2024-04-16T09:15:35.043Z

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Spannende Vita: Marith Müller-Prießen.
Spannende Vita: Marith Müller-Prießen. – Foto: Chris Verheyen

Athletik-Training bei der Champions-League-Siegerin

Marith Müller-Prießen blickt auf eine erfolgreiche Laufbahn als Profifußballerin zurück. Jetzt will sie Kinder gezielt fördern.

Weltmeisterin (2010 mit der deutschen U 20-Juniorinnen-Auswahl), Champions-League-Siegerin (2015 mit dem 1. FFC Frankfurt), DFB-Pokalsiegerin (2009 und 2010 mit dem FCR Duisburg) – Marith Müller-Prießen kann eine beeindruckende sportliche Vita vorweisen. Schon mit 15 Jahren debütierte sie in der Frauen-Bundesliga.

Trotz dieser bemerkenswerten Erfolge blieb der Wachtendonkerin, die aktuell ihre aktive Laufbahn beim Regionalligisten SV Walbeck ausklingen lässt, der Sprung in die A-Nationalmannschaft stets verwehrt.

„Man hat mir immer mangelnde Athletik vorgeworfen. Dieses angebliche Manko ist mir förmlich hinterhergelaufen“, sagt sie. „Deshalb ist es mir heute ein echtes Bedürfnis, junge Fußballer besser zu machen und meine ganze Erfahrung einbringen, um sie auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln.“

Jetzt Trainerin

Marith Müller-Prießen hat sich viel Fachwissen angeeignet, um künftig als Trainerin arbeiten zu können. Die 33-Jährige hat die Trainer-B-Lizenz erworben und könnte damit beispielsweise auch bei einer Männermannschaft in der Oberliga an der Linie stehen. Außerdem ist sie ausgebildete Fitness-Trainerin mit der Spezialisierung „Athletiktraining Fußball“.

„Technische Fähigkeiten am Ball alleine reichen nicht aus, um auf dem Fußballplatz eine gute Figur zu machen und ein Spiel zu gewinnen. Vieles steht und fällt mit der physischen Verfassung einer Mannschaft und der Fähigkeit, über die gesamte Spieldauer mit dem Gegner körperlich mithalten zu können oder ihm sogar überlegen zu sein“, sagt sie und weiß das aus eigener Erfahrung.

„Athletiktraining wird im Amateursport oft vernachlässigt, hat mich jedoch als Profispielerin stets begleitet“, sagt sie. Im Gesundheitszentrum Krügerhof in Straelen bietet sie individuelles und altersgerechtes Training für Mädchen und Jungen im Alter ab sechs Jahren an, um den Nachwuchs in Sachen Explosivität, Stabilisation, Schnellkraft und Koordination zu fördern und zu verbessern.

Grundlagen schaffen

„In erster Linie geht es darum, mit fußballspezifischen Trainingseinheiten Grundlagen zu schaffen und dabei Spaß zu haben“, sagt sie. „Wir bilden Gruppen mit bis zu vier Teilnehmern. Eine Einheit dauert jeweils eine Stunde.“ Zu ihren Schützlingen gehören Toni und Felix, zwei zehnjährige Nachwuchskicker aus des SV Straelen. Die beiden Jungs sind von der Plyometrie, einer speziellen Art des Schnellkrafttrainings, begeistert. Nach 15 Minuten ist Trinkpause. „Ja, das ist schon anstrengend, aber macht echt Spaß“, sagen sie mit hochroten Gesichtern und Schweißperlen auf der Stirn.

„Das beste Lernalter ist zwischen sieben und neun Jahren“, sagt die Trainerin. „Bestimmte Voraussetzungen gibt es zwar nicht. Aber etwas Talent und Motivation sind natürlich immer von Vorteil.“ Für Toni und Felix geht es weiter im Programm: Dribbling und Finten, Ball sichern, passen und Zielschießen. „Die Kinder sollen neue Bewegungsmuster lernen, die ihnen auf dem Platz helfen. Dafür gebe ich Tipps und Tricks“, sagt die Trainerin.

Dann ist Schluss. Toni und Felix sind erschöpft, aber glücklich. Marith Müller-Prießen muss schnell ihre Tasche packen. Schließlich wird sie pünktlich zum Training des SV Walbeck erwartet.

Aufrufe: 015.2.2024, 20:00 Uhr
RP / Heinz SpützAutor