
Die Holzheimer SG hat den Klassenerhalt in der Oberliga Niederrhein spät geschafft - und stellt sich nun trotzdem umfangreich neu auf. Dass es im Sommer Veränderungen geben würde, war bereits angekündigt worden. Nach der Trennung von Trainer Jesco Neumann übernimmt mit Sven van Beuningen ein neuer Coach, der aus dem Nachwuchsbereich des Wuppertaler SV kommt.
Auch im Kader gibt es deutliche Bewegung. Holzheim setzt auf einen spannenden, aber mit Blick auf das Oberliga-Niveau auch schwer einzuschätzenden Mix. Einige Spieler bringen viel Potenzial mit, andere haben in niedrigeren Spielklassen stark performt, müssen den Nachweis in der Oberliga aber erst noch erbringen. Genau darin liegt die Spannung dieser Kaderplanung: Es ist gut möglich, dass einige Akteure auf dem höheren Niveau explodieren. Eine Garantie gibt es naturgemäß nicht.
Besonders interessant wird die Entwicklung von Tom-Benjamin Seidel, der als Bezirksliga-Knipser von SVG Neuss-Weissenberg kommt. Auch Dane Siewierski, zuletzt Torjäger beim SV Glehn in der Kreisliga A Grevenbroich-Neuss, ist eine Personalie, die neugierig macht. Dazu kommt mit Derick Gyamfi ein Angreifer vom KFC Uerdingen, der immer wieder gute Ansätze gezeigt hat.
Die Zugänge zeigen, wie breit der Neuaufbau angelegt ist. Aus VSF Amern kommen Kaiya Otsu und Kouki Ozawa. Henry Page wechselt von Ratingen 04/19 U23 II nach Holzheim, Francisco San Jose kommt vom TSV Meerbusch, Josan Santiago Kim von SG Unterrath und Andrija Simic von Rot-Weiß Oberhausen. Weitere Zugänge sind Patrick Herzke von TuS Reuschenberg, Connor Klossek vom VfB Homberg, Jannik Schulte vom FC Büderich, Tom Nilgen ebenfalls von SVG Neuss-Weissenberg, Timo Utecht von DJK Sparta Bilk, Joel Agbo vom 1. FC Kleve, sowie Yamato Aoki vom SC Kapellen-Erft.
Damit entsteht ein Kader, der in der Breite viele neue Impulse bekommt. Zugleich wird die Vorbereitung für van Beuningen entscheidend, weil sich eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft schnell finden muss.
Dem großen Zulauf stehen mehrere Abgänge gegenüber. Liam Böge wechselt zum 1. FC Monheim, Arton Tolaj zum VfB 03 Hilden und Jonas Theuerzeit zum SC St. Tönis. Zinedine Durmus zieht es zu VfL Tönisberg II, Baran Bal und Yannick Joosten gehen in die entgegengesetzte Richtung zum SC Kapellen-Erft. Außerdem verlassen Lucas Thierry Müller und Tim Nehrbauer den Verein in Richtung DJK Novesia Neuss. Niklas Harth wechselt zum TSV Eller 04, Johannes Kultscher zum SV Rosellen.
Für Holzheim beginnt damit nach dem Klassenerhalt ein neues Kapitel. Der Verein hat den Kader nicht nur punktuell verändert, sondern erkennbar neu ausgerichtet. Ob diese mutige Mischung aus jungen Spielern, Talenten aus niedrigeren Klassen und Akteuren mit Oberliga-Berührung sofort funktioniert, wird eine der spannenden Fragen der kommenden Saison. Klar ist: Die Holzheimer SG geht mit viel Veränderung, aber auch mit viel Fantasie in ihr nächstes Oberliga-Jahr.
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