
WIESBADEN. Es war angerichtet für den großen Saisonstart in der Verbandsliga. Der aufstrebende FV Biebrich 02 war am Freitagabend Gastgeber der ersten Partie zur Saison 2025/26. Zu Gast war der Türkische SV, den er schließlich mit 2:0 besiegte (wir berichteten aktuell). Der war zwar gerade erst aufgestiegen. Aber der TSV wird ebenso wie die „Blauen“ als eines der Top-Teams der Liga eingestuft.
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550 Fans sorgen für volle Tribüne bei Biebrich 02
Was sicher auch noch zusätzliche Fans angelockt haben dürfte, war sicher die Pflichtspielpremiere der 02er auf dem nach langen Monaten wieder freigegebenen, frisch gestalteten großen Jürgen-Grabowski-Rasenplatz, sodass vor einer proppenvollen Tribüne gespielt werden konnte. Insgesamt freuten sich die Biebricher über rund 550 Fans, die auch ordentlich die Kassen gefüllt haben dürften. Auch wenn einige nicht löhnten – denn ein paar sogenannte Zaungäste gab es eben auch.
Ordentlich Bares in die Kassen gespült haben dürften auch Hunderte Brat-, Rind – und Currywürste sowie Pommesberge, die vom ehrenamtlichen Personal erstaunlich schnell an den Mann oder die Frau gebracht wurden. Ganz zu schweigen von den unterschiedlichsten Kaltgetränken, für deren Ausgabe selbst Vereinschef Heinz-Jürgen Hauzel fast pausenlos im Einsatz war.
Die Stimmung unter dem Gros der stattlichen Zuschauerkulisse sollte sich bereits wenige Sekunden nach dem Anpfiff ordentlich aufgehellt haben. Denn in rekordverdächtigen 15 Sekunden traf Sturmtalent Niko Puchalla eiskalt per Kopf in Knipsermanier zum 1:0 für die „Blauen“. Und wer war der Vorlagengeber? Eine weitere Nachwuchshoffnung, die es in die „Erste“ der 02er geschafft hatte: Niclas Siefert. Überhaupt der 18-Jährige – der Mittelfeldspieler überzeugte nicht nur als kongenialer Sturmpartner. Nein, er war auch sofort hinten, um die Abwehr-Dreierkette zu unterstützen. So wie in der 10. Spielminute, als er dem gefährlichen Offensivmann der Gäste, Daniel Rudi, in allerletzter Sekunde den Ball weg spitzelte.
Frauensteins Trainer schwärmt von Ex-Schützling
Apropos Daniel Rudi: Von dem beidfüßigen 21-Jährigen, der mehrere gute Szenen hatte, und mit einem Pfostenkracher in der Schlussphase – allerdings bei 2:0-Führung der Platzherren – das Ziel um Haaresbreite verfehlt hatte, schwärmt weiterhin Michael Klinkhammer, der Trainer vom SV Frauenstein. Obwohl er Rudi 2024 von seinem Kreisoberligisten zum frisch gekürten Verbandsligisten hatte ziehen lassen müssen. Natürlich zeigt Klinkhammer, aufmerksamer Beobachter des Stadtderbys, Verständnis für dessen Weiterentwicklung und bemerkte stolz zu seinem Offensivschwung: „Das kann eben nur der Rudi so machen.“
Für den Dreier im Stadtderby zeichnen aber noch weitere Talente der „Blauen“ verantwortlich: Von Anfang an aufgeboten hatte 02-Cheftrainer Nazir Saridogan in der Abwehrkette auch Saefudin Oukouiss. Später brachte er noch Gero Herranz (beide 19). Alles bekanntlich frisch gebackene A-Junioren-Hessenpokalsieger nach einem fulminanten 4:2-Sieg über Eintracht Frankfurt.
Die Gemütslage vor allem beim Gros der Fans, die es mit den 02ern hielten, blieb jedenfalls heiter und optimistisch. Wie auch bei Andrea Jekeli, Freundin von 02-Torwart Paul Reichold (25), der allerdings wegen eines „blauen Fingers“ auf der Bank ausharren musste: „Die Stimmung ist gut, denn wir gewinnen“, war sich Jekeli, mit ihrer Freundin Victoria Niedermeier mitfiebernd, bereits sicher. Und sollte recht behalten.