2024-04-16T09:15:35.043Z

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Die Zahl der neuen Schiedsrichterinnen ist erfreulich.
Die Zahl der neuen Schiedsrichterinnen ist erfreulich. – Foto: Volkhard Patten

22 Frauen dürfen jetzt den Ton angeben

Die Kleverin Sandra Jung ist beim Fußball-Verband Niederrhein erste Ansprechpartnerin für Schiedsrichterinnen. Jetzt hat sie wieder viele junge Kolleginnen ausgebildet – sehr zur Freude auch von FVN-Präsident Peter Frymuth.

Es gibt Anlässe, da gibt sich der Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) und ganz nebenbei auch noch Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes höchstpersönlich die Ehre. Erneut ließ es sich Peter Frymuth nicht nehmen, den 22 Absolventinnen des Schiedsrichter-Neulingslehrgangs für Mädchen und Frauen zu gratulieren. „2023 war das ,Jahr der Schiris‘ und hat uns starken Zulauf beschert. Ich freue mich sehr, dass der Aufwärtstrend im neuen Jahr gleich bestätigt wird. Unsere Schiedsrichter-Gremien leisten großartige und sehr engagierte Arbeit“, sagte er.

Dieses Lob ging unter anderen an die Adresse von Sandra Jung. Die Kleverin, die als Mitglied der DJK Hommersum-Hassum Spiele bis hinauf zur Frauen-Bundesliga und Männer-Oberliga geleitet hat, ist seit knapp zwei Jahren erste Ansprechpartnerin beim FVN für Schiedsrichterinnen und Interessentinnen, die es gerne werden möchten. Seit ihrem Amtsantritt organisiert Jung Lehrgänge, die sich speziell an Frauen und Mädchen richten. Mittlerweile eine echte Erfolgsgeschichte. 22 Teilnehmerinnen im Alter zwischen zwölf und 43 Jahren haben Ende Januar für einen neuen Rekord gesorgt. Sehr zur Freude von Sandra Jung und den Referenten Karsten Horstmann und Franziska Müller, die sich drei Tage lang intensiv um ihre Schützlinge gekümmert haben.

„Dieser Lehrgang hat richtig Spaß gemacht, weil alle Teilnehmerinnen hochmotiviert bei der Sache waren“, so Jung. Am Ende haben alle 22 Mädchen und Frauen – darunter ein Quartett aus den Reihen der JSG Walbeck/Auwel-Holt und des SV Issum – die Abschlussprüfung bestanden. Wobei es gar nicht so einfach ist, sich als Frau an der Pfeife zu qualifzieren. Im Theorie-Teil werden 30 Fragen gestellt – mindestens 25 müssen richtig beantwortet werden, um die Platzreife als Regelkundlerin zu erlangen. Zuvor hatten die Mädchen und Frauen bereits drei Platzrunden in der vorgeschriebenen Zeit absolviert.

„Wir finden hier in der Sportschule Wedau ideale Bedingungen vor, um solch einen Lehrgang organisieren zu können. Hier können wir direkt auf dem Platz erklären, worauf eine Schiedsrichterin beispielsweise bei Ecken und Freistößen achten muss. Das ist schon etwas anderes als reine Powerpoint-Präsentationen, die manchmal auch ermüdend sein können“, so Jung.

Und wie geht es jetzt für die neuen Schiedsrichterinnen weiter? „Sie sollen nach Möglichkeit zeitnah ihr erstes Spiel pfeifen, damit sie schnell erste Erfahrungen sammeln können“, erklärt die Kleverin, die sich vor ihrer Tätigkeit beim Verband unter anderen als Vorsitzende des Schiedsrichter-Kreises Kleve/Geldern engagiert hatte. Damit die neuen Unparteiischen möglichst langfristig mit der Pfeife unterwegs sind, werden sie behutsam aufgebaut. Nach der Winterpause leiten die Schiedsrichterinnen ihre ersten Spiele im Jugendbereich und bekommen einen Paten zur Seite gestellt.

Aufrufe: 011.2.2024, 09:00 Uhr
Volker HimmelbergAutor