So waren die Gäste in der ersten Halbzeit zumeist mindestens ebenbürtig, zeitweise sogar gefährlicher. Obgleich drei Tore fielen, ereignete sich der Großteil des Duells zwischen den Strafräumen. Der HSV Langenfeld tat sich schwer und wirkte gegen engagierte Außenseiter lange fahrig. Ob der kleinen Ergebniskrise in der Bezirksliga hatte sich doch Verunsicherung eingestellt. Übungsleiter Schornstein bestätigte den Einfluss des Saisonverlaufs und erläuterte zudem, seine Auswahl auf vielen Positionen verändert zu haben. „Wir haben das ohne Angst vor Qualitätsverlust gemacht“, berichtete er, betonte aber auch die dadurch fehlende Abstimmung.
Angreifer Gianluca Gagliardi tat sich bei seinem Startelfdebüt früh hervor: Er setzte GSV-Keeper Ardi Ukaj im Fünf-Meter-Raum unter Druck, sodass er den Befreiungsschlag sogar erreichte – derBall aber ging nur zur Ecke (5.). In der Folge war jedoch nur der Kreisligist gefährlich. Eine Ecke segelte noch ohne Abnehmer durch den Strafraum, als Warnung hätte sie allerdings dienen sollen. Denn kurz darauf erreichte eine erneute Hereingabe wieder den zweiten Pfosten, wo Youssef Messoudi den Ball verwertete (25.).
Einzig währte die Freude über das 1:0 nicht lange, da ein Ballverlust am Sechzehner der Gäste HSV-Stoßstürmer Ahmed El Morabiti ins Spiel brachte, der humorlos aus zentraler Position links unten einnetzte (27.). Kurz vor der Pause reichte den Gastgebern dann ein guter Angriff, um die Partie zu drehen: Maurice Herriger setzte sich links durch, zog nach innen, schloss trocken ab, und Ukaj konnte nur nach vorne abwehren – dort staubte Gian Schumann ab (44.).
In der Pause wechselte Schornstein notgedrungen dreifach. Insbesondere die Hereinnahme von Innenverteidiger Christopher Dietz stabilisierte seine Hintermannschaft deutlich. Der HSV war nun überlegen, erlaubte dem Gegner kaum Zugriff und belohnte sich: Herriger kam eine verunglückte Abwehraktion des GSV zupass, an deren Ende er das Spielgerät aus 16 Metern ungestört und unhaltbar in die Maschen wuchtete (62.). Schornsteins Elf hatte nun Chancen im Zehn-Minuten-Takt, nutzte aber keine. Einmal setzte Mohamed Sinouh Schumann in Szene, der per Kopf freistehend vergab, ein anderes Mal erlief Rizzelli den Ball, und wieder scheiterte Schumann aus spitzem Winkel allein vor dem Tor.
So gelang dem GSV der Anschlusstreffer nach Ecke durch Pierre Francke. Er kam zwar zu spät (90.+4), nervte Schornstein aber mächtig: „Das erste und das zweite Gegentor ärgern mich – das sind Tore, die nicht fallen müssen“, sagte er, der sein Augenmerk kurz darauf bereits Sparta Bilk am Sonntag widmete.