2024-06-21T12:12:50.142Z

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Gibts doch noch ein Happy End? Die Habacher (v. l. Maximilian Panholzer, Maximilian Nebl und Maximilian Kalus) wollen den Schwung der vergangenen Wochen in die entscheidenden Duelle gegen Sulzemoos mitnehmen.
Gibts doch noch ein Happy End? Die Habacher (v. l. Maximilian Panholzer, Maximilian Nebl und Maximilian Kalus) wollen den Schwung der vergangenen Wochen in die entscheidenden Duelle gegen Sulzemoos mitnehmen. – Foto: A. mayr

ASV Habach freut sich auf Relegation in Sulzemoos: „Die waren gleich sympathisch“

BEZIRKSLIGA - ASV Habach heute im Hinspiel der Relegation beim SV Sulzemoos

Nach einer furiosen Aufholjagd geht es für die Habacher in die Relegation zum Klassenerhalt der Bezirksliga. ASV Coach Vogt will mindestens ein Remis.

Habach – Von dem Moment an, in dem sie das Hinterzimmer der Pizzeria in Schäftlarn betraten, fanden sie direkt zueinander. Die Habacher und die Sulzemooser Delegationen. „Die reden Bairisch, die waren gleich sympathisch“, sagt Markus Vogt, der Trainer des ASV. Die sieben Männer der beiden Vereine setzten sich an einen Tisch und verfolgten die Auslosung der Bezirksliga-Relegation.

Beide Klubs wussten, wen es zu vermeiden galt. Haidhausen hieß der Angstgegner des SVS, in Habach wollten sie auf keinen Fall nach Eichstätt, wegen der Fahrt von zwei Stunden. Irgendwann zog Spielleiter Hans Mayer die Namen der beiden Vereine und besiegelte das Duell der neu gewonnenen Freunde, die doch noch herrlich wenig über sich wissen vor dem Hinspiel am heutigen Mittwoch in Sulzemoos (19 Uhr). „Ich bin total blank“, sagte Markus Vogt am Dienstagmittag.

Von der Aufholjagd in die Relegation

Aber das hat sich geändert. Der Trainer zapfte seine Quellen an, ließ sich von einem befreundeten Trainer unterrichten über dieses spielerisch und technisch starke Team aus dem Landkreis Dachau (siehe Kasten) und wie man es womöglich bezwingen kann. In Habach haben sie alle Kräfte aufgewendet, um überhaupt in diese zwei Endspiele zu gelangen. Da blieb keine Kapazität mehr, um die möglichen Gegner präzise zu scannen. Sie haben bis zuletzt nicht gewusst, ob ihre Aufholjagd belohnt wird. Erst in der 80. Minute gegen Denklingen schnappte Vogt auf, was ein Zuschauer sagte: Murnau führt, Penzberg führt. Habach ist in der Relegation.

Vor dem Spiel habe auch „ich einen Druck in mir verspürt“, sagt der Coach. Wie die ganze Mannschaft. Auf der Suche nach den Vorteilen des ASV in diesen K.o.-Spielen, dürfte das sein größter sein: Seit vier Wochen meistert diese Mannschaft das mentale Duell mit sich selbst. „Das macht was mit uns. Das ist drin in dir, das darf man nicht rausnehmen“, sagt Markus Vogt. Sie haben Ende April den Modus gewechselt und in den Überlebenskampf geschaltet. Das war selbst am vergangenen Samstag zu spüren. Habach, bekannt für große Partys, freute sich gedämpft, manche Spieler waren früher als sonst zu Hause. „Da ging schon die Vorbereitung für Mittwoch los“, sagt Markus Vogt.

ASV Habach: Der Relegations-Dino

Der zweite große Trumpf des ASV ist seine Erfahrung. Kein Team der Gegend dürfte so oft in der Relegation gestanden haben. Das geht bei Stammkräften wie Maximilian Feigl oder Felix Habersetzer an und zieht sich bis zum Coach durch. Markus Vogt erinnert sich etwa an den Aufstieg in die Kreisliga vor zwei Jahrzehnten, als er in einem Entscheidungsspiel mal das 1:0 gegen Altenstadt schoss. Auch den Fall zurück in die Kreisklasse via Endspiel in Bad Heilbrunn hat er mitgemacht. Mit ihm standen viele Väter seiner heutigen Kicker auf dem Feld, Habersetzer, Baumgartner, Wagner und wie sie alle hießen. Die Relegation ist Teil des Habacher Erbguts. „Es ist gut, wenn da eine Wiedererkennung im Kopf da ist“, findet der Trainer. Sie wissen, wie sich das anfühlt, die vielen Gäste, die fremden Gegner, das Knistern, die Trommeln, die Fangesänge. „Ich finde es immer geil. Das ist was Spezielles, wenn du die Chance kriegst“, sagt Vogt über die Relegation.

Zuletzt ist da der Heimvorteil. Ein Rückspiel in Habach, die Entscheidung vor den eigenen Leuten. Dazu kommt es, weil die Anlage des ASV kein Flutlicht hat, ein Spiel am Mittwochabend also ausfällt. „Ist total gut“, findet der Coach. Auch weil dem Verein ein paar Tage mehr für die Organisation bleiben. Bereits am Montag saßen die Funktionäre drei Stunden zusammen und planten. Am Dienstag schwitzten die Fußballer für eine Stunde an, hinterher besprachen sie den Plan für heute. Ohne zu viel zu verraten: Man wird ein kompaktes, überlegendes, defensiv eingestelltes Habacher Team erleben. Ziel sei ein „gutes Ergebnis“. Was das bedeutet: „Mindestens ein Unentschieden. Aber wir sind Fußballer, wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ (ANDREAS MAYR)

Aufrufe: 022.5.2024, 08:30 Uhr
Andreas MayrAutor