Beim 3:2 gibt Dachau den Auswärtssieg fast noch aus der Hand – Defensivschwäche und „Stockfehler“ waren für das enge Ergebnis verantwortlich.
Dachau/Olching - Ein wilder Ritt war der 3:2 (1:0)-Auswärtssieg des TSV Dachau 1865 beim SC Olching, der am besten unter der Rubrik Arbeitssieg mit fragwürdiger Defensivleistung einzuordnen ist. Absolut positiv ist aber, dass die junge Mannschaft (Durchschnitt: 21,5 Jahre) wieder mit Mannschafts- und Kampfgeist die eigenen Fehler ausbügelte und über 90 Minuten großen Siegeswillen zeigte. Die Fans kommen jedenfalls bei Spielen mit 1865-Beteiligung voll auf ihre Kosten.
Dabei erinnerte vieles in der Defensive an die Vorwoche und die 2:3-Niederlage gegen Illertissen. Olching erwies sich als harter Gegner, wenn auch fußballerisch arg limitiert. Nicht alle Olchinger hatten das top Niveau von Ruben Milla Nava oder Banipal Alskandar. Und einige SCO-Kicker hatten offensichtlich erhebliche Konditionsprobleme. Gegen eine stärkeren Gegner hätte die Akkurt-Elf mit ihrer fragwürdigen Defensivleistung wohl nichts Zählbares geholt. Auffallend dabei auch die vielen Stockfehler der Dachauer, die den Gastgeber SCO erst gefährlich machten: Keine einzige Tormöglichkeit der Olchinger resultierte aus einem Spielzug heraus, sondern allen Chancen gingen Fehler der Dachauer voraus.
Olching begann druckvoll, doch Dachau versuchte Ordnung und Sicherheit in das Spiel zu bekommen und erarbeitete sich schon in den Anfangsminuten einige gefährliche Szenen. Aber mit leichten Fehlern in der Ballannahme oder Fehlpässen machten sich die 65er das Leben selbst schwer. Deshalb dauerte es bis zur 20. Minute, bis 1865 einigermaßen die Kontrolle über das Spiel hatte.
Ein Traumtor in der 17. Minute durch Kevin Kozica, der ein 60-Meter-Solo aus der eigenen Hälfte mit einem Flachschuss aus 18 Metern in linke Eck abschloss, war der Lohn für die Dachauer Elf. Die SCO-Chancen resultierten aus dicken Fehlern der 65er. So verfehlten in der 22. Minute Jakob Zißelsberger und in der 35. Minute Paul Niehaus jeweils aus 16 Metern den Kasten von Dachaus Torwart Marco Jabob nur knapp. Das Fazit der ersten Halbzeit: Verdiente Führung, aber mit technischen Fehlern die Gastgeber zu oft ins Spiel gebracht.
Einige Olchinger Spieler schienen zur Halbzeit schon platt. Das 1:1 in der 60. Minute kam deshalb unerwartet: Jakob Zißelsberger traf aus 16 Metern – nach einem Einwurf für Dachau. Zuvor hatte Olchings Jan Sostmann in der 55. Minute vollkommen freistehend aus zehn Metern nicht getroffen. Nach dem Ausgleich verbuchten die Olchinger in der 61. Minute noch einen Pfostenschuss durch Florian Obermeier, und der Gastgeber schien auf dem Weg, das Spiel zu drehen.
Doch erneut ein Traumtor eines 1865ers stellte in der 65. Minute die alten Verhältnisse wieder her: Dachaus Mhammed Sanawar nahm sich ein Herz und platzierte den Ball aus 18 Metern flach links im Tor. Die Gäste erhöhten in der 80. Minute auf 3:1, als Leon Junker im Strafraum angespielt wurde und dem Olchinger Keeper mit einem platzierten Flachschuss keine Chance ließ. Die Vorarbeit leistete Luca Friederich, der nach einem Solo über links genau im richtigen Moment abspielte.
In den Schlussminuten „schwamm“ dann die Abwehr der 1865er gehörig. Nach dem Motto: „Nimm du ihn, ich habe ihn sicher“ bugsierte Dachaus Leon Pfeiffer den Ball am Ende einer Fehlerkette zum 2:3 ins eigene Tor. Und in den Schlusssekunden wäre das 3:3 durchaus möglich gewesen, aber ein Olchinger Spieler verfehlte den Ball freistehend direkt vor dem Tor, und somit blieb es beim Dachauer Zittersieg.
Dementsprechend geschafft war 65-Trainer Orhan Akkurt: „Drei Punkte geholt gegen den erwartet schweren Gegner, der mit fünf Punkten im Tabellenkeller ist , da muss man erst einmal bestehen. Wir haben uns das Leben doppelt schwer gemacht, indem wir sehr schlampig und unkonzentriert waren. Am Ende des Tagens zählt das Ergebnis und das waren drei Punkte für uns. Nächste Woche haben wir eine ganz andere Aufgabe, mit dem Top Team Schwabmünchen.“ (Robert Ohl)