Der Ex-Rostocker Morris Schröter spricht im Interview über seine Rolle bei 1860 München, Ziele und mögliche Wechselgedanken im Sommer.
Ehrgeizig, schnell, torgefährlich. Morris Schröter (29) ist beim TSV 1860 einer der Spieler, die den Unterschied machen können. Zu Beginn der Saison hatte der Außenstürmer mit Verletzungen zu kämpfen, doch jetzt scheint er fit zu sein – gerade rechtzeitig vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club Hansa Rostock (Samstag, 14.03 Uhr, BR und MagentaSport). Wir trafen den Wahl-Erdinger zum Interview.
Herr Schröter, der FC Hansa Rostock kommt – eine Motivationsspritze für Sie?
Selbst wenn es kein Ex-Club von mir wäre, bräuchte ich keine Extra-Motivation. Ausverkauftes Haus, zwei große Namen, viele Auswärtsfans – das wird ein schönes Spiel.
„Unsere Formkurve zeigt allerdings – außer beim Unterhaching-Spiel – in den letzten Wochen nach oben.“
Morris Schröter
Sie haben bereits 51 Zweitligaspiele absolviert. Die Unterschiede zur 3. Liga?
Die Fehlerquote in der 2. Liga ist geringer. Wenn man aber einen Fehler macht, wird dieser viel rigoroser ausgenutzt.
1860 gleich aktuell einer Wundertüte...
Das ist fairerweise nicht nur ein Phänomen bei uns. Cottbus schlägt uns 5:1 und verliert die Woche danach 0:4 in Essen. Die Gegensätze sind groß, dieses Jahr ist es extrem. Wir haben eine enge Leistungsdichte in der Liga. Unsere Formkurve zeigt allerdings – außer beim Unterhaching-Spiel – in den letzten Wochen nach oben.
„Wenn wir die 46 Punkte im Februar haben, reden wir anders über die restliche Saison, als wenn wir sie Ende April haben. Wir müssen gierig bleiben.“
Morris Schröter
Die aktuelle Tabelle zeigt ein verrücktes Bild. Nur fünf Punkte nach unten, aber auch nur fünf Zähler nach oben…
Ich würde das eher als Chance sehen. Gewinnen müssen wir so oder so. Die erforderlichen 46 Punkte, um in der 3. Liga zu bleiben, haben wir noch lange nicht erreicht. Zurücklehnen ist verboten! Wenn wir die 46 Punkte im Februar haben, reden wir anders über die restliche Saison, als wenn wir sie Ende April haben. Wir müssen gierig bleiben.
In der vergangenen Saison waren Sie Topscorer der Löwen. Diese Spielzeit bremste Sie anfangs eine Verletzung aus…
Das ging nicht erst bei der Verletzung los. Ich habe sechs Wochen Vorbereitung gemacht, hatte die letzte Saison im Rücken und saß am ersten Spieltag auf der Bank. Das war echt schwierig für mich.
„Wenn es das 1:0 in der 90. Minute sein sollte, kann es natürlich auch anders sein.“
Morris Schröter will bei einem Treffer gegen Hansa eigentlich nicht jubeln.
Gab es im vergangenen Sommer Gespräche mit anderen Vereinen?
Es wird außerhalb anders angesehen, wenn man hier seine Leistung bringt, als wenn man das bei einem kleineren Verein macht. Aber ich habe mich nicht wirklich mit einem Wechsel beschäftigt, fühle mich echt wohl hier. Wenn man aber nach sechs Wochen Vorbereitung auf der Bank sitzt, fragt man sich schon: „Warum, wieso, weshalb?“