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Tom Hirsch wird Dennis Ruess gegen Ratingen zur Verfügung stehen.
Tom Hirsch wird Dennis Ruess gegen Ratingen zur Verfügung stehen. – Foto: Arno Wirths

1. FC Monheim kann Hirsch bei Ratingen 4/19 einsetzen

Der Ex-Ratinger darf am Freitagabend an alter Wirkungsstätte in der Oberliga für den Aufsteiger aus Monheim spielen, weil wegen der Länge seiner Sperre eine mündliche Verhandlung aussteht. Die Gastgeber haben ein Quartett zurück.

Am Sonntag musste Tom Hirsch den 2:0-Sieg seines 1. FC Monheim noch von der Tribüne des Rheinstadions verfolgen – der Stürmer hatte sich in der Endphase der Partie gegen die SSVg Velbert (0:2) eine Rote Karte eingehandelt. Die Sperre war üppig ausgefallen: fünf Spiele wegen Beleidigung und Bedrohung. „Ich habe niemanden bedroht“, beteuerte Hirsch, der im Polizeidienst tätig ist und bisher noch gar keinen Platzverweis in seiner Karriere hatte, gegenüber unserer Redaktion.

Platzverweise häufig sich

Und auch sein Verein sah die im Spielbericht vermerkte Darstellung der Ereignisse nicht als richtig an und beantragte am Montag eine mündliche Verhandlung. Solange es die nicht gab, kann Hirsch spielen – so auch am Freitag ab 19.30 Uhr bei seinem Ex-Klub Ratingen 04/19. „Tom ist aktuell frei, weil seine Zwei-Spiele-Sperre abgelaufen ist. Ich kann ihn Freitag einsetzen“, sagt FCM-Cheftrainer Dennis Ruess.

Dass das Regelwerk bei Platzverweisen nicht immer gleich verständlich ist, weiß man auch in Ratingen. Im Ligaspiel gegen den SC St. Tönis hatte Gianluca Silberbach Gelb-Rot gesehen, hätte aber im Niederrheinpokal wenige Tage später gegen denselben Gegner spielen dürfen. Da sah dann wiederum Tim Potzler Gelb-Rot, der dann wie Silberbach seine Sperre im folgenden Ligaspiel beim 1. FC Kleve (1:2) absitzen musste – wie auch Phil Spillmann nach fünf Gelben Karten in der Liga. In dem Spiel fehlte zudem Regisseur Emre Demircan urlaubsbedingt, doch am Freitag gegen Monheim hat 04/19-Chefcoach Christian Dorda wieder alle vier dabei.

Für ihn ist nach zwei Liga-Niederlagen mit insgesamt 1:6 Toren in Folge – unterbrochen vom Einzug ins Viertelfinale des Verbandspokals durch einen 2:1-Sieg in St. Tönis – klar: „Das ist ein eminent wichtiges Spiel jetzt für uns, das wir auch unbedingt gewinnen wollen und sollten. So werden wir es auch angehen. Rang neun momentan ist nicht das Ziel des Vereins und auch nicht das in unserem Trainerteam oder bei den Jungs. Die mussten sich jetzt einiges anhören, aber es kommt darauf an, wie man damit umgeht.“

Die Formkurve des FCM verläuft da etwas positiver, der Aufsteiger hat in den beiden vergangenen Partien gepunktet: Vor dem 2:0 gegen Meerbusch gab es ein 1:1 beim VfB 03 Hilden. Dennoch betont Ruess: „Wenn man die letzten Jahre betrachtet, war Ratingen immer in den oberen Gefilden angesiedelt und hat viele Tore geschossen. Als Aufsteiger fahren wir nicht als Favorit dahin. Für uns geht es um das Prinzip der kleinen Schritte und uns erreichbare Ziele zu setzen.“

Welche das sind? Ruess: „Wir haben gegen Hilden eine hohe Energie und Intensität auf den Platz gebracht, und vor dem Spiel gegen Meerbusch war es das Ziel, das noch einmal genauso zu machen. Dann erarbeitet man sich auch Dinge. Diese Energie hat uns gut getan, und die versuchen wir wieder auf den Platz zu bringen. Dabei haben wir aber einige dicke Bretter zu bohren, und dazu zähle ich Ratingen.“

Beim Gegner ist viel Qualität zugegen

Denn 04/19 sei im Vergleich zu den Vorjahren quantitativ und qualitativ „verbessert worden“, findet Ruess und meint mit Blick auf die Zugänge aus der Regionalliga: „Griffe ins Regal à la Sven Kreyer, Clinton Asare und Rinor Rexha, der jetzt zwar rotgesperrt fehlt aber ein feiner Kicker ist, machen Ambitionen sichtbar, die auch nicht zu Unrecht in Ratingen vorherrschen.“ Der FCM-Coach glaubt, dass Spillmanns Rückkehr 04/19 stabilisieren werde und nennt noch seinen Ex-Spieler Tim Klefisch und den „Monheimer Jungen Daniel Nesseler, der hoch intelligent und ein guter Fußballer ist“, als Pluspunkte des Gegners.

Er selbst hat durch Hirschs Rückkehr wieder einen wichtigen Offensivspieler zurück, der mit einem Treffer und zwei Vorlagen in neun Spielen an rund einem Drittel der bisherigen Monheimer Tore beteiligt war. „Die Wichtigkeit eines Spielers mache ich nicht rein an Statistiken fest“, erwidert Ruess, wissend: „Auch wenn es gefühlt bei allen Offensivspielern so ist, dass sie glauben, sie hätten nur ein gutes Spiel gemacht, wenn sie gescored haben. Für mich ist aber auch wichtig, wenn ein Spieler Räume schafft oder Dinge initiiert.“

Und genau das könne Hirsch. „Er bringt eine besondere Not mit und kann Eins-gegen-Eins- oder Eins-gegen-Zwei-Situationen auch mal auflösen“, lobt sein Trainer. „Er war nie ein Spieler aus einem Nachwuchsleistungszentrum und ist entsprechend nicht in ein solches Korsett gezwängt worden. Da bewegen wir uns im deutschen Fußball leider etwas von weg: Wir erzeugen keine Eins-gegen-Eins-Spieler mehr. Jamal Musiala oder Florian Wirtz sind Ausnahmen davon, die anderen werden in ein Korsett gedrängt. Das hat Tom nicht, er macht vieles intuitiv und hat eine absolute Gewinnermentalität.“

Hirsch selber hatte das am Sonntag prägnant ausgedrückt: „Ich habe Bock, in Ratingen zu spielen.“

Aufrufe: 025.10.2024, 15:00 Uhr
Georg AmendAutor