miehe: Der Abschied vom Fußball

Im Sommer ist Schluss +++ Vier Jahre leitete Björn Miehe die sportlichen Geschicke beim A-Klassisten TSG Pfeddersheim II +++ Auch, weil die Nachfolge geklärt werden konnte

von Claus Rosenberg · Heute, 12:00 Uhr · 0 Leser
Björn Miehe (rechts, hier im Gespräch mit Rico Renner und Marco Bresser) hat der TSG Pfeddersheim auch in der ersten Mannschaft ausgeholfen, wenn Not war. 	Archivfoto: Christine Dirigo/pakalski-press
Björn Miehe (rechts, hier im Gespräch mit Rico Renner und Marco Bresser) hat der TSG Pfeddersheim auch in der ersten Mannschaft ausgeholfen, wenn Not war. Archivfoto: Christine Dirigo/pakalski-press

Pfeddersheim. Im Sommer verabschiedet sich eine Institution aus der A-Klasse Alzey-Worms: Björn Miehe, Coach des Tabellen-Zweiten TSG Pfeddersheim II, hört auf. Damit realisiert er einen Plan, den er bereits im vergangenen Jahr hegte. „Damals fand sich kein geeigneter Nachfolger. Und da wir, Michael Neumann und ich, die Jungs in der Mannschaft nicht hängenlassen wollten, machten wir weiter“, erzählt der 46-Jährige.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

Trainerduo tritt Miehes Erbe an

Diesmal schaut es besser aus. Mit Philipp Hamm und Philipp Neumann sind die Nachfolger bereits gefunden. In einer Stellungnahme schwärmt die TSG Pfeddersheim von dem künftigen Trainerduo, das aus der eigenen zweiten Mannschaft kommt und hohe Identifikation mit dem Verein mitbringt. Und damit passgenau in die Fußstapfen des idealistischen Björn Miehe passt.

Der wiederum möchte sich ins Privatleben zurückziehen. „Nach 40 Jahren Fußball möchte ich mal probieren, wie es ohne geht“, schildert Miehe. Mehr Zeit für die Familie und ab und an entspannt Fußball schauen gehen – das steht auf dem Wunschzettel des Scheidenden. Sein Aktionsradius soll sich dabei über das Uwe-Becker-Stadion hinaus erstrecken. Er habe in all den Jahren so viele Menschen kennengelernt. Auf die Begegnungen mit ihnen freue er sich.

Aufstieg zum Abschied?

Aktuell hat die TSG Pfeddersheim II noch gute Karten im Kampf um die Rückkehr in die Bezirksliga. „Den Aufstieg streben wir an“, sagt Miehe emotionslos und ausgesprochen rational. Titel und Meisterschaften sind willkommene Beiwerke seiner Arbeit bei der Landesliga-Reserve, aber nicht das übergeordnete Ziel. Ihm sei es immer darum gegangen, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Und es habe ihn immer gefreut, wenn einer „seiner“ Spieler den Sprung in die „Erste“ packte. Ein Aufstieg wäre trotzdem ein schönes Geschenk zum Abschied.

Mit dem Abschied von Miehe verliert die TSG Pfeddersheim einen „Vereinsmenschen“. Einer, der hilft, wo er kann. So betreute Björn Miehe zweimal interimsweise die erste Mannschaft, wenn sich der ehemalige Oberligist mal wieder von seinem Cheftrainer getrennt hatte. Dauerhaft den Posten haben wollte Miehe indes nie. „Das wussten alle, dass mir dieser Aufwand zu groß ist.“ Die Familie, Frau und ein Kind, musste so schon genug auf ihn verzichten. Dass sie das mittrugen, dafür ist er ihnen dankbar. Sein Engagement ausweiten, das habe er ihnen jedoch nicht zumuten wollen. Miehe: „Außerdem hatte ich nicht die erforderliche Lizenz.“

Zwischenstation bei Germania Eich

Björn Miehe ist ein Kind der TSG Pfeddersheim. Dort hat er mit dem Fußball begonnen. Später wechselte er als Abwehrspieler zu Mainz 05 II und Wormatia Worms, wo er sich – genau wie im Heimatverein – immer über Training und Spiel hinaus engagierte. Beim VfR startete er als Jugendtrainer seine zweite Karriere, die des Coaches. 2015 übernahm er erstmals die zweite Mannschaft der Pfeddersheimer. Nach vier Jahren übernahm er die Aktive von Germania Eich, ehe er 2021 wieder zur TSG Pfeddersheim zurückkehrte.

In den zurückliegenden vier Jahren stieg er mit der TSG Pfeddersheim II über eine denkwürdige Relegation in die Bezirksliga auf. Es war einer „der vielen kleinen Höhepunkte“ seiner Trainerlaufbahn, sagt er. Emotionslos und sachlich, so wie Björn Miehe ist. So bewegte er sich auch immer durch den Fußball. Als personifizierte Fairness, die allerorten hohe Anerkennung genießt.