2024-05-29T12:18:09.228Z

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Die Baller League bot durchaus sehenswerten Fußball, aber eben auch viel Show und Nebenschauplätze.
Die Baller League bot durchaus sehenswerten Fußball, aber eben auch viel Show und Nebenschauplätze. – Foto: Sascha Köppen

Baller League: Das denken die FuPaner am Niederrhein über das Format

Die erste Saison der Baller League ist Geschichte. Wir fassen das Pro und Contra der User von FuPa Niederrhein, das wir bei Euch abgefragt haben, zusammen.

Am Montagabend ist die erste Saison der Baller League zu Ende gegangen. Was die reinen Zahlen anbetrifft, so war das Spektakel für die Veranstalter fraglos ein Erfolg: sechsstellige Aufrufzahlen in den Streams, eine volle Halle beim Final Four, üppige Einnahmen von großen Sponsoren. Doch was war letztlich gut, und was weniger? Und vor allem: Wie kommt das Format im etablierten Amateurfußball an?

Positiv ist sicherlich, dass die Baller League vielen Spielern aus dem Amateurfußball ein Podium bietet, das sie sonst kaum gehabt hätten. Auch die frischen Ansätze, sich die Regeln ein wenig selbst zu machen, könnten sicher ein Vorbild sein, wenn es mancherorts nicht mehr gelingt, genügend Zuschauer für ein Hallenturnier zu erwärmen. Die Organisatoren haben dem Treiben einen frischen Anstrich verpasst, mit dem sich der von Verbänden organisierte Sport nun einmal traditionell etwas schwertut. Da waren Lukas Podolski und Mats Hummels als Initiatoren sicherlich erfolgreich.

Nicht nur positive Aspekte

Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch Kritikpunkte. Wer sich beim Final Four etwa am Montag rund fünf Stunden in der Halle aufhielt, sah letztlich 90 Minuten Entscheidungsspiele - und viel Drumherum, das sicher entbehrlich war. Der zentrale Vorwurf, der von den Vereinen kommt, ist ebenfalls nachvollziehbar. Sie verpflichten Spieler, zahlen gutes Geld, damit diese dann an einem anderen Format teilnehmen, sich dort womöglich verletzten und die Saisonziele in Gefahr bringen. Dass es dort Gespräche geben muss, liegt in der Natur der Sache, soll keine Front gegen neue Formate aufgebaut werden. Denn die Icon League von Toni Kroos steht je ebenfalls schon in den Startlöchern. Und wer nicht in der Welt der Influencer zu Hause ist, der sieht manchmal schon das eine oder andere Fragezeichen, wenn er dem Geschehen folgt.

Das denken die FuPaner

Wir haben aber kürzlich eine Umfrage gestartet, weil wir wissen wollten: Wie sehen die FuPaner am Niederrhein die Baller League? Spannend ist dabei erstmal: Die Altersstruktur derer, die sich daran beteiligt haben, ist absolut homogen, und fast zwei Drittel der Befragten haben sich schon einmal ein Spiel der Baller League angesehen. Liest man dann jedoch, was die Befragten von dem Format halten, so stellt man fest, dass die Baller League doch arg polarisiert.

Unter den Fürsprechern liest man etwa Kommentare wie:

  • "Interessantes Format, welches nicht in direkter Konkurrenz zum traditionellen Fußball steht, sondern einen neuen Markt und neue Zielgruppen bedient."
  • "Ich gucke immer mal wieder rein und finde die Baller League eine gute Abwechslung zum normalen Ligabetrieb. Gute Produktion und kostenlos. Spricht besonders die jüngere Zielgruppe an, was mir gut gefällt, da viele Vereine Probleme haben, Nachwuchs zu bekommen. Aus meiner Sicht eine große Chance für den Amateurfußball."
  • "Es macht tatsächlich Spaß und die Liga wird sich noch entwickeln. Die negative Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Die Jungs, die dort zocken, lieben den Fußball und würden auch in ihrer Freizeit in die Soccerhalle oder vielleicht auch anderen verletzungsgefährdenden Aktivitäten nachgehen, dort ist die Gefahr ohne Schiedsrichter doch deutlich größer."
  • "Wer die Baller League gesehen hat, wird gemerkt haben, dass es dort ehrgeizig, aber sehr fair zugeht."
  • "Freizeitfußball als Alternative zum normalen Fußball. In enger Absprache mit dem aktuellen Verein finde ich den Einsatz von Amateurspielern ok."
  • "Cooles Format mit ansprechenden Regeln. Vor allem die Mischung aus Fußball und Social Media macht es spannend. Lockt jedenfalls eine Menge Publikum (auch keine Fußballfans). Kann meiner Meinung nach sogar den Amateurfußball an sich stärken, indem sich jugendliche Zuschauer, die sich sonst nur nach der Schule auf YouTube/Twitch rumtreiben, bei einem Verein in der Nähe anmelden. Sport frei."

So sehen allerdings längst nicht alle Kommentare aus, die negativeren Beurteilungen halten sich insgesamt in etwa die Waage. Denn andere User hinterließen bei uns auch Kommentare wie:

  • "Braucht kein Mensch - Zirkus-Veranstaltung"
  • "Ein Social-Media-Wettbewerb für Selbstdarsteller und solche, die es werden wollen."
  • "Die Idee an sich ist nicht verkehrt, aber leider zu viel Kommerz und zu viel 'Gelaber' von Influencern & Co. Der 'richtige' Fußball entfremdet sich immer mehr von der Basis, aber die Baller League findet die Basis auch nicht wirklich. Auch wenn die Zeiten sich verändern, es geht immer nur um Geld und noch mehr Geld. Der 'Normalverbraucher' hat bald keinen Spaß mehr an den Millionären..."
  • "Die Baller League braucht keiner, hat nichts mit traditionellem Fußball zu tun."
  • "Blödsinn! Einmal geguckt, danach nicht mehr. Es ist ein Zeitvertreib für alternde Stars, nicht mehr. "
  • "Leider absolutes Unverständnis. Aber da wird es spätestens zur nächsten Saison klare Regeln geben, das kann ja nicht so weiter gehen."

Es gibt Gesprächsbedarf

Beide Seiten eint aber der Tenor, dass es in Zukunft klare Regeln braucht, wann die Spieler beides parallel machen dürfen und unter welchen Bedingungen dies abläuft. Prinzipiell hat aber auch ein User Recht, der anmerkt, dass es sich eigentlich nur um eine Freizeitliga handelt, die anders als andere eben promotet wird. Doch an dem Punkt, wo es sich um Spieler handelt, die bei ihrem Stammverein nicht für ein Essen nach dem Spiel und eine Mannschaftsfahrt im Sommer spielen, muss das Ganze sicherlich noch einmal von der anderen Seite betrachtet werden. Es bleibt jedenfalls spanend, wie sich das Ganze weiter entwickeln wird.

Aufrufe: 016.4.2024, 23:03 Uhr
Sascha KöppenAutor