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Interview

FuPa-Trainercheck: Andreas Dirks

Andreas Dirks, Trainer des FC Hansa Schwanewede, spricht im Interview über seine sportliche Laufbahn

von Lena Varoga · 19.04.2020, 17:15 Uhr · 0 Leser
– Foto: Fotos: Andreas Dirks
Nicht nur den zahlreichen Spielern fehlt aktuell der Fußball, auch die vielen Osterholzer Trainer, die normalerweise in jedem Spiel und in jedem Training von außen versuchen, das Beste aus ihren Spielern herauszuholen, können ihrer Leidenschaft aktuell nicht nachgehen. Um die fußballfreie Zeit etwas zu überbrücken, haben wir uns einmal bei ihnen umgehört: Wie war eigentlich ihre aktive Zeit als Spieler, warum sind sie Trainer geworden, mit welcher Mannschaft fühlen sie sich noch heute am meisten verbunden? Heute im Interview: Andreas Dirks, aktueller Trainer des FC Hansa Schwanewede.

1.) Welche Stationen hast du als Spieler durchlaufen?

In der Jugend hab ich beim Blumenthaler SV gespielt. Anschließend noch bei SAV und Grohn. Inzwischen bin ich seit über 20 Jahren bei Hansa Schwanewede.

2.) Warum und wann hast du dich dazu entschieden, Trainer zu werden?

Eigentlich war das nie mein Plan. Ich habe irgendwann mal angefangen, unsere Alte Herren zu trainieren, weil kein anderer da war.

3.) Welche Stationen hast du als Trainer durchlaufen?

Ich habe, wie gesagt, im Verein mit der Alten Herren begonnen und habe anschließend noch zwei Jugendmannschaften trainiert. Außerdem war ich Co- Trainer der 1. Herren. Dann habe ich irgendwann die neu formierte B-Jugend übernommen und bin nach dem gesundheitlichen Rücktritt des damaligen Trainers Marc Willenberg Trainer der 1. Herren geworden, was ich bis heute noch bin.

4.) Welches Spiel ist dir als Spieler und welches Spiel ist dir als Trainer besonders im Gedächtnis geblieben?

Als Spieler liefen die Derbys gegen Meyenburg zuletzt immer ganz gut für mich.

Als Trainer muss ich ehrlich sagen, habe ich das Glück, seit Beginn unheimlich erfolgreiche Mannschaften trainieren zu dürfen und somit enorm viele schöne Erinnerungen daraus gesammelt zu haben. Die A- Jugend- Spiele waren alle grandios. Wenn ich ein einzelnes Spiel nennen soll, dann war es sicherlich das Spiel zuhause gegen Aschwarden, was wir mit 4:2 gewonnen haben und damit aufgestiegen sind. Mit den anschließenden Feierlichkeiten und den tollen Fans war das schon ein Highlight.

5.) Was war der bisher größte Meilenstein, den du als Trainer erreicht hast?

Natürlich der Aufstieg in die Bezirksliga mit der 1. Herren.

6.) Was hat sich im (Amateur-)Fußball seit dem Beginn deiner sportlichen Laufbahn verändert?

Ich glaube, so viel hat sich gar nicht verändert. Es gab immer Faule und immer Fleißige. Die Verpflichtungen sind wahrscheinlich auch höher als früher, von daher würde ich das alles gar nicht so schwarz sehen. Es gibt immer noch genügend Jungs, die Bock auf Fussball haben. Was natürlich ein Problem ist, ist die Erreichbarkeit aller. Man hat es also schwerer heutzutage, die Spieler zu halten, weil sie aus meiner Sicht sofort Zugriff von anderen Vereinen über Whatsapp oder andere Medien bekommen. Ich nehme uns da gar nicht raus. Vielleicht liegt es also auch nicht immer nur an den Spielern, dass sich was verändert hat.

7.) Mit welcher Mannschaft deiner bisherigen Laufbahn fühlst du dich am meisten verbunden?

Sehr schwer, also ich glaube die geilste Truppe war auf und neben dem Platz die damalige A-Jugend. Ich habe selten so eine Kameradschaft erlebt und so eine Lust auf Fussball gesehen. Glücklicherweise sind die meisten Jungs bis heute im Verein. Im Herrenbereich bleibt natürlich am meisten die Aufstiegsmannschaft in Erinnerung. Eine Hammertruppe, mit der wahrscheinlich auch ganz viele andere Trainer aufgestiegen wären - eine super Zeit.

