2026-04-02T18:01:11.048Z

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Bericht: SF Siegen planen NLZ und U23 – heimische A-Liga in Aufruhr

Einem Medienbericht zufolge will der Regionalliga-Aufsteiger wieder einen ambitionierten Unterbau schaffen.

von red · Heute, 21:05 Uhr · 0 Leser
– Foto: Marco Bader

Die Sportfreunde Siegen arbeiten an einer weiteren Professionalisierung seiner Vereinsstrukturen. Wie die "Siegener Zeitung" seit letzter Woche berichtet, verfolgen die Vereinsverantwortlichen des Regionalliga-Aufsteigers zwei konkrete Ziele für die Zukunft: a) ein eigenes Nachwuchsleistungszentrum, und b) der Wiedereinstieg einer U23-Mannschaft. Dabei spielt auch konkret ein in die C-Kreisliga abgestürzter und früherer Lokalrivale der Sportfreunde eine Rolle: der VfL Klafeld-Geiswald.

Die Siegener haben demnach aktuell mit Platzproblemen am Leimbachstadion und im Oberen Leimbachtal zu kämpfen. Teilweise müssen sich drei bis vier Jugendmannschaften einen Platz gleichzeitig teilen und die ambitionierten U17- und U19-Teams können selten den gesamten Rasen ausnutzen. Eine im Raum stehende Kooperation zwischen Siegen und Klafeld-Geiswald könnte dem Nachwuchs der Sportfreunde so eine Nutzung des Hofbachstadions und des anliegenden Kunstrasens ermöglichen, der bislang allerdings neben den neun VfL-Jugendmannschaften auch von den Vereinen FC Türk Geiswald und FC Siegen United bespielt wird. Aktuell nutzt die Regionalliga-Mannschaft der SF Siegen das Hofbachstadion die dortigen Anlage aber ohnehin regelmäßig für Trainingseinheiten.

Kooperiert Regional- mit C-Ligist? Gespräche vor Abschluss

Siegens Vorsitzender Roland Schöler sowie VfL-Boss Hartmut Treude bestätigten der "Siegener Zeitung" entsprechende Gespräche. Wie eine Kooperation konkret aussehen wird, ist allerdings offen und soll zeitnah verkündet werden. Gerüchte über eine mögliche Vereinsauflösung des VfL Klafeld-Geisfeld widerspricht Treude aber vehement: "Das halte ich für total überzogen, total falsch und habe ich auch niemals so gesagt. Es gibt keine Auflösung, es gibt nur eine Zusammenarbeit."

Wie die "SZ" weiter berichtet, sei es im Leimbachtal der größte Traum "mittel- bzw. langfristig" ihre Jugend als Nachwuchsleistungszentrum zu etablieren. Als nächster Schritt stünde dann die Lizenz des anerkannten "FLVW-Ausbildungsvereins" an. Dabei spielt auch das genannte Platzproblem der Siegener eben eine Rolle.

Sonderfall "SF Siegen II"? – "Wäre ein Schlag ins Gesicht"

Schon zur neuen Saison soll hingegen das zweite Ziel angegangen werden: die Rückkehr der SF Siegen II. Die ging zuletzt in der Saison 2016/17 an den Start und verschwand als Tabellensiebter der Kreisliga A von der Bildschwäche. Seitdem fehlt dem Südwestfälischen Branchenprimus ein ambitionierter Unterbau, der die Talente aus der U19 in den Seniorenbereich integriert. Vielmehr entscheiden sich die Siegener Eigengewächse, den Verein zum Ende der Juniorenlaufbahn mangels überzeugender Perspektive zu verlassen. Um dem entgegenzuwirken, wurde im April 2025 zum Beispiel eine Kooperation mit dem benachbarten Landesligisten Germania Salchendorf beschlossen worden. Das Ziel damals war es, Siegener Talente, im klassentieferen Salchendorf zu "parken". Doch seitdem hat es von Siegen nach Salchendorf nur einen einzigen Transfer gegeben: Der von Jason Ilir Llabjani (20), der nur zu einem Kurzeinsatz für die Landesligamannschaft kam und ansonsten für die Reserve in der Bezirksliga auflief.

Wie es im Bericht weiter heißt, hoffen die SF-Verantwortlichen per Sonderantrag ab Sommer wieder in der A-Liga anstatt in der C-Liga – eine Übernahme des Startplatzes des VfL Klafeld-Geiswald steht ebenso im Raum – starten zu dürfen. Dieses Vorhaben sorgt im Fußballkreis Siegen-Wittgenstein nun für reichlich Diskussionsstoff und sorgt bei mehreren Vereinen für Sorgenfalten.

Andreas Wieczorek kritisiert eine mögliche Wiedereingruppierung der SF Siegen II in die A-Liga.
Andreas Wieczorek kritisiert eine mögliche Wiedereingruppierung der SF Siegen II in die A-Liga. – Foto: Günther Hausstein

So sagt beispielsweise Andreas Wieczorek, Trainer des Tabellenfünften FC Freier Grund, in einem Folgebericht: "Ich bin davon nicht begeistert. Das wäre wie ein Schlag ins Gesicht für alle kleineren Mannschaften in der A-Liga, die sich für ihre Ziele bemühen. Wenn es so kommt, können wir es nicht ändern, aber fair finde ich es nicht. Andere Vereine müssen sich auch von unten hocharbeiten."

Jan-Philipp Stender von Fortuna Freudenberg sagt, er könne es komplett nachvollziehen, "dass ein Verein wie Sportfreunde Siegen einen Unterbau benötigt, um seinen Talenten eine Perspektive zu bieten. Fakt ist aber, dass es für die A-Ligisten Einschnitte mit sich bringen würde. Für einen Verein würden 16 andere in Geiselhaft genommen - da kann ich mir vorstellen, dass man sich an der ein oder anderen Stelle unbeliebt macht".

Aufstockung der A-Liga als Lösung

Offiziell bestätigt ist die angestrebte Rückkehr einer Siegener U23 von Vereinsseite bislang nicht. Andreas Oppermann, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses, erklärt, dass in diesem Falle der FLVW über die Eingruppierung der SF Siegen II entscheiden würde. Das geplante Entscheidungsspiel beider B-Liga-Vizemeister würde ihm zufolge nicht ins Wasser fallen, sondern eine Aufstockung der A-Liga auf 17 Plätze erfolgen. Demnach müsste in der nächsten Saison eine Mannschaft mehr in die B-Liga absteigen, um wieder auf 16 A-Ligisten zu kommen.

"Wir können nicht andere Vereine bestrafen, nur weil die Sportfreunde wieder eine Mannschaft melden wollen", stellt Oppermann klar und betont: "Die Entscheidung in dieser Angelegenheit wird keine Auswirkung auf die aktuelle Saison haben."