2024-05-29T12:18:09.228Z

Turnier
Neben dem Wanderpokal durfte sich der Heeslinger SC noch über 2000 Euro an Siegprämie freuen. Der Oberligist zog wie der Finalgegner ESC Geestemünde erst mit dem letzten Gruppensieg ins Endspiel ein, das alles bot, was sich Fußballfans wünschen. Foto: Volker Schmidt
Neben dem Wanderpokal durfte sich der Heeslinger SC noch über 2000 Euro an Siegprämie freuen. Der Oberligist zog wie der Finalgegner ESC Geestemünde erst mit dem letzten Gruppensieg ins Endspiel ein, das alles bot, was sich Fußballfans wünschen. Foto: Volker Schmidt

Premieren-Sieg in der Seestadt

Oberligist Heeslinger SC gewinnt 22. Neujahrs-Turnier und darf sich über 2000 Euro Siegprämie freuen - 4:3-Sieg gegen Veranstalter ESC Geestemünde - LTS-Spieler Jan-Niklas Kersten trifft 15 Mal

BREMERHAVEN. Der Oberligist Heeslinger SC gewann das 22. Neujahrsturnier des ESC Geestemünde nach einem dramatischen Finale in der Stadthalle gegen den Veranstalter ESC, der bis 46 Sekunden vor Schluss nach der 3:2-Führung von Bruno da Silva Oliveira schon eine Hand am großen Wanderpokal hatte. Doch die Niedersachsen schlugen durch Can Ercan und Torjäger Malik Gueye zurück und feierten danach am gestrigen Sonntag vor 700 Zuschauern in der Stadthalle den Premieren-Titel. Beide Finalisten kamen nicht gut ins Turnier und schossen sich jeweils erst in den letzten Gruppenspielen noch ins Halbfinale.

Die Heeslinger stürzten Titelverteidiger FC Oberneuland mit dem 3:2-Sieg vom Thron, der zuvor schon mit 1:3 gegen die stark auftrumpfende Leher TS von Trainer Dennis Ley verloren hatte. Der ESC konnte sich vor der letzten Partie beim TB Uphusen bedanken, der die SV BW Bornreihe mit 3:0 besiegte. So reichte der Elf von Stefan Schlie ein „dreckiger“ Sieg gegen den Bezirksligisten SC Lehe Spaden, der ein sehr gutes Turnier spielte und sich selbst mit einem Sieg gegen den ESC ins Halbfinale hätte schießen können. Doch der Bremenligist behielt die Nerven und ging durch Neuzugang Philip Schöne-wolf vom Oberligisten VfL Oythe in Führung. Der Stürmer wurde als Ersatz für Tim Klowat verpflichtet, der zum Bremer SV gewechselt ist. Jannis Leu machte per Doppelpack den Einzug ins Semifinale perfekt.

„Wir haben nicht so gut gespielt und müssen nach dem Turnierverlauf zufrieden sein. Mit sechs gewonnen Punkten in einer Fünfergruppe weiter zukommen, war ein Geschenk von uns. Danach haben wir uns gesammelt und besser gespielt“, fasste ESC-Trainer Stefan Schlie den Auftritt seiner Mannschaft zusammen.

Beide Halbfinalspiele waren dramatisch und endeten nach Neunmeterschießen: Zunächst gewann der Heeslinger SC mit 3:2, nachdem es in der 15-minü-tigen Partie nach Toren von Sven Tomelzick und Burak Yigit 1:1 gestanden hatte. Im zweiten Semifinale schoss Gökhan Yücel die Leher TS in Führung, die bis dato alle fünf Gruppen- und vier Endrundenspiele gewonnen hatte. Doch Mert Tayircik und Florian Beck drehten den Spieß zur 2:1-Führung um, bevor Julian Bünting 23 Sekunden vor Schluss das 2:2 gelang. LTS-Spieler Max Schümann schoss den ersten Neunmeter über den Querbalken von Torhüter Lukas Katarius. Danach trafen Schönewolf, da Silva Oliveira und Ali Moussa für den ESC; für LTS Yücel und Jan-Niklas Kersten, sodass das Bremen-Liga-Derby 5:4 für die Bürgerpark-Elf endete.

„Hut ab vor meiner Mannschaft, die heute in richtig gutes Turnier gespielt und gegen beide niedersächsischen Oberligisten gewonnen hat. Der dritte Platz ist ein bisschen schade für uns“, sagte Trainer Ley nach dem 4:2-Sieg im Spiel um Platz drei gegen den TB Uphusen, der wie die Leher TS souverän mit vier Siegen die Endrunden-Gruppe eins gewonnen hatte.

Die Zuschauer sahen bis auf den völlig unnötigen Banden-Check am Freitagabend von SFL-Spieler Simon Aulich an den Oberneuländer Simon Cakir, der gestern noch für Gesprächsstoff sorgte, an allen drei Tagen faire Spiele. Das Schiedsrichter-Trio mit Hidir Emen, Phil Path und Robin Mayer, die kleinlich pfiffen und keine Zweiminutenstrafen scheuten, hatten unter dem Strich alles im Griff.

