
Eifrig wird im Hintergrund an der Landesliga-Einteilung in Bayern gearbeitet. Klar ist: Es wird Härtefälle geben. Dem TSV 1860 Weißenburg droht es besonders hart zu erwischen.
Über 400 Kilometer für ein einziges Landesliga-Spiel? Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Scherz klingt, könnte für den TSV 1860 Weißenburg zur Saison 2026/27 bittere Realität werden. Dem Verein aus Mittelfranken droht die Versetzung von der Nordost- in die Südwest-Staffel.
Das Einteilungs-Dilemma: Während in den Landesligen zur neuen Saison 37 Vereine aus Ober-, Mittel- und Unterfranken spielen, fehlen dem Süden (Oberbayern/Schwaben) die Teams. Hier sind es nur noch 34 Mannschaften. Der BFV muss also Lücken füllen und schielt auf Vereine aus Niederbayern und Mittelfranken, um die Süd-Staffeln aufzustocken.
„Wir haben hintenrum mitbekommen, dass wir einer der Vereine sind, die der Verband in den Süden stecken könnte. Noch ist aber nichts entschieden“, gibt sich Tim Lotter, Co-Trainer der Weißenburger, gegenüber FuPa vorerst gelassen. Klar ist jedoch: Sollte es so kommen, muss der TSV ordentlich Zeit einplanen.
Bei Duellen mit Teams wie dem FC Memmingen, dem FV Illertissen II oder dem VfB Durach winken pro Spieltag Fahrzeiten von vier bis fünf Stunden. Die Rekordfahrt droht gegen Sonthofen. Von Sportplatz zu Sportplatz sind es rund 220 Kilometer. Für Hin- und Rückfahrt müssen die Mittelfranken laut Google Maps etwa 5 Stunden einplanen – ohne Stau.
„Das wären schöne Tagesausflüge“, kommentiert Lotter das Szenario. „Ich finde schon, dass in Kempten oder Sonthofen coole Spiele auf uns warten, aber der zeitliche Aufwand ist für Amateurfußball natürlich enorm.“
Für den 28-Jährigen ist die Situation nicht gänzlich neu. Bereits in der Spielzeit 2022/23 rutschten die Sechzger in die Südwest-Staffel. Damals stand Lotter noch selbst auf dem Platz, verpasste verletzungsbedingt jedoch viele Partien. Heute sieht er den potenziellen Wechsel auch aus einer anderen Perspektive und weiß um die finanziellen Hürden, die auf den Klub zukämen.
„Da sind wir dann absolut auf unsere Sponsoren angewiesen, weil du solche Strecken eigentlich mit dem großen Bus fahren musst“, erklärt Lotter. Bis zur finalen Entscheidung des Verbandes heißt es in Weißenburg nun erst einmal Abwarten: „Letztendlich ist die Einteilung noch nicht fix. In den nächsten Tagen müssen wir uns damit auseinandersetzen. Insgesamt wäre es natürlich ein noch viel größerer Aufwand als ohnehin schon.“
Egal in welcher Staffel: Beim TSV 1860 Weißenburg bereiten sich Verantwortliche und Spieler auf die neue Landesliga-Spielzeit vor. Der Trainingsauftakt steht am Montag, den 15. Juni, an.