
Mit einem 2:2 (1:1) endete das Kellerduell in der Bezirksliga zwischen Viktoria Goch II und dem TuS Xanten. Das Remis fühlte sich für die Gäste sowie das gute Dutzend mitgereister TuS-Anhänger eher wie eine Niederlage an.
Xanten war von Beginn an das über die gesamte Spielzeit betrachtet bessere Team, hatte deutlich mehr sowie bessere Chancen und ließ vor dem eigenen Kasten so gut wie nichts zu. Dass am Ende dennoch nur ein mickriges Pünktchen statt eines klaren Sieges heraussprangen, hatte unterschiedliche Ursachen.
Ein Grund: Sicherlich die fehlende Ruhe am Ball. Zu oft wurden hektische und unüberlegte Bälle nach vorne oder auf die Außenspieler geschlagen in der Hoffnung, dass diese von den schnellen eigenen Leuten aufgenommen werden. Der spielende Co-Trainer Marvin Braun mahnte seine Teamkollegen immer wieder, doch einen ruhigen Aufbau zu spielen, im Zweifel eine Aktion abzubrechen und neu aufzubauen. Doch zu häufig fanden seine Worte kein Gehör.
Denn der TuS kann Fußball spielen, aufbauen mit Doppelpass und cleveren Laufwegen. Bestes Beispiel war der Angriff, der zur Führung der Fürstenberg-Kicker führte. In Unterzahl – Norwin Meyer wurde außerhalb des Feldes behandelt – eroberte der TuS auf der linken Bahn einen Einwurf der Gastgeber. Christopher Kimbakidila und Gerrit Jenowsky ließen mit kurzen schnellen Pässen ihre Gegenspieler stehen, Kapitän Jenowsky schloss überlegt ins kurze Eck zur Führung ab (25.).
Erleichterung bei den Spielern, Erleichterung beim Trainer, bei den Anhängern, ein beruhigender Führungstreffer. Denkste! Aus welchem Grund auch immer, kam plötzlich extreme Hektik ins Spiel des TuS. Das ließ sich nicht am verletzungsbedingten Aus von Meyer festmachen. Gut, der eingewechselte Jehovany da Silva lief erst einmal etwas ungestüm über den Platz, da hatte die Mannschaft einige Lücken zu schließen, aber irgendwann war auch da Silva auf seiner Position und behauptete diese.
Dennoch kam Goch nur einmal gefährlich vor das TuS-Gehäuse, doch den Ball entschärfte Keeper Jan Kallen. Die Hoffnung ruhte darauf, dass die Pause für Ruhe im Team sorgt. Doch im letzten Moment bekam Goch noch einen Freistoß etwa 20 Meter von Kallens Kasten entfernt – und Marvin Gisberts verwandelte direkt über die Mauer ins kurze Eck (45.+1.).
Dennoch kam der TuS fokussiert aus der Kabine und nutzte gleich die erste Chance. Nach einer Eckenvariante der Hausherren, die völlig in die Hose ging, eroberte Xanten den Ball, setzte sich Jenowsky auf außen in Szene, der diesmal Kimbakedila perfekt in den Lauf spielte. Der Stürmer traf ins lange Eck (50.).
Doch auch die neuerliche Führung brachte nicht die nötige Besonnenheit ins Xantener Spiel. Zwar entwickelte sich die Partie immer mehr zu einem offenen Schlagabtausch, die hochkarätigen Chancen hatte aber der TuS. Doch Jenowsky traf nur die Latte, Braun das Außennetz, Jonas Vengels versemmelte die wohl größte aus gut sieben Metern über den Kasten.
Und dann gab es einen kollektiven Aussetzer der Xantener Hintermannschaft. Ein Freistoß für Goch, ein paar Meter in der Hälfte des TuS, wurde flach in den Strafraum geschossen, kein Verteidiger kam dazwischen, dafür Marvin Kürbs, der aus rund elf Metern am ebenso reaktionslosen Kallen ins lange Eck zum glücklichen Ausgleich traf.
„Ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist“, hatte auch der sichtlich verärgerte Braun im Anschluss an die Partie keine Erklärung, „warum keine von uns da einen Fuß rein bringt“. „Besonders das zweite Gegentor ärgert mich maßlos“, ergänzte Trainer Mirco Dietrich. „Ich habe keine Ahnung, wie so etwas passieren kann.“ Vor allem auch angesichts der dürftigen Chancen-Verwertung dürfe ein solcher kollektiver Aussetzer nicht passieren. „Zudem igeln wir uns nach der Führung zu sehr hinten rein, anstatt weiter zu spielen.“
📰 Alle aktuellen Nachrichten: https://www.fupa.net/region/niederrhein/news
📝 Alle aktuellen Transfers: https://www.fupa.net/region/niederrhein/transfer
⚽ Die Spiele des Tages: https://www.fupa.net/region/niederrhein/matches
Dein Kontakt zur FuPa-Redaktion: