
Das Drama um den in die Regionalliga zwangsversetzten TSV 1860 München schlägt sogar Wellen bis über den großen Teich zur Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Legende Rudi Völler, aktuell Direktor Profifußball beim DFB, wurde auf einer Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft auf die Tragödie bei seinem Ex-Klub, für den er von 1980 bis 1982 auf Torejagd ging, angesprochen. "Tante Käthe" reagierte auf bemerkenswerte Art und Weise.
Von der ins Leben gerufenen Spendenaktion wisse er noch nichts, so Völler. Sogleich schob er aber nach: "Aber ich bin auf jeden Fall dabei. Und ich werde auch Julian Nagelsmann überreden, dass er dabei ist." Mit einem Augenzwinkern fügte Völler an: "Der wird auch nicht den Mut haben zu sagen, er gibt nichts. Ich werde ihn schon überreden." Dazu muss man wissen, dass auch der Nationaltrainer eine Vergangenheit bei 1860 München hat. Der gebürtige Oberbayer Julian Nagelsmann aus Landsberg am Lech spielte in der Jugend vier Jahre lang für die Löwen.
Dann wurde Völler nochmal ernst: "Es tut mir natürlich leid. Das ist ein Traditionsklub und ich hoffe, dass sie (1860, Anm.d.Red.) schnell wieder nach oben kommen." Während sich die Nationalmannschaft konzentriert auf den ersten WM-Auftritt am Sonntag in Houston gegen Curacao vorbereitet (Anpfiff 19 Uhr MESZ), herrscht an der Grünwalder Straße weiterhin große Ungewissheit. Wie der Kader aussehen soll für die neue Spielzeit in der Regionalliga Bayern ist völlig unklar. Abwehrmann Max Reinthaler beklagte sich in einem Gespräch mit "SportNews" über die diffuse Gesamtsituation: "Wir Spieler wissen alle nicht, wie es weitergeht." Ein Vorwurf auch von Reinthaler: Die fehlende Kommunikation seitens des Vereins. Indes will sich Investor Hasan Ismaik nicht so einfach damit abfinden, vom Spielfeld gedrängt zu werden, um im Bild zu bleiben. Gegen die einseitige Kündigung des Kooperationsvertrags geht der Jordanier juristisch vor und hat sich dazu prominente Unterstützung ins Boot geholt. Der ehemalige CSU-Politiker und Wirtschaftsjurist Peter Gauweiler vertritt die Interessen Ismaiks.