
Trotz der 1:2-Niederlage des 1. FC Düren beim SC Wiedenbrück läuft es für den FCD sportlich in der Regionalliga West recht solide. Platz zehn und zehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone unterstreichen, dass sich der Fusionsverein in den vergangenen Jahren in der Viertklassigkeit etabliert hat. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange Düren noch in der Regionalliga spielen wird.
Die Aachener Zeitung hat zuerst über die Gerüchte berichtet, dass der 1. FC Düren nach dieser Saison freiwillig aus der Regionalliga West zurückziehen könnte. Die Gerüchte haben auch diese Redaktion erreicht und wabern seit Wochen rund um die Westkampfbahn. Auf einen Fragenkatalog der Kollegen hat der Vorstand des FCD bislang nicht reagiert.
Das mag auch damit zusammenhängen, dass Düren zuletzt deutschlandweit ein Thema war. Es geht um einen Schleuser-Skandal. In über 150 Fällen werden drei Hauptverdächtige beschuldigt, reiche Klienten aus China und den Oman über entsprechende Gelder Aufenthaltsgenehmigungen für Deutschland besorgt zu haben. Aus dieser Betrugssumme sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf rund 150.000 Euro an den 1. FC Düren gegangen sein. Wie hier der Zusammenhang besteht? Wolfgang Spelthahn, Vorsitzender des 1. FCD, wurde im vergangenen November bereits im Zuge von Ermittlungen in die Schleuser-Affäre seines Amtes als Dürener Landrat enthoben.
Fraglich ist natürlich, welchen Einfluss diese Gelder auf die bisherigen Regionalliga-Spielzeiten des 1. FC Düren haben und/oder hatten. Es bleibt außerdem abzuwarten, wie lange Spelthahn dem Verein noch erhalten bleibt. Sein Netzwerk war für die Regionalliga-Planungen des 1. FC Düren sicherlich hilfreich. Nach der Pleite in Wiedenbrück teilte Trainer Kristofer Fetz auf der anschließenden Pressekonferenz mit: "Wir haben speziell in der letzten Woche mit vielen Rückschlägen zu kämpfen gehabt. Es ist eine schwierige Situation für uns alle mit den Bedingungen drumherum. Es herrscht große Unruhe bei uns im Verein und das nicht nur durch die mediale Berichterstattung. Trotzdem hat meine Mannschaft heute ganz viel Mentalität bewiesen. Wir sind mit einem Kader angereist, denen wohl viele nicht die Regionalligatauglichkeit zusprechen würden. Ich bin wirklich enttäuscht darüber, dass sich die Mannschaft heute nicht belohnen konnte."
Sportlich hat sich der 1. FC Düren in der Regionalliga etabliert und einige Duftmarken hinterlassen. Für die Mannschaft und Fans wäre es schade, möglicherweise wie der 1. FC Kaan-Marienborn freiwillig den Gang in den Amateurfußball anzutreten. Einen möglichen Abstieg per Rückzug in die Mittelrheinliga wird auch die Konkurrenz genau beobachten, sollte Düren nämlich mit dem Saisonende zurückziehen, gäbe es einen sportlichen Absteiger in der West-Gruppe weniger.