Hackenheim. Für ihre wilden Achterbahnfahrten ist die Hackenheimer Kerb nun wirklich nicht bekannt, dafür aber jetzt die Landesliga-Fußballer des TuS. Im Heimspiel gegen den SV Hinterweidenthal lief bereits die Nachspielzeit, da machte Sturmtank Belmin Kurpejovic im gegnerischen Strafraum den Ball fest und legte auf den eingewechselten Tim Hulsey ab. Der Spielertrainer zog durch und donnerte den Ball in den Winkel zum 4:3 (1:2)-Endstand.
Handgestoppte 100 Sekunden dauerte es, ehe die Hackenheimer eiskalt erwischt wurden. Marius Schweitzer nutzte eine „unglückliche Verkettung“ an deren Ende das 0:1 stand. „Dann haben wir uns ein Herz gefasst und angefangen, Fußball zu spielen“, berichtet Schneider. Eine kurz gespielte Ecke landete bei Lukas Röder, der den Ball satt ins Eck donnerte (11.). Etwas ausgebremst wurden die Gastgeber durch die Zeitstrafe gegen Julius Oertel, der zur Pause dann Hans Steyer weichen musste. „Wir hatten einige Möglichkeiten, nachdem wir gut hinter die Kette gekommen sind und den Ball zurückgelegt haben“, ließen die Hackenheimer einiges liegen. Auf der anderen Seite hatte der Gast nach dem 1:2 Daniel Tretter (43.) und dem 1:3 von Felix Burkard (53.) immer wieder gefährliche Aktionen, ehe eine „absolut heiße Schlussphase“ anbricht.
Erst hielt Belmin Kurpejovic den Fuß in eine scharfe Hereingabe und feierte seine Tor-Premiere für den TuS (86.), dann nahm Arash Sadeghi vom Sechzehnereck allen Mut zusammen und zog ab. Seinen absolut haltbaren Schuss ließ Hinterweidenthals Jonas Jung passieren (89.). „Wir haben gesagt, dass wir mehr schießen müssen“, grinst Niklas Schneider. „Was zählt, ist das Tor“, nahm das Kerbespektakel in der Nachspielzeit dann seinen Lauf. „Wenn man die Zahl der Chancen sieht, dann hatten wir mehr als der Gegner“, so Schneider nach dem ersten Saisonsieg, der nicht spektakulärer hätte sein können. Anschnallen und genießen.
TuS: Reekers; Wollmann, Erbach, Sadeghi, Oertel (46. Steyer), Brede, Röder, M. Gilles (66. Maier), Gäns, Bubach (73. Kurpejovic), Menger (72. Hulsey).