FuPa Medizincheck: Der Mittelhandbruch
Donnerstag 25.01.18 15:15 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis3.066
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Der Mittelhandbruch

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie ein Mittelhandbruch diagnostiziert wird und wie er behandelt werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen!


Die nahezu parallel angeordneten fünf Mittelhandknochen der Hand verbinden die Handwurzel mit den Fingern und bilden somit die Handfläche. Es handelt sich dabei um kurze Röhrenknochen, die sich jeweils in Kopf, Hals, Schaft und Basis unterteilen lassen.

Entstehung

Zu einem Bruch eines oder mehrerer Mittelhandknochen kann es durch einen Sturz oder ein direktes Anpralltrauma, wie zum Beispiel einem Faustschlag, kommen.

Symptome und Diagnostik

Bei einem Mittelhandbruch ist der betroffene Knochen druckschmerzhaft und es bildet sich eine Schwellung sowie ein Hämatom an der Hand, die in ihrer Beweglichkeit meistens deutlich eingeschränkt ist. Darüber hinaus ist die Fehlstellung eines Fingers, oft ein sogenannter Rotationsfehler, ein weiteres Zeichen, das auf einen Bruch eines der Mittelhandknochen hindeuten kann.
Das Beschwerdebild kann insgesamt mehr oder weniger ausgeprägt sein, so dass beim geringsten Verdacht eine Bildgebung erfolgen sollte. Gesichert wird ein Mittelhandbruch durch die Röntgenuntersuchung der Hand in zwei Ebenen.

Therapie

Die Therapie einer Mittelhandfraktur ist abhängig von der Lokalisation und Art des Bruches. Es ist vor allem von Bedeutung um welchen der fünf Mittelhandknochen es sich handelt und welcher Teil dieses Knochens betroffen ist, wie die Fraktur verläuft, ob eine Verschiebung, Verkürzung oder Fehlrotation der Fragmente vorliegt und wenn ja in welcher Ausprägung oder ob ein Gelenk, zum Beispiel ein Fingergrundgelenk, mitbetroffen ist.

In zweiter Linie ist in der Therapieentscheidung, sowie später auch in der Nachbehandlung, die individuelle Situation des Patienten zu berücksichtigen einschließlich dessen Ansprüche. Speziell im Fußball ist beispielsweise wesentlich ob es sich beim Verletzten um einen Feldspieler oder einen Torwart handelt.

Nach Bewertung dieser Kriterien findet entsprechend eine konservative oder eine operative Therapie statt. Die konservative Therapie, die meistens bei unverschobenen, stabilen Brüchen angezeigt ist, beinhaltet die Entlastung der Hand und die Ruhigstellung in einer Kunststoff- oder Gipsschiene während bei einem operativen Eingriff die Fragmente wieder in ihrer korrekten Stellung eingerichtet und durch Platten, Schrauben oder Drähte stabilisiert werden.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U18-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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