2026-05-06T12:44:31.715Z

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ATSV Erlangen: Skeraj vorzeitig entlassen, Kapitän Markert wirft hin

Vor dem letzten Spieltag überschlagen sich die Ereignisse beim Bayernligisten

von Mathias Willmerdinger · Heute, 11:15 Uhr · 0 Leser
Ende beim ATSV Erlangen: Shqipran Skeraj (li.) und Lucas Markert.
Ende beim ATSV Erlangen: Shqipran Skeraj (li.) und Lucas Markert. – Foto: Ernst Blank

Einen Spieltag vor Saisonende in der Bayernliga Nord überschlagen sich die Ereignisse beim ATSV Erlangen. Vereinslegende Shqipran "Chippo" Skeraj, der sich ohnehin in Kürze im Sommer verabschiedet hätte, ist vor den finalen 90 Minuten von seinen Aufgaben entbunden worden. Jochen Strobel und Normann Wagner, die beide gleichberechtigt eigentlich erst zur kommenden Saison ihren Job hätten antreten sollen, übernehmen sofort. Damit aber nicht genug: Im Zuge der Skeraj-Entlassung hat auch Kapitän Lucas Markert seinen Dienst beim ATSV mit sofortiger Wirkung quittiert und gehört nicht mehr zum Kader.

Auf seinem Facebook-Profil hat Skeraj seine Entlassung am gestrigen Montag öffentlich gemacht. Der 40-Jährige schreibt: "Nach intensiven Gesprächen hat der Verein sich entschieden, dass für die letzten Spiele ein neuer Impuls gesetzt werden soll und ich nicht mehr Trainer von ATSV bin. Natürlich fällt mir diese Entscheidung alles andere als leicht und ich wäre den Weg bis zum Ende der Saison gerne gemeinsam mit der Mannschaft gegangen. Umso enttäuschender ist es für mich persönlich, die gemeinsame Zeit in dieser schwierigen Phase zu beenden." Ingesamt über zwölf Jahre war "Chippo" erst als Spieler, dann als Trainer für den ATSV aktiv. Das abrupte Ende nimmt ihn mit. Auch Co-Trainer Mauris Dransfeld muss sofort seinen Hut nehmen.

Talfahrt im Frühjahr: Shqipran Skeraj ist nicht mehr Trainer des ATSV Erlangen.
Talfahrt im Frühjahr: Shqipran Skeraj ist nicht mehr Trainer des ATSV Erlangen. – Foto: Wolfgang Zink


In der Frühjahrsrunde lief es für die Erlanger überhaupt nicht nach Wunsch. Nur zwei Siege aus 13 Partien haben den ATSV auf einen Abstiegs-Relegationsplatz abrutschen lassen. Zuletzt setzet es eine bittere 2:3-Niederlage bei der Profireserve des SSV Jahn Regensburg. Am letzten Spieltag steht der ATSV damit mit dem Rücken zur Wand. Ein Heimsieg gegen die SpVgg Bayern Hof muss her und dann brauchen die Erlanger zudem Schützenhilfe, soll das mit dem direkten Klassenerhalt noch was werden.





FuPa hat bereits beim Verein nachgefragt bezüglich der Entwicklung, der ATSV Erlangen möchte sich aber erst im Laufe des Dienstags dazu äußern. Lucas Markert begründet seinen Schritt, den ATSV mit sofortiger Wirkung zu verlassen, wie folgt: "Mir fehlen auch noch so ein wenig die Worte. Mir hat in den vergangenen Wochen und Monaten einfach die Wertschätzung seitens des Vereins gefehlt. Man hätte auch mit mir als Kapitän reden können und mich fragen können, was ich zur sportlichen Situation sage. Aber da hat sich niemand gemeldet. Aus Solidarität mit "Chippo", dem ich extrem viel zu verdanken habe, habe ich mich dazu entschieden, den Verein mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Ich möchte betonen: Das hat nichts mit der Mannschaft zu tun! Ich wünsche den Jungs nur das Beste und bin überzeugt, dass sie die Qualität haben, auch ohne mich den Klassenerhalt zu schaffen."

Damit hat sich auch der dritte Markert binnen weniger Monate vom ATSV verabschiedet. Papa Jörg, der den Verein in den vergangenen Jahren wir kaum ein Zweiter prägte, zog sich Ende des vergangenen Jahres als Sportlicher Leiter zurück. Bruder Florian wechselte in der Winterpause zur SpVgg Bayreuth. Was Lucas Markert zukünftig fußballerisch macht, darüber will er sich in seinem in Kürze anstehenden Urlaub in Ruhe Gedanken machen.