
Tim Schneider hatte schon vor dem Jahreswechsel angezweifelt, dass die Rückrunde der Oberliga Niederrhein witterungsbedingt wirklich am 30. Januar starten könnte, doch nun ist es so weit: Am Freitag ist sein VfB 03 Hilden zu Gast bei Ratingen 04/19, die Partie wird ab 19.30 Uhr im Stadion gespielt – der jüngste Schneeregen hat daran nichts geändert. Die Gastgeber haben den Untergrund auch geschont, trainierten nach den Spielen auf Kunstrasen in der Anlage am Götschenbeck zuletzt auf dem Naturrasen des ASC Ratingen-West.
Demnach ist der Boden bereitet für den Rückrunden-Auftakt zwischen dem Spitzenreiter und dem Tabellenfünften. Mit sechs Punkten Vorsprung auf Schonnebeck und Uerdingen hatte 04/19 erstmals als Oberliga-Herbstmeister überwintert, neun Zähler Vorsprung sind es auf den VfB 03. Nur – kaufen können sich die Ratinger davon nichts, wie Präsident Jens Stieghorst im Interview mit unserer Redaktion gesagt hatte. Heißt: Ab Freitag gilt es für 04/19 im Titelrennen.
Dass die Aufgabe im Kreis-Derby keine einfache ist, liegt auf der Hand. Zum Saisonstart hatte 04/19 zwar die schwarze Serie aus Niederlagen gegen und vor allem in Hilden beenden können durch einen 5:4-Sieg, war dann aber in der dritten Runde des Niederrheinpokals daheim mit einer 0:2-Niederlage gegen den VfB aus dem Wettbewerb geflogen. Daran erinnert sich Ratingens Chefcoach Damian Apfeld naturgemäß höchst ungern, er glaubt aber auch nicht, dass es ein Spektakel wie am ersten Spieltag nun erneut am Freitag geben wird: „Ich glaube nicht, dass es auf beiden Seiten so viele Tore geben wird. Beide Mannschaften sind nun ein halbes Jahr eingespielt und gefestigt. Das Pokalspiel war nicht unser bester Auftritt in diesen sechs Monaten – da haben die Basics gefehlt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die jetzt auf den Platz bekommen. Und wenn es jetzt weniger Tore gibt als in der Hinrunde, ist mir das egal, solange wir den Platz als Sieger verlassen.“
Für dieses Unterfangen kann er immerhin personell fast aus dem Vollen schöpfen: Es fehlen Jimmy Can Atila und Georgios Touloupis, dafür haben die zuletzt erkrankten Almedin Gusic und Phil Spillmann voll trainieren können. Mit Kapitän Gianluca Silberbach dürfte Gusic am Freitagabend auch wieder die Innenverteidigung bilden, auf die Schwerstarbeit zukommen könnte. „Wir wissen, dass Hilden seit vielen Jahren sehr gefährlich ist bei Standards, und da gute Schützen und Kopfballspieler hat“, sagt Apfeld und ergänzt: „Es wird für uns erneut darum gehen, dass wir nicht so viele Standards zulassen, weil wir nicht so die robuste Mannschaft haben.“
Das sieht beim VfB 03 anders aus. „Wir sind vorbereitet auf die Physis der Hildener“, sagt der Ratinger Trainer, wissend: „Andererseits ist es für robustere Spieler auch schwer, unsere wuseligen Zocker zu verteidigen. Da werden wir sehen, was sich durchsetzt. Die Hildener haben aber unter anderem mit Mohamed Cissé und Pascal Weber auch richtig gute Fußballer mit einer richtig guten Geschwindigkeit, die unsere Innenverteidigung fordern werden. Da stehen dann wiederum die robusteren Spieler unseres Kaders.“
Apfeld weiß, was seine Ratinger vom Lokalrivalen zu erwarten haben, allerdings auch: „Nach jeder Pause ist es immer ein bisschen ungewiss bei allen Mannschaften. Man hat keine Parameter, die man aus den letzten Wochen nehmen kann. Aus Testspiel-Ergebnissen in der Vorbereitung nimmt man nichts mit – das ist im Winter sogar noch extremer, weil man weniger Spiele, aber mehr Verletzte und Kranke hat. Ein Stückweit starten also alle quasi von Null.“
Da hätte dem Ratinger Trainer wie seinem Pendant Schneider ein späterer Wiederbeginn eher gefallen. „Wir konnten ja alle nicht trainieren in den ersten zwei Wochen nach dem Jahreswechsel“, sagt Apfeld. „Und wegen des frühen Starts in der Oberliga haben manche Spieler nur 14 Tage trainieren können. Es ist gefühlt eine Woche zu früh für alle, alle starten mit einem Fragezeichen und sind nicht so gefestigt, wie nach dem sechsten oder siebten Spieltag.“
Der frühe Start sei „unnötig“, findet Apfeld, ebenso, dass „es jetzt außer bei Pokalspielen gar keine Englische Woche in der Rückrunde gibt. Die hätte man in ein paar Monaten schon einbauen können. Andere Verbände bekommen das auch hin. Das ist mir ein Rätsel, warum das so ist, und reiht sich ein in ein paar Dinge, die ich mit dem Verband mit mir herumtrage.“ Aber: „Wir können es nicht ändern, das Problem hat die gesamte Liga. Das ist wie mit dem Wetter.“ Und so geht es am Freitagabend wieder los – mit einem Derby.
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