2024-02-28T09:51:25.667Z

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Bernhard Görg hat seine Bereitschaft erklärt, beim Oberligisten Sportfreunde Siegen kommissarisch den Finanzvorstand zu übernehmen.	Foto: Frank Steinseifer
Bernhard Görg hat seine Bereitschaft erklärt, beim Oberligisten Sportfreunde Siegen kommissarisch den Finanzvorstand zu übernehmen. Foto: Frank Steinseifer

Sportfreunde erhalten grünes Licht

Siegen geht in die Oberliga-Saison 2018/19 - Weiterhin Lücke im Etat - Görg übernimmt kommissarisch den Finanzvorstand

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Der Traditionsverein Sportfreunde Siegen scheint zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte eine Insolvenz zu überstehen. Nachdem die Deckungslücke des Gesamtetats der Oberliga-Saison 2018/19 in Höhe von 750 000 Euro vor drei Wochen noch bei 75 000 Euro gelegen hatte, gibt es derzeit nur noch ein Minus von knapp 40 000 Euro. Diese neue Finanzsituation hat den Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering von der Kölner Kanzlei Niering-Stock-Tömp dazu veranlasst, grünes Licht für die kommende Spielzeit zu geben.

Im Gespräch mit FuPa Südwestfalen erläuterte der für das Verfahren in Siegen zuständige Kanzlei-Mitarbeiter, Dipl. Kaufmann Bernhard Görg: „Wir haben uns entschieden, dass wir in die Saison starten. Vier Wochen vor dem ersten Saisonspiel beträgt die Lücke zu einem komplett gedeckten Etat nur noch acht Prozent. Die Lücke ist jetzt so klein, dass wir uns sicher sind, den Fehlbetrag noch durch Sponsoren aufbringen zu können.“

Görg machte nochmals deutlich, dass der Fehlbetrag keine „Altlasten“ sind, sondern ein verhältnismäßig kleines Minus im Etat für die kommende Spielzeit. „So gut und so früh wie jetzt haben die Sportfreunde ihre Etat-Planungen noch nie in den vergangenen 20 Jahren beisammen gehabt“, betonte Görg, der das neue Credo nochmals auf folgende Formel brachte: „Der Verein Sportfreunde Siegen wird in Zukunft mit dem wirtschaften was zuvor eingenommen wurde und darf nicht mehr das im Laufe einer Saison erwirtschaften müssen, was er braucht.“

Grundsätzlich hält der Insolvenzverwalter an dem Ziel fest, nur mit einem komplett gedeckten Finanzetat in die kommende Saison zu gehen. Nachdem zu den rund 80 Geldgebern in den vergangenen drei Wochen fünf Neuverträge hinzugekommen sind, stehen in den nächsten vier Wochen weitere Sponsorengespräche mit einem knappen Dutzend Partnern auf der Terminliste von Bernhard Görg, dem Vereinsvorsitzenden Roland Schöler und dem im Verein für Marketing zuständigen Dr. Dieter Schmitz.

Görg: „Es wird den Beteiligten im Verein so langsam klar, dass eine Sponsorensuche und auch die Arbeit an einem Imagewandel nicht die Aufgabe einer Person ist, sondern der gesamten Vereinsführung“. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es, den Verein auf eine möglichst breite Unterstützer-Ebene aufzustellen. Görg: „Wir wollen viele Geldgeber gewinnen, die für 5 000 Euro einen vorzeigbaren Gegenwert erhalten.“ Der Insolvenzverwalter setzt in den nächsten vier Wochen nicht nur auf eine erfolgreiche Sponsoren-Akquisition, sondern auch auf die Zuschauereinnahmen aus dem Freundschaftsspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Samstag, 21. Juli (15 Uhr), im Leimbachstadion. „Eingepreist“ in die Etatplanung sind 2000 Zuschauer – alles andere wäre „über den Durst“.

Natürlich wären die Sportfreunde, sollte die Deckungslücke von 40 000 Euro noch bis zum Saisonstart geschlossen werden können, dann immer noch nicht „gerettet“. Erst auf der Basis eines gedeckten Etats gibt es nochmals Abstimmungsbedarf mit den Gläubigern und dem Finanzamt, zudem wird erst dann ein Insolvenzplan aufgestellt, dem dann auch noch die Mitglieder des Vereins zustimmen müssen. In dem Zusammenhang hatte Bernhard Görg dann noch eine durchaus überraschende Nachricht: „Ich habe meine Bereitschaft erklärt, bei den Sportfreunden kommissarisch den Finanzvorstand zu übernehmen, solange bis ein Verantwortlicher von den Mitgliedern gewählt worden ist.“

Aufrufe: 015.7.2018, 22:30 Uhr
Frank SteinseiferAutor