8.) Gibt es einen Spieler, den du trainiert hast, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Auch da gibt es natürlich sehr viele tolle Spieler: Daniel Gaese, Kevin Müller, Jonas Neumann, Domink Willkomm, Sebastian Rolf...Solche Spieler hätte jeder gerne in seinen Reihen und diese haben u.a. sicherlich auch in den letzten Jahren den FC Hansa geprägt.

Einen einzelnen Spieler, der eigentlich mal als Torwart in die B-Jugend gekommen ist und inzwischen immer wieder vorne in unseren Torschützenlisten steht, muss ich dann doch erwähnen. Sein Bewegungsablauf und seine Statur passen irgendwie nicht so richtig zum Fussball. Er erinnert immer ein wenig an einen Grundschüler, aber er gibt auf und neben dem Platz alles für die Mannschaft. Ich sag ihm immer, er erinnert mich ein wenig an Thomas Müller. Emil nimmt mir das mit dem Schüler hoffentlich nicht krumm, jedenfalls bleiben mir seine kuriosen Bewegungen, die komischen Tore, aber vor allem seine positive Art in Erinnerung. Die Rede ist von EFJT2 - Emil Tepper.

9.) Wo siehst du dich sportlich in 10 Jahren?

Da sehe ich mich entweder vorm Fernseher mitfiebern mit dem SV Werder, wie er zum 6. Mal gegen den HSV in die Relegation geht oder am Spielfeldrand im Heidestadion mit einem Bier und einer Brat in der Hand anfeuernd, wenn es für Hansa um den Aufstieg in die Oberliga gegen Bornreihe geht ;)

10.) Gibt es ein Ziel, das du als Trainer unbedingt noch erreichen möchtest?

Das Ziel ist natürlich der Klassenerhalt. Mal sehen, ob ich dazu noch Gelegenheit bekomme.

11.) Wenn du als Trainer ein paar Ligen höher gelandet wärst, welche Profi-Mannschaft hättest du gerne einmal trainieren wollen und warum?

Ich hab da keinen Favoriten. Es wäre bestimmt mal super, als Trainer in ein volles Westfalenstadion oder Camp Nou einzulaufen. Dafür hätte es sich bestimmt mal gelohnt oder um den ein oder anderen Spieler kennenzulernen und trainieren zu sehen. Ansonsten hätte ich da keine Ambitionen.

12.) Wie kommst du aktuell durch die fußballfreie Zeit?

Naja, wie jeder aktuell wahrscheinlich - man ist viel Zuhause und mehr in der Natur unterwegs als sonst. Teilweise wird im Homeoffice gearbeitet. Die alten Klassiker werden im TV nochmal aufgelegt. Insgesamt ist es bei mir noch gut aushaltbar.

13.) Was wäre deine Lösung, um mit der Krise umzugehen? Saisonabbruch, Pausieren bis September,...?

Ich bin, vorausgesetzt man kann die Saison nicht noch kurzzeitig weiterführen, kalt für einen Abbruch ohne Absteiger, allerdings mit Aufsteigern, so wie es jetzt beim Handball durchgeführt wurde. Alles andere macht aus meiner Sicht keinen Sinn.
Wie sollten denn die Mannschaften im September aussehen? Spieler werden aus beruflichen Gründen oder aus privaten Gründen nicht mehr dabei sein. Einige werden studieren. Der Trainer ist nicht mehr da. Das hat doch mit der aktuellen Saison nichts mehr zu tun und nächstes Jahr dann 6 Monate Pause? Also das wäre für mich der falsche Weg. Scheinbar muss es ja aber irgendwas geben, weshalb dieser Vorschlag im Raum steht, ich habe da noch keinen Vorteil gefunden.

14.) Gibt es noch etwas, was du loswerden möchtest?

Natürlich wünsche ich allen, dass sie gesund bleiben und wir möglichst schnell wieder zu einem normalen Leben finden und alle wieder Fussball spielen und gucken können.
Anschließend vergessen wir dann hoffentlich in der ein oder anderen Situation am besten nicht, wie schnell sich das Leben ändern kann.


Vielen Dank für das Interview, Andreas!


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