Bild der Vergangenheit: Florian Augscheller beim Torjubel im Trikot des SV Ohlstadt.
Bild der Vergangenheit: Florian Augscheller beim Torjubel im Trikot des SV Ohlstadt. – Foto: Rabuser

Abschied mit viel Wehmut: Florian Augscheller verlässt Ohlstadt und greift in der Landesliga an

Torjäger wechselt zum VfB Forstinning

Inmitten der winterlichen Wechselperiode muss der SV Ohlstadt einen nicht unerheblichen Rückschlag verkraften.

Ohlstadt – Mit Florian Augscheller wechselt der beste Torschütze des Kreisligisten zum VfB Forstinning in die Landesliga. Der Abgang ist vornehmlich beruflichen Ursprungs und kommt deswegen nicht ganz freiwillig. Beim Versuch, den Qualitätsverlust zu kompensieren, setzt der SVO auf vorhandenes Personal und den eigenen Nachwuchs. Vorerst.

Augscheller gehört jenem Genre an Fußballern an, die man einfach gerne in seinem Team weiß. Nach außen stets positiv aufgelegt, gut erzogen und höflich, kollegial und zu keiner Zeit Konfrontationen suchend. Kurzum auf gut Bayrisch: Einfach a netter Hund. Und obendrein kein schlechter Fußballer. Mit sieben Treffern führt der Garmisch-Partenkirchner nach der Vorrunde die interne Torschützenliste an, ligaweit ist er auf dem vierten Rang zu finden.

Nun der Wechsel nach Forstinning: Den Kontakt zum Klub aus dem Landkreis Ebersberg stellte ein Kollege her, die Zusage des Vereins traf nach drei Probetrainings ein. Primär fußt der Wechsel auf der beruflichen Entwicklung Augschellers. Der 22-Jährige schließt im Februar seine Ausbildung bei der Allianz in Unterföhring ab und wird vom Versicherer dort für den Innendienst übernommen. Gleichzeitig wohnt er auch im Münchner Nordosten, wodurch regelmäßige Fahrten zum Training erschwert werden. Von der finanziellen Komponente ganz zu schweigen.

Einfach fällt Augscheller der Abgang vom Boschet freilich nicht. „Menschlich ist es beim SVO richtig cool“, betont er. „Mir ist es extrem schwergefallen, wegzugehen.“ Dabei war die Zeit des kopfballstarken Offensivmanns in Ohlstadt alles andere als ein Selbstverständnis. Wegen eines Formfehlers musste er als Zugang des 1. FC Garmisch-Partenkirchner im vergangenen Winter bis in den Mai hinein zwangspausieren. Gesetzte Stammkraft war er trotz seiner Torgarantie auch nicht. Gefallen hat es ihm dennoch. Jetzt aber versucht er, aus der Not eine Tugend zu machen, sich in der Landesliga zu zeigen und zu etablieren. „Ich wollte es schon noch einmal höher versuchen“, räumt er ein.

Beim SVO paaren sich derweil Enttäuschung und Verständnis in paritätischem Maße. „Sportlich wie menschlich jammerschade“, bedauert Abteilungsleiter Florian Müller den Abgang. Doch habe ihm Augscheller das bevorstehende Szenario rechtzeitig mitgeteilt. „Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar.“ Allein die vergangenen Monate nötigem dem 44-Jährigen Respekt ab. „Unglaublich, was der Junge finanziell und zeitlich investiert hat, um in Ohlstadt Fußball zu spielen.“ Jetzt drückt Müller Augscheller die Daumen für dessen weiteren Werdegang. „Ich hoffe, er schafft es in Forstinning.“ Falls nicht, stünden die Türen beim SVO jederzeit offen.

Trainer Stefan Schwinghammer muss sich indes Gedanken machen, wie er die entstandene Lücke im Angriff bestmöglich schließen kann. Externen Ersatz wird es in diesem Transferfenster jedenfalls nicht geben. „Wir haben absichtlich nicht geschaut“, stellt Müller klar. Wenngleich es nach Aussage des Funktionärs einige Kandidaten zum Anklopfen gegeben hätte. Er erklärt das Handeln mit zweierlei Intention: Zum einen sei Maximilian Schwinghammer – anders als bei Augschellers Ankunft – wieder fit, zudem mit Bernhard Kurz ein weiterer Offensivspieler in „guter Form“. Obendrein habe man als Teilnehmer der Aufstiegsrunde „keinerlei Druck“, könne so den jüngeren Akteuren eine größere Plattform bieten.

In diesem Kontext stehen auch 19 Kicker aus der A-Jugend, die nach dieser Spielzeit ihre Spielberechtigung für den Seniorenbereich erhalten. „Das ist ein richtiges Brett“, sagt Müller mit Blick auf die Integration in die beiden Herrenteams. Ob Zugänge dennoch außen vor bleiben, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. „Wir schauen uns an, wie es sich entwickelt“, erklärt Müller. Sollte man es dann für richtig erachten, die Fühler übeer die Vereinsgrenze hinaus auszustrecken, „werden wir uns umsehen“. (Oliver Rabuser)

Aufrufe: 024.1.2023, 08:32 Uhr
Oliver RabuserAutor