2026-04-29T13:32:52.058Z

Allgemeines

0:6-Dämpfer vs. 6:0-Euphorie: Wer gewinnt das Duell der „Rumpf-Elfen“?

Nach der 0:6-Niederlage fordert Frechen den defensivstarken SSV Merten heraus – doch beide Teams gehen am Stock.

von Andreas Santner · Heute, 06:47 Uhr · 0 Leser
Die SpVg Frechen muss wie auch der SSV Merten auf einiges an Stammpersonal verzichten.
Die SpVg Frechen muss wie auch der SSV Merten auf einiges an Stammpersonal verzichten. – Foto: Nick Förster

Das Echo der 0:6-Niederlage in Hennef hallt in Frechen noch immer nach, während der SSV Merten zeitgleich mit einem eigenen 6:0-Kantersieg gegen Düren überzeugte. Doch wer glaubt, dass die Vorzeichen für diesen Sonntag damit klar sind, verkennt die personelle Situation hinter den Kulissen. Beide Lager werden derzeit von einer beispiellosen Ausfallwelle überrollt.

Für Okan Özbay und seine Frechner geht es nach dem schwarzen Wochenende vor allem darum, die mentale Stabilität wiederzufinden. Dass mit Merten nun ein Team anrückt, das seit fünf Spielen ungeschlagen ist und laut Özbay bereits am Kader für höhere Aufgaben bastelt, macht die Aufgabe zu einem echten Härtetest.

„Tough to take – das Ergebnis war natürlich sehr hart. Eine Niederlage unter diesen Umständen kann passieren. Am Ende sind es null Punkte, aber es gibt dafür auch keine Minuspunkte. Von daher müssen wir das Spiel abhaken", ordnet Özbay ein.

"Champions-League-Kader" beim SSV Merten

Mit dem SSV Merten komme nun noch mehr Qualität als Gegner auf dem Platz. "Das ist eine Mannschaft mit einem Top-Kader, die sich momentan einen ‚Champions-League-Kader‘ für die kommende Saison aufbaut – die Möglichkeiten dort sind enorm. Es wird eine Mammutaufgabe, auch wenn wir zu Hause spielen. Wir müssen als Einheit auftreten – vor allem defensiv darf kein Schritt zu wenig gemacht werden, um Punkte mitzunehmen. Merten geht als klarer Favorit in die Partie, erst recht unter den aktuellen Umständen. Wir rechnen uns erst einmal nichts aus, sondern konzentrieren uns nur auf uns. Was den Kampf betrifft, wollen wir keine Abstriche machen. Die etwas längere Pause seit dem letzten Spiel war gar nicht mal so schlecht. Personell bleibt die Lage eine Extremsituation, das wird sich so schnell nicht ändern. Wir schauen, wer zur Verfügung steht, und werden dann 90 Minuten lang alles geben, um die Punkte hierzubehalten.“

Beim SSV Merten herrscht zwar nach dem jüngsten Torfestival eitel Sonnenschein, doch pünktlich zum Gastspiel in Frechen ist das „Luxusproblem“ im Kader einem handfesten Engpass gewichen. Trainer Bünyamin Kilic muss eine fast schon absurde Liste an Ausfällen moderieren, die von Krankheiten über Knöchelverletzungen bis hin zu privaten Terminen und der Teilnahme an einem Kleinfeld-Turnier reicht.

„Wir haben eine gute Serie hinter uns, besonders durch das 4:0 gegen Hennef und das 6:0 gegen Düren. Dass wir nach 24 Spielen erst 20 Gegentore kassiert haben, unterstreicht unsere Stabilität", ist Kilic stolz auf die Defensivleistung seines Teams. Sorgenfalten treibt dem 39-Jährigen allerdings die personelle Situation auf die Stirn. „Hatten wir in den letzten Wochen personell eher Luxusprobleme, wird das an diesem Sonntag anders sein, da wir einige Ausfälle verkraften müssen. Samir Malaab ist krank und daher fraglich. Monir Hassan fehlt mit Leistenproblemen länger, und auch Emirhan Özen fällt nach dem Düren-Spiel definitiv aus. Ebenfalls fehlen wird Farid Bacevac mit einer Knöchelverletzung aus der Hennef-Partie. Bei Kenan Akalp ist ein Einsatz verletzungsbedingt sehr unwahrscheinlich. Zudem stehen Abdenbi Oubelkhiri, Bilal El-Morabiti und Hamza Salman wegen eines Kleinfeld-Turniers nicht zur Verfügung, während Wincent Suchanek aus privaten Gründen fehlt. Wir müssen dementsprechend rotieren, aber genau dafür sind wir eine Mannschaft – so erhält jeder seine Spielminuten.“

In der Hinrunde konnte Frechen die Partie noch mit 2:1 für sich entscheiden. Am Sonntag wird sich zeigen, ob die „Zwanziger“ trotz personeller Notlage die Pleite der Vorwoche tilgen können oder ob die Mertener Defensive auch mit der zweiten Garde ihren Ruf als Bollwerk verteidigt.