FuPa Medizincheck: Die Schulterluxation
Donnerstag 30.05.19 07:49 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis3.505
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Die Schulterluxation

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie eine Schulterluxation entsteht und diagnostiziert werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen.


Worum handelt es sich bei einer Schulterluxation?
Unter einer Schulterluxation versteht man das Ausrenken bzw. Auskugeln des Schultergelenkes. Mit
mehr als der Hälfte aller Luxationen ist die Schulter beim Menschen das am häufigsten betroffene
Gelenk. Grund dafür ist ihre besondere Anatomie. Im Hauptgelenk bilden der Oberarmkopf und die
Gelenkpfanne ein Kugelgelenk. Dabei ist der Oberarmkopf verhältnismäßig zu groß für die relativ flach
ausgebildete Gelenkpfanne und wird dadurch nicht vollständig von ihr umfasst. Dies ermöglicht der
Schulter zwar eine große Bewegungsfreiheit in allen Richtungen, verringert jedoch die passive
Stabilität und macht sie somit verletzungsanfälliger.

Wie kommt es zu einer Schulterluxation?

Hauptsächlich wird eine Schulterluxation traumatisch, also durch einen Unfall, verursacht. Im Sport
kann dies zum Beispiel beim Fußball ein Sturz auf den ausgestreckten Arm nach einem Zweikampf sein
oder beim Handball ein Schlag auf den Wurfarm. In über 90% der Fälle luxiert die Schulter dabei nach
vorne, möglich sind aber auch andere Luxationsrichtungen.
Eine im Vergleich zur traumatischen eher seltenere Luxationsform ist die sogenannte habituelle
Schulterluxation, bei der es auch ohne einen vorhergehenden Unfall immer wieder zu einem
Herausspringen des Oberarmkopfes aus der Gelenkpfanne kommt. Gründe dafür können eine
anlagenbedingte Schwäche des Kapselbandapparates, eine Schwäche oder Fehlansteuerung der das
Schultergelenk umfassenden Muskulatur, eine zu gering ausgebildete Gelenklippe (Labrum) und eine
Minderanlage (genannt Dysplasie) der Gelenkpfanne sein.

Welche Symptome treten bei einer ausgekugelten Schulter auf?

Die ausgekugelte Schulter ist federnd fixiert und es besteht eine schmerzhafte
Beweglichkeitseinschränkung, während der betroffene Arm oft mit dem gesunden Arm gehalten wird.

Wie wird eine ausgekugelte Schulter diagnostiziert?

Neben den oben genannten Symptomen zeigt sich bei einer ausgekugelten Schulter oft eine
veränderte Kontur mit einer sicht- und tastbaren Vertiefung an der Außenseite. Nach Überprüfung der
Durchblutung und Nervenversorgung wird die Diagnose letztendlich durch eine Röntgenuntersuchung
gesichert, durch die die Luxationsrichtung beurteilt und eine mögliche begleitende knöcherne
Verletzung ausgeschlossen oder festgestellt wird.

Wie wird die Schulterluxation behandelt?

Unmittelbar nach der Verletzung sollte der Arm ruhig gehalten und die Schulter gekühlt werden.
Primäres Ziel der Behandlung ist dann so schnell wie möglich die korrekten Gelenkverhältnisse
wiederherzustellen. Die Einrenkung (Reposition) der Schulter wird nach entsprechender Beurteilung
der Verletzung und der Situation durch einen Arzt durchgeführt und anschließend radiologisch
bestätigt. Über die nachfolgende Therapie und evtl. notwendige weitere Bildgebung ist dann
individuell zu entscheiden.


Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U20-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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