
Für den SSV Merten steht am zweiten Spieltag der Rückrunde ein Heimspiel an, das sportlich richtungsweisend sein kann. Gegen den TuS BW Königsdorf wollen die Mertener nicht nur die ersten drei Punkte des Jahres einfahren, sondern auch die Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen.
Der Vorjahreszweite kam beim 0:0 in Bornheim trotz zahlreicher Großchancen nicht über ein Remis hinaus. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, es bringt nichts Trübsal zu blasen. Eine starke Leistung hilft uns nicht, Fußball ist ein Ergebnissport“, ordnet Trainer Bünyamin Kilic die Partie ein. Vier Pflichtspiele in Folge ohne Gegentor, beste Defensive der Liga – die Stabilität stimmt. Dennoch fühlt sich das torlose Remis „wie eine Niederlage an“, weil man sich für den Aufwand nicht belohnt habe.
Personell muss Merten ein wenig umstellen: Gaspard Fehlinger fällt krank aus, Michael Okoroafor kann nur eingewechselt werden. Positiv hingegen: Toranosuke Abe feierte ein starkes Pflichtspieldebüt, auch die Rückkehrer Winzent Suchanek und Farid Bacevac meldeten sich eindrucksvoll zurück. Fehlinger ist inzwischen wieder im Training, dennoch bleibt die Personallage aufgrund möglicher Krankmeldungen ein Faktor.
Mit 30 Punkten steht Merten auf Rang vier – acht Zähler hinter Spitzenreiter Bergisch Gladbach. Für Kilic zählt jedoch ein anderes Ziel: „Am Ende des Tages kann man sich mit der Vizemeisterschaft nichts kaufen. Ob man Zweiter oder Fünfter wird, ist egal – aber in den Top fünf würden wir die Saison gerne beenden.“ Dafür soll gegen Königsdorf ein Heimsieg her.
Die Gäste reisen mit breiter Brust an, auch wenn der Rückrundenstart mit einer 1:2-Niederlage gegen Hennef misslang. Die junge Mannschaft von Trainer Takahito Ohno spielt nach großem Umbruch eine überraschend starke Saison. Mit 22 Punkten rangiert Königsdorf auf Platz zehn. 13 Punkte über einem Abstiegsplatz. Von einem Abstiegskandidaten ist wenig zu sehen.
Im Hinspiel sorgte Königsdorf mit einem 1:0-Sieg für eine Überraschung – auch damals vergab Merten zahlreiche Chancen und verschoss einen Elfmeter. „Wir sind gewarnt“, betont Kilic. „Taka leistet dort hervorragende Arbeit.“
Ohno selbst verteilt vor dem Duell Respekt: „Merten ist einer der Topfavoriten der Liga. Besonders die individuelle Qualität ist herausragend, dazu sind sie mannschaftlich sehr geschlossen. Sie haben nicht umsonst die beste Defensive der Liga.“ Dennoch reist sein Team nicht chancenlos an: „Das wird eine extrem schwierige Aufgabe, auf die wir uns aber sehr freuen. Natürlich versuchen wir, wie im Hinspiel, etwas Zählbares mitzunehmen.“