539 Tage Leidenszeit sind vorbei: Sercan Sararer ist wieder da
Der 36-jährige Stürmer feierte am vergangenen Samstag sein Comeback nach langer Verletzungspause
von Mathias Willmerdinger · Heute, 16:55 Uhr · 0 Leser
Lange her: Sercan Sararer (hier auf einem Bild aus dem Sommer 2024) hat nach rund 18 Monaten Verletzungspause sein Comeback gegeben. – Foto: Imago ImagesEs war der emotionalste Moment der Regionalliga-Partie zwischen Hessen Kassel und Schott Mainz am vergangenen Samstag. In der 82. Minute wechselten die Hausherren nochmal. An und für sich nicht unbedingt der Rede wert, in diesem Fall aber schon: Denn eingewechselt wurde Sercan Sararer, der rund 18 Monate oder ganz genau 539 Tage auf diesen Moment warten musste. Der Stürmer durfte nach seinem Kreuzbandriss endlich sein Comeback feiern.
Der 21. September 2024 sollte Sercan Sararer zum Verhängnis werden. An jenem spätsommerlichen Nachmittag musste er im Heimspiel des KSV gegen den TSV Steinbach Haiger früh runter. Später folgte die bittere Diagnose: Kreuzbandriss! Die Leidenszeit begann - und die sollte sehr lange dauern. Bis zum 14. März 2026. Nach der Partie sagte der 36-Jährige noch sichtlich aufgewühlt dem vereinseigenen Medienkanal "löwen.tv": "Ich hab`s den Jungs schon vorm Anpfiff gesagt, dass ich mich wie ein kleines Kind fühle. Ich freue mich einfach wahnsinnig, wieder auf dem Rasen zu stehen."
Sercan Sararer (re.) in seiner Zeit bei Türkgücü München. – Foto: Sven Leifer
Den Moment der Einwechslung acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit beschreibt er wie folgt: "Ich kann`s gar nicht in Worte fassen. 539 Tage habe ich auf diesen Moment hingearbeitet. Ich habe alles dafür gegeben, diesen Moment wieder genießen zu dürfen."
Eine harte Zeit liegt hinter Sercan Sararer: "Es war ein Auf und Ab. Ich möchte einfach nochmal danke, danke, danke an den ganzen Verein sagen. Viele Leute haben mir immer wieder Mut zugesprochen und den Rücken gestärkt. Ich will jetzt fit werden, und dann hoffe ich, dass es über den Sommer hinaus weitergeht."
Der gebürtige Nürnberger, der sowohl die türkische als auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, kam in der Winterpause der Saison 2022/23 nach Kassel. Zuvor war er Kapitän bei Türkgücü München in der 3. Liga, doch dieses Kapitel ging bekanntlich unrühmlich zu Ende. Ausgebildet wurde Sararer im Nachwuchs der SpVgg Greuther Fürth. Beim Kleeblatt durfte er auch sein Debüt in der Bundesliga feiern.