Doch den ersten Treffer des Tages erzielte die Elf von Trainer Max Szafranski, die die erste Viertelstunde noch gar nicht ins Spiel fand. Kapitän Leon Hermes setzte mit einem Diagonalball Moritz Peters in Szene, der an Gegenspieler Kevin Arens vorbeiziehen konnte und zur Führung der Hochsauerländer Schlussmann Marvin Spreemann tunnelte (24.).
Von da an dominierten die Schmallenberger die Partie und belohnten sich in Minute 36 ein weiteres Mal. Ein schönes Zuspiel von Marc Sander hinter die Abwehrkette von Serkenrode/Fretter fand Angreifer Henry Gierse, der staubtrocken auf 2:0 erhöhte. Serkenrode/Fretter verpasst kurz vor dem Halbzeitpfiff hingegen den psychologisch wichtigen Anschlusstreffer.
Wieder einmal scheiterte Felix Schmdit-Holthöfer am Aluminium des Bödefelder Tores. Der sehenswerte Schuss von der linken Strafraumkante touchierte nur den Querbalken. Zudem hatte die SG Bödefeld/Henne-Rartal kurz vor der Pause Glück, dass Schiedsrichter Luis Obertrifter Jonathan Müller für überhartes Einsteigen gegen Felix Schmidt-Holthöfer vor den Trainerbänken nur den gelben Karton zeigte.
Genauso gut wie in die ersten Minuten der Begegnung gestartet, kam die SG Serkenrode/Fretter auch aus den Kabinen. Zuerst scheiterte Spielertrainer Phillip Hennes am stark reagierenden Keeper Paul Gelhorn, der den Vorzug vor Martin Grote im Tor der SGBHR erhalten hatte. Und nur wenige Augenblicke später rauschte die Kugel nach einem Freistoß von Hennes nur knapp am linken Pfosten vorbei.
Déjà-vu für Serkenrode/Fretter
Es kam wie es kommen musste: In der wohl stärksten Phase von Serkenrode/Fretter stachen die Hochsauerländer wieder eiskalt zu. Wieder einmal war es Marc Sander, der seinen Gegenspieler über die rechte Seite davon lief, im Zentrum seinen Kapitän Leon Hermes fand, der an der Strafraumkante in Marco-Reus-Manier per Direktabnahme den Ball sehenswert in den linken Knick schweißte und auf der Auswechselbank der SG Bödefeld/Henne-Rartal für großen Jubel sorgte (53.).
Die SG Serkenrode/Fretter gab sich allerdings noch nicht auf. Quasi im Gegenzug staubte Jan Hüttemeister zum 1:3 ab und ließ die Tür für seine Farben noch einen Spalt weit offen (54.).
Doch es dauerte nicht lange, da war der alte Drei-Tore-Abstand wiederhergestellt. Nur fünf Minuten später landete eine Freistoßflanke von Nico Schörmann auf dem Kopf von Philipp Steilmann, den die SG Serkenrode/Fretter am zweiten Pfosten komplett aus den Augen verlor und ungehindert zum 4:1 einnicken konnte.
Eine Szene, die Torwart Marvin Spreemann zum Kochen gebracht haben dürfte. "Ich glaube, wir haben heute den Black Friday auf den Samstag geschossen, so viele Angebote und Geschenke wir heute verteilt haben", sagte der Serkenroder Schlussmann mit einem Augenzwinkern im Post-Match-Interview.
Nach dem 4:1 war der Begegnung so langsam der Stecker gezogen worden. Serkenrode/Fretter kam 10 Minuten nach dem Treffer in Person von Jan Hüttemeister noch zur Chance auf das 4:2, doch Paul Gelhorn ließ nochmal seine Reflexe spielen, während auch die Bödefelder Offensive nicht mehr zwingend wurde.
Nach zweiminütiger Nachspiel setzte der Neheimer Unparteiische Luis Obertrifter der für beide Mannschaften denkwürdigen Partie ein Ende, dass die SG Bödefeld/Henne-Rartal unter dem Strich verdient mit 4:1 für sich entscheiden und damit vorerst für eine Nacht auf Platz zwei der "Bundesliga des Sauerlandes" vorrücken konnte.
"Am Ende des Tages ist ein verdienter Sieg für Bödefeld/Henne-Rartal", bilanzierte Serkenrode/Fretters Spielertrainer Phillip Hennes im Anschluss auf der Pressekonferenz.
"Wir haben vieles vermissen lassen, was uns in der Hinrunde so stark gemacht hat. Seitdem dieses Spiel feststand, haben wir nur noch mit acht bis zehn Mann trainiert und gefühlt alle haben sich für dieses Spiel geschont. Das soll für heute keine Ausrede sein, aber am Ende merkst du, dass dir etwas fehlt", zeigte sich der 92-fache Oberliga-Spieler enttäuscht. "Wenn du so einfache Fehler gegen eine so spielstarke und offensivstarke Mannschaft machst, dann darfst du dich über vier Gegentore nicht wundern, auch wenn du damit noch gut bedient bist."
Sein Gegenüber Max Szafranski freute sich hingegen, die SG Serkenrode/Fretter trotz Startschwierigkeiten in der Tabelle überholt zu haben. "Nach dem 1:0 waren wir richtig gut im Spiel und haben das Ziel, das wir uns vor drei Wochen gesetzt haben, zu 100 % umgesetzt und ein richtig gutes Fußballspiel gemacht."
Unabhängig vom Ausgang der Begegnung wollen beide Teams das beste aus diesem unvergesslichen Ereignis machen. "Ich finde es immer noch total surreal", so Hennes. "Gestern Abend siehst du das 0:3 (Ergebnis des FC Schalke 04 am Vortag; Anm. d. Red.) und denkst drüber nach, dass du morgen selbst dort stehst. Ich werde erst einmal ein paar Tage oder Wochen brauchen bis ich das realisiert habe."
Beide Teams kündigten später an, die Nacht im Sauerland zum Tag machen zu wollen. "Ich geb' den Jungs gar nichts mehr mit, außer, dass ich hoffe, dass wir bis morgen früh um 5 Uhr noch einen machen", sagte Philipp Hennes, der damit nochmal für Gelächter im Publikum sorgte.