
Furkan Kircicek hat in der Bayernliga vollends eingeschlagen. Der langjährige Regionalliga-Spieler war im Sommer stark umworben, entschied sich am Ende aber für den TSV Landsberg.
Landsberg – Wenn das keine Traum-Bilanz ist: Sieben Spiele hat Furkan Kircicek (28) bislang für den TSV Landsberg bestritten. Dabei erzielte der Stürmer acht Tore, er traf in jedem der letzten fünf Spiele und leistete dazu noch drei Assists.
Nur drei Bayernliga-Spieler sind erfolgreicher: Der Ex-Landsberger Nico Karger (Pipinsried), Jordi Woudstra (Heimstetten) und Manuel Omelanowsky (Kirchanschöring) mit je neun Toren. Alle aber bei 15 Einsätzen. Der „Spät-Neuzugang“ aus Illertissen steht maßgeblich für den Aufschwung unter Neu-Trainer Alex Schmidt. Der feiert am Mittwoch seinen 56. Geburtstag – und wünscht sich natürlich einen Heimsieg am Abend (Anpfiff: 19.30 Uhr) gegen den SV Kirchanschöring. Der scheint möglich, wenn „Furkis“ Tor-Serie hält. „Das wäre überragend“, sagt er.
Als „Führungsspieler mit Top-Qualität und tollem Charakter“ bezeichnet Abteilungsleiter Nico Held den gelernten Speditions-Kaufmann (Ausbildung neben Regionalliga-Fußball in Memmingen), der für drei Jahre unterschrieben hat. Er ist in Buching und Kaufbeuren (wo er bis zur A-Jugend spielte) aufgewachsen und lebt mit Freundin Tamara in Neugablonz. Seine enorme Regionalliga-Erfahrung (192 Spiele, 45 Tore für Memmingen, Türkgücü, Illertissen und Chemnitzer SFC) kommt jetzt Landsberg zugute.
„Er ist der aktuelle Top-Spieler der Bayernliga, ein typischer Torjäger und brutal wichtig für zu uns“, schwärmt Trainer Schmidt vom gebürtigen Füssener mit dem nicht gerade Allgäuerischen Namen: „Meine Mutter kommt aus Buching, mein Vater ist Türke“, erklärt er. Und verrät: „Ich habe auch noch einen deutschen Vornamen.“ Nämlich Patrick.

Da ihm der Zeitaufwand für die Fahrten und das „fast professionelle Arbeiten“ in Illertissen „viel zu groß“ wurden und irgendwann klar war, dass es für „ganz oben“ nicht reichen wird, entschloss sich Kircicek für den „nächsten Lebensabschnitt“ – und für Landsberg statt Ex-Club FC Memmingen, der ihn auch heftig umwarb. „Ich bin vom Ersten der Regionalliga zum Letzten der Bayernliga gewechselt“, blickt er zurück. „In erster Linie das Verdienst von Nico Held“, seinem Arbeitgeber (seit einem Jahr bei Helden-Projects im Vertrieb) und Freund. „Ich wollte ihm und der Mannschaft in einer schwierigen Situation helfen. Ich bin vom Konzept überzeugt, und will hier etwas aufbauen.“ Zudem hat er jetzt nur noch 18 Minuten Fahrzeit zum Trainingsgelände…
Neben Held und Schmidt (den hatte er schon als Coach bei Türkgücü in Liga 3) war noch ein anderer TSVler ein ganz wichtiges Argument für den Wechsel: „Ich habe mit Muriz Salemovic in Memmingen zusammengespielt. Wir sind mittlerweile eng befreundet – er wollte seit mehreren Jahren, dass ich nach Landsberg komme.“ Das ist jetzt geschafft, genauso wie der erste Schritt beim TSV: „Hinten rauskommen und konsolidieren“. Der Top-Stürmer gibt zu: „Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich so gut läuft.“ Das gilt übrigens nicht nur für den Fußball-Platz. In der Winterpause geht’s aufs Standesamt, Hochzeit mit seiner Tamara.