Erstmalig wurde durch die Firma Decathlon ein Fair-Play-Preis in Höhe von 500 Euro ausgelobt. 250 Euro bekam die SG Aumund/Vegesack für die fairste Mannschaft der Vorrunde; die Leher TS für ihren guten Auftritt mit Torjäger Jan-Niklas Kersten (15 Tore) in der Endrunde. Da der ESC gesetzt war zählten gestern „nur“ seine acht „Buden“. Damit löst der Bundeswehr-Nationalspieler Bruno da Silva Oliveira ab, der ebenfalls mit je acht Treffern die beiden vergangenen Jahre das Duell der Torjäger für sich entscheiden konnte.

Zum besten Torhüter des Turniers wurde Christian Ahlers-Ceglarek vom TB Uphusen, der in der Endrunde bis zum Halbfinale ohne Gegentor blieb.

Turnierleiter Fred „Barny“ Hübner, Sportstadtrat Paul Bödeker und Jaqueline Stransky von der Stadthalle Bremerhaven übergaben den Finalisten den Wanderpokal und 2000 Euro für den Sieger und 1000 Euro für den „Vizemeister“. Für LTS blieben 600 Euro und für den TB Uphusen 400 Euro.

Am Freitag und Sonnabend hatten 18 Leistungsteams in drei Sechser-Gruppen die Endrunden-Teilnehmer ausgespielt. Die Quali-Gruppe 1 dominierten die beiden Oberligisten Heeslinger SC (13) und TB Uphusen, die sich im Eröffnungsspiel 0:0 trennten. Dritter wurde der Bremenligist SG Aumund/Vegesack.

Souverän gewann der Landesligist SV BW Bornreihe mit vier Siegen und einer 1:2-Niederlage gegen den OSC die Quali-Gruppe 2. Die Leher TS vor dem SC Lehe Spaden und Grodener SV die Quali-Gruppe 3.

Frühzeitig die Koffer packen musste Bremenligist SFL Bremerhaven, der mit 1:2 gegen den TSV Stotel verlor. Auch der FC Eintracht Cuxhaven und MTV Bokel waren am Ende nicht stabil genug, um gestern im „Konzert der Großen“ mitzuspielen. So wie der TuSpo Surheide, RW Cuxhaven, TSV Altenwalde, FC Land Wursten, ESC Geestemünde II und der TSV Stotel, der mit viel Pech ausscheiden musste.

Das Turnier wurde von einigen „Ballkünstlern geprägt. LTS-Spieler Nehat Shalaj hat mit seinen 38 Jahren so manchen Youngster schwindelig gespielt. Richtig Spaß hat es gemacht, Jose Vinicius Santos de Oliveira und Kai Dombrowski (beide Eintracht Cuxhaven), Dustin von Aspern und Rudi Gareev (beide SC Lehe Spaden, Jeremy da Rocha Nunes (SV BW Bornreihe), Jan-Niklas Kersten, Fabio Campota (beide LTS) oder den beiden Offensivspielern des FC Oberneuland, Amadou Sarr und Ebrima Jobe, zuzusehen.

Stimmen zum Turnier:

Edison Mazreku, Mittelfeldspieler des Heeslinger SC: Der Sieg in meiner Heimatstadt passt. Alle meine Jungs waren hier. Im letzten Gruppenspiel gegen den FC Oberneuland haben wir alle gebrannt. Wir wollten die Partie unbedingt gewinnen.

Ali Moussa, Spieler des ESC Geestemünde: Wir haben den AOK-Cup des OSC gewonnen und sind heute Zweiter geworden. Wir sind eine gute Hallenmannschaft. Das war ein gutbesetztes Turnier mit vielen Spielen auf des Messers Schneide. Im Finale haben wir uns nach der 3:2-Führung nicht clever angestellt und konnten uns nicht einmal mehr ins Neunmeter-Schießen retten.

Barny Hübner, Turnierleiter: Wir haben erstmalig einen Fair-Play-Preis ausgelobt. Denkt daran, die drei Schiedsrichter und ich haben immer Recht. Sonst keiner.

Jan-Niklas Kersten, LTS-Torjäger:

„Wir haben uns heute sehr gut verkauft und den Turniersieg verdient gehabt. Ja, es gab Gespräche mit dem Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, aber erst einmal bleibe ich bei LTS, da ich noch in Kiel und Faßberg bei der Bundeswehr bin.

Sportstadtrat Paul Bödeker: Es war ein spannendes und gut organisiertes Turnier. Danke an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die dazu beigetragen haben.

Aufrufe: 06.1.2019, 20:37 Uhr
FuPa Bremerhaven / Volker SchmidtAutor