
Gegen den SV Hoffeld startete Vaihingen mit enormer Energie. Eine frühe Druckphase führte trotz mehrerer Großchancen zwar nicht zum ersehnten Führungstreffer, zeigte aber, dass sich Vaihingen gegen einen nominell stärkeren Gegner nicht verstecken muss. Aber auch Hoffeld kam zu Gelegenheiten: erst setzte Ade seinen Kopfball an die Latte, dann vertändelte Höhn dank eines Blocks vom starken Irion einen Konter. Dennoch traf Hoffeld in Halbzeit eins: der im Abseits stehende Janle spielte von rechts in die Mitte zu Ade. Dieser legte weiter quer auf Jannik Hintermaier, der den Ball mit seinem starken Linken aus 20 Metern ins Tor legte ('38).
Vaihingens Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nur Sekunden nach dem Anstoß machte Heydari einen Kopfball von Fuchs fest. Auf seine Drehung folgte ein perfekter Steckpass in den Lauf von "Tolu" Dreher-Adenuga. Der junge Flügelflitzer, der nominell bei der 1. Mannschaft aufläuft, blieb vor dem Tor cool und schob ein ('39). In der letzten Aktion der ersten Hälfte war es dann Fuchs, der mit einem zuckerhaften Eckball das 2:1 lieferte: "CJ" Janjis köpfte am zweiten Pfosten ein ('45+3).
Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Knödler hatte einen Freistoß ins Mittelfeld geklärt, doch dort wartete Ali Erne. Mit einem guten Auge und einem ebenso guten Fuß schoss er aus knapp 30 Metern ins verwaiste Tor ('49). Knödler konnte sich jedoch bald wieder auszeichnen; eine Großchance von Janle, der sich im 1-gegen-1 wiederfand, wehrte er per Fuß ab. Das folgende Tor Janles wurde wegen seiner Abseitsstellung aberkannt.
Über einen Freistoß von Fuchs kam Vaihingen wieder in Führung. Keeper Kroker konnte den Ball nicht kontrollieren, Irion legte ab und Jemixe traf aus kurzer Distanz. 3:2 ('59). Die Vaihinger kamen gegen müde Hoffelder zu weiteren Abschlüssen, unter anderem konnte Fuchs einen Lattentreffer vermelden. Die Vorentscheidung gebührte Marcel Kousol: dieser kollidierte nach langem Schlag von Günther mit dem herausgeeilten Kroker, rappelte sich wieder auf und sorgte für den verdienten 4:2-Endstand.
Am Dienstagabend spielte Vaihingen erneut auf dem SVV-Platz. Diesmal gastierte die SportKultur Stuttgart, die mit sprintfreudigen Außenspielern das Leben der Schwarzbacher schwer machte. Mehrere Vorstöße forderten Klärungsaktionen: erst blockte Günther einen Kopfball auf der Torlinie, dann eilte Studenkov mehrmals aus seinem Strafraum. Erst das Tor von Sep Heydari ('28) stellte das Spiel auf den Kopf. Der Stürmer hatte eine Hereingabe von "CJ" aus abseitsverdächtiger Position abgestaubt.
Eine starke Offensive der SportKultur stand im Gegensatz zu ihrer offenen Abwehr. Das zeigte sich zu Beginn von Halbzeit zwei, als ein Fehlpass es Kousol erlaubte, vor den Torwart zu laufen und auf den einschiebenden David Hug querzulegen ('47). Die siegessicheren Vaihinger lehnten sich in Folge aber zu sehr zurück und ließen zwei Gegentore zu. Erst setzte Biachach Othman eine Direktabnahme nach Freistoßabwehr in die linke untere Ecke ('58), dann traf Elias Tweneboa ungestört zum 2:2 ('63).
Der SVV musste reagieren — und traf mit dem wohl schönsten Tor der Pokalrunde. Baric lief auf der rechten Seite vorwärts und brachte eine halbhohe Flanke in den Strafraum. Hug nahm die Kugel volley und traf gegen die Laufrichtung des Keepers zum 3:2 ('64). Als Fuchs mit einem strammen Außenristschuss das 4:2 erzielte ('67), hatte sich Vaihingen wiederholt aus der Bredouille gebracht.
Doch das war nicht das Ende. Mehrere Angriffe der Sportkultur mussten entschärft werden, ob durch Blocks und Klärungen von Irion und Ebongue, oder durch eine Doppelparade von Studenkov. Dennoch kamen die Gäste nochmal ran, als Tweneboa nach einer scharfen Hereingabe den Anschlusstreffer erzielte ('87). Über einen Konter fiel letztendlich die Entscheidung: der wiedergenesene Ullrich lief rechts durch und spielte auf Hug. Dieser umlief den Torwart und machte seinen Hattrick perfekt. Das 5:3 bedeutete das Weiterkommen des SVV II in die dritte Runde des Bezirkspokals.
Das Finale der englischen Woche lieferte ein Auswärtsspiel — ausgetragen auf dem Allianzplatz, dem Trainingsplatz des SVV. Dort traf Vaihingen II auf MK Makedonija Stuttgart, welche ebenfalls auf diesem Platz trainieren. Mit Musik, Flaggen, und gefährlichen Abschlüssen in Halbzeit eins zeigte Makedonija, das mit ihnen zu rechnen war. Vaihingen hielt auf dem anfangs nassen Kunstrasen dagegen und erarbeitete sich einen Elfmeter. Nachdem Heydari von Keeper Dejvid Stojanov umgerempelt worden war, verlud Irion den Schlussmann zum 0:1 ('31).
Ein ausgeglichenes und kämpferisches Spiel folgte in der zweiten Hälfte. Schon früh glich Makedonija aus — David Mihajlovic nahm eine Seitenverlagerung an und schoss den Ball flach ins Tor ('52). Vaihingen versuchte vermehrt, über lange Pässe zurückzukommen, wurde jedoch entweder von den Makedonija-Verteidigern abgeblockt oder verlor in der gegnerischen Hälfte den Ball.
Zum Schluss erwies sich Vaihingen jedoch als die fittere Mannschaft und kam mit Tempodribblings in Abschlusssituationen. Allein Steffen Günther rannte mehrmals durch die gegnerische Hintermannschaft, wurde aber von der Latte, dann von einer fantastischen Parade Stojanovs gestoppt.
Im eigenen Strafraum entstand während der Nachspielzeit dann der Siegtreffer: Jemixe köpfte einen Einwurf MKs zu Kousol. Dieser führte über einen geradlinigen Lauf den Konter aus und spielte im entscheidenden Moment zu Dani Ullrich. Der Joker schloss wuchtig ab und traf über die Unterkante der Latte ins Tor ('90+4). Ekstase pur für die Vaihinger, die das Spiel gegen zu neunt spielende Makedonier (Gelb-Rot nach Foulspiel bzw. Rudelbildung, beide in der Nachspielzeit) über die Zeit brachten.
In Summe also eine wunderbare Woche für das Team von Oli Heringhaus, das nach drei Ligaspielen auf dem vierten Platz verweilt. Wir danken allen Fans für die enthusiastische Unterstützung! Nächsten Sonntag setzt sich das Programm gegen den TV Kemnat (zuhause um 13 Uhr) fort.