2024-05-02T16:12:49.858Z

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TOLGA BENGI (FOTO: Marcel Carli)
TOLGA BENGI (FOTO: Marcel Carli)
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Gegen einen Weltmeister

Tolga Bengi vom SC Bürgermoos duellierte sich an der ZDF-Torwand mit Rani Khedira und verlor leider mit 1:3 (Update 29.11) - Den Link zum Video gibt es ganz unten in diesem Bericht

Tettnang - Bis vor Kurzem dachte Tolga Bengi noch, er würde sich am Samstag mit einem Kumpel treffen und mit ihm Mario Kart auf der Konsole spielen und nebenbei gemütlich etwas trinken. Für ihn wäre auch das sicher ein netter Abend geworden. Doch nun hat er etwas Besseres vor. Der Kreisliga-Fußballer des SC Bürgermoos fährt nach Mainz, um am Samstag im „aktuellen Sportstudio“ des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) gegen Mitternacht an der legendären Torwand zu schießen. Eine Riesensache für Bengi: „Ich bin durchgedreht“, so der 22-Jährige über die kurzfristige Einladung.

Die Gästeliste ließ seine Begeisterung dann noch einmal wachsen. In Mainz begegnet er nämlich einem prominenten deutschen Fußballer: Denn kein Geringerer als Sami Khedira gibt sich die Ehre. Der mittlerweile 33 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler legte eine echte Weltkarriere hin, die beim VfB Stuttgart begann und noch nicht vorbei ist. Nun also duelliert er sich in Mainz mit Bengi. „Ich treffe einen Weltmeister“, kann es der Fußballer des SC Bürgermoos nicht fassen. Und damit nicht genug. Neben dem Gewinner der Weltmeisterschaft von 2014 wird auch Samis Bruder Rani Khedira zu Gast sein. Dieser ist immerhin auch Bundesligaprofi und trägt aktuell das Trikot des FC Augsburg.

Bengi ist in Mainz aber ebenfalls nicht ganz alleine. „Mir wird meine Freundin zur Seite stehen“, sagt er und ist froh, Unterstützung zu haben. „Ich sage es ganz ehrlich: Ich bin richtig aufgeregt.“ Und das liegt keineswegs am Druck, den gibt es nämlich nicht. „Es ist so ein Hammergefühl, dabei zu sein. Das würde mir eigentlich reichen“, sagt Bengi, der aber natürlich dennoch einen Sieg gegen die Khediras anpeilt.

Ein Erfolg wäre ihm auch zu gönnen, denn Bengi hat in seiner Fußballerlaufbahn schon viel leiden müssen. Insgesamt vier Kreuzbandrisse zog er sich schon zu und trotzdem gibt er den Sport nicht auf. „Mit 17 Jahren bin ich im Training beim FV Ravensburg im Rasen hängen geblieben, da ist es zum ersten Mal passiert. Es war Pech dabei, ich habe mich aber auch so sehr reingesteigert“, meint Bengi, der betont: „Aufhören kann ich trotzdem nicht: Fußball ist meine Leidenschaft. Eine Kniebandage hilft mir.“ Gerade mit diesem Hintergrund fühlt sich die Teilnahme am ZDF-Torwandschießen noch einmal besser an. „Ich glaube schon, dass ich das verdient habe. Das ist eine Belohnung.“

Verdient hat er sich die Einladung nach Mainz auch deshalb, weil er ein schönes Tor geschossen hat. Im Heimspiel gegen den SK Weingarten im Oktober traf er nach seiner Einwechslung in der 75. Minute gleich zweimal. Mit einem Fernschuss besorgte er den 3:1-Endstand. Vorher erzielte er in der 82. Minute per Fallrückzieher das 2:1 für den SC Bürgermoos und das Tor, das 87 Prozent der Stimmen im Voting erhielt. „Ich habe es einfach mal versucht und hier von meiner guten Grundausbildung profitiert“, beschreibt der Torschütze.

Heiß auf Bengis Auftritt in Mainz sind auch schon seine Vereinskollegen. „Die ganze Mannschaft wird wach bleiben und mitfiebern“, sagt Marcel Carli, Fußballabteilungsleiter beim SC Bürgermoos. Seine Teamkollegen mögen ihn, was Bengi auch zu schätzen weiß. Der Stürmer wohnt mittlerweile in Wangen, will aber weiterhin für den SCB spielen. „Ich habe mich da gut integriert und fühle mich da wohl. Die Fahrt nehme gerne ich auf mich.“ Und obwohl die Fahrt am Samstag mit 390 Kilometern deutlich länger ist, reist er auch gerne in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Denn nicht jeder hat das Glück in seinem Leben, einem Weltmeister zu begegnen.

Das überragende Tor von Tolga Bengi das ihn zum aktuellen Sportstudio gebracht hat, sowie das Video von der Torwand seht ihr ab Minute 20:19 im folgenden Beitrag : https://www.zdf.de/sport/das-aktuelle-sportstudio/das-aktuelle-sportstudio-vom-28-november-2020-100.html

Aufrufe: 029.11.2020, 19:09 Uhr
Nico BrunettiAutor