
Siegburg 04 — Bergisch Gladbach 09 0:1 (0:0). Die Leistung stimmte, das Ergebnis nicht. Gleich zum Saisonauftakt bekamen die Mittelrheinliga-Fußballer des Siegburger SV 04 die ganze „Brutalität” ihres Sports zu spüren: Während die 04er selbst zahlreiche Großchancen liegen ließen, nutzte der Rivale aus Bergisch Gladbach seine einzige wirklich gute Möglichkeit gnadenlos aus. In der 74. Minute war es Metin Kizil, der im Anschluss an einen Eckball — sträflich freigelassen — das goldene Tor des Nachmittags erzielte. „Das Resultat ist wirklich bitter”, sagte SSV-Trainer Kinan Moukhmalji, „wir hätten den Sieg eindeutig mehr verdient gehabt.” Seine Elf habe den Matchplan „hervorragend umgesetzt” und „eigentlich alles richtig gemacht”.
Eigentlich. Denn vor dem gegnerischen Tor ließen die Siegburger die nötige Konsequenz vermissen. Die größte Chance der Partie vergab Zakaria Harrach: Nach einem Querpass von Julian Fälber war Gästekeeper Michael Cebulla bereits geschlagen, doch der 25-jährige Siegburger Angreifer traf aus kurzer Distanz nur das Außennetz (25.). Nach dem Wechsel setzte sich der Chancenwucher fort: Christopher Mai (2), Glody Ngyombo und Fabian Welt hatten jeweils die Chance zur Führung, ehe das Tor auf der anderen Seite fiel. In der Nachspielzeit hätte es dennoch beinahe für ein Happy End gereicht, doch ein Schuss von Blerton Muharremi wurde von einem Gästespieler auf der Torlinie geklärt.
Viktoria Arnoldsweiler — FC Hennef 05 1:3 (1:0). Wohl dem, der über solch eine Reservebank verfügt. Im Duell bei Viktoria Arnoldsweiler konnte sich der Hennefer Trainer auf seine Einwechselspieler verlassen. Während Sven Brand mit zwei verwandelten Foulelfmetern den frühen Rückstand (4.) in eine 2:1-Führung umwandelte (68./77.), sorgte Takahiro Higa für die Entscheidung (79.). Beide Akteure waren zur Halbzeit eingewechselt worden und sorgten spürbar für Belebung. „So etwas wünscht man sich als Trainer natürlich”, sagte Glatzel.
Er hatte einen holprigen Start seiner Elf gesehen, die sich schwertat gegen einen tief stehenden Gegner. Bereits nach vier Minuten musste man den ersten Rückschlag einstecken: Nach einem Foul von Gäste-Verteidiger Burak Mus entschied der Referee auf Elfmeter; Stamatis Chouliaras trat an und traf zum 1:0. Hennef verzeichnete anschließend ein Chancenplus, konnte den Pausenrückstand aber nicht verhindern.
Dann kamen Brand und Higa — und Hennef wurde noch dominanter. „In der zweiten Halbzeit hat nur noch eine Mannschaft gespielt — und das waren wir”, sagte Glatzel. Kurz nachdem Viktoria-Spieler Stefan Ristovski wegen Ballwegschlagens Gelb-Rot gesehen hatte (62.), zeigte der Unparteiische nach Foul an André Klug erneut auf den Punkt: Brand bewies Nervenstärke und erzielte das 1:1.
Kurz darauf setzte der Torschütze seinen Teamkollegen Higa glänzend in Szene, der ebenfalls nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Die Konsequenz: wieder Gelb-Rot für Arnoldsweiler und wieder Elfmeter für Hennef. Erneut übernahm Brand die Verantwortung und ließ Viktoria-Keeper Simon Ahrens keine Chance — 2:1. In doppelter Überzahl hatten die 05er anschließend leichtes Spiel, sodass Higa nach einer Flanke von Mus auf 3:1 erhöhte.