
Wer Viktoria-Coach Felix Luz vergangenen Freitag bei der obligatorischen Spielanalyse am Mikrofon des BFV beobachtet hat, sah einen Mann, der mit dem Schlimmsten rechnete. Sein Team hatte sich gerade wie ein Absteiger präsentiert und vor allem in den ersten 20 Minuten alles vermissen lassen gegen einen ebenfalls angeschlagenen Gegner, der eine Woche zuvor mit 1:8 in Nürnberg vermöbelt worden war. Weil aber tags darauf am Samstag unverhofft alles für die Viktoria lief - die SpVgg Greuther Fürth II kassierte eine Last-Minute-Pleite gegen Augsburg II und Hankofen kam zuhause gegen Illertissen unter die Räder - ist es noch nicht vorbei für Aschaffenburg. Der SVA könnte sich doch noch in die Relegation retten.
"Nach Buchbach war die Enttäuschung riesig, weil wir wussten, dass wir vieles selbst in der Hand hatten. Dass wir jetzt trotzdem noch die Chance auf die Relegation haben, zeigt aber auch, wie verrückt Fußball manchmal ist. Druck ist natürlich da – jeder weiß, worum es geht. Aber genau für solche Spiele arbeitet man die ganze Saison", sagt Kapitän Benjamin Baier, der auch bei einem möglichen Abstieg ein weiteres Jahr dranhängt beim SVA, im Gespräch mit der vereinseigenen Medienabteilung.
Viktoria Aschaffenburg könnte am letzten Spieltag absteigen oder sich in die Relegation retten. Es gibt drei Szenarien:
Szenario 1: Die sportliche Rettung in die Relegation
Die Viktoria muss am kommenden Samstag ihre Hausaufgaben erledigen und das abschließende Heimspiel gegen die Bayern-Amateure gewinnen. Gleichzeitig geht dann der Blick nach Vilzing, wo die SpVgg Greuther Fürth II zu Gast ist. Verlieren die Fürther am Huthgarten, hätte Aschaffenburg den Sprung in die Relegation auf den letzten Drücker noch geschafft. Holt das kleine Kleeblatt einen Punkt, dann wären Aschaffenburg und Fürth punktgleich, aber die Fürther haben die aktuell um 25 Treffer bessere Tordifferenz. Demnach müsste die Viktoria runter!
Szenario 2: Der sportliche Abstieg
Das zweite denkbare Szenario ist schnell erklärt: Gewinnt der SVA sein Heimspiel gegen den FC Bayern II nicht, steht die Viktoria neben Hankofen als sportlicher Absteiger in die Bayernliga fest.
Szenario 3: Der X - Faktor SpVgg Greuther Fürth
Den Profis der SpVgg Greuther Fürth steht das Wasser in der 2. Liga bis zum Hals. Vor den finalen 90 Minuten belegt das Kleeblatt einen Abstiegsplatz. Klar ist: Die Fürther müssen zuhause ihr Endspiel gegen Fortuna Düsseldorf unter allen Umständen gewinnen, ansonsten ist der Abstieg besiegelt. Selbst ein Sieg könnte allerdings nicht reichen, wenn Bielefeld gegen Hertha BSC punktet. Für den durchaus wahrscheinlichen Fall, dass am Ronhof die Zweitligalichter ausgehen, würde die Profireserve des Kleeblatts automatisch ans Tabellenende der Regionalliga gesetzt werden und müsste absteigen. Dann würde die Viktoria in die Relegation gehen, egal wie das Heimspiel gegen die Bayern-Amateure endet.