Rasenplatz als Visitenkarte
Donnerstag 19.11.20 14:00 Uhr|Autor: Meller Kreisblatt864
Markus Baumgart (links) und Jan-Philipp Itzek kümmern sich beim TSV Riemsloh um den Platz und die Anlage. Fotos: Sven Schüer

Rasenplatz als Visitenkarte

So kämpfen die Platzwarte des TSV Riemsloh um ein positives Image
Ein Platzwart hat nie Pause. Das gilt auch für Jan-Philipp Itzek und Markus Baumgart. Die Platzwarte vom TSV Riemsloh erklären, welche Projekte aktuell umgesetzt werden und warum sie sich mittelfristig einen Kunstrasenplatz wünschen.


Eigentlich sind Itzek und Baumgart ganz zufrieden mit dem Rasenplatz in Riemsloh. Die Drainage sei gut, das Grün in einem guten Zustand und Wasser stehe auch selten auf dem Spielfeld. Allerdings verfügt der TSV im Prinzip nur über diesen einen Rasenplatz, auf dem drei Herren-, eine Altherren-, mehrere Jugend- und manchmal auch eine Frauenmannschaft trainieren und spielen wollen. Ein kleinerer Platz in der Nähe hat keine Flutlichtanlage, ist also im Winter keine Option.

Momentan ruht die Arbeit am Platz größtenteils. Das Abkreiden der Linien nimmt sonst die meiste Zeit in Anspruch, erzählen Itzek und Baumgart. Bis vor ein paar Jahren verwendeten die Platzwarte dafür Kreide. Inzwischen ist spezielle Farbe das Mittel der Wahl. Die Flüssigmarkierung hält länger und sieht auch besser aus. „Die Farbe ist wasserlöslich und umweltschonend“, sagt Baumgart. Beachten müssen die Platzwarte das Mischungsverhältnis von Farbe und Wasser. Müssen die Linien komplett neu abgekreidet werden, beträgt das Mischungsverhältnis eins zu eins. Beim Auffrischen reicht das Verhältnis eins zu vier bis eins zu zwei.

Sonst fällt auf dem Platz an sich wenig Arbeit an. Die Stadt mäht zweimal wöchentlich den Untergrund. Die im Rasen verankerten Sprenger werden automatisch gesteuert. Auch Löcher im Grün sind Aufgaben der Stadt, die tiefere Stolperfallen mit Sand stopft. „Etwa 90 Minuten dauert das Abkreiden des Platzes. Das mache ich meistens am Donnerstag oder Freitag“, erzählt Baumgart. Eher selten müssen die Plifixe – kleine Markierhilfen im Boden – ersetzt werden.

Baumgart ist seit acht Jahren für das Markieren des Platzes verantwortlich. Warum? „Weil ich das immer am besten gemacht habe“, sagt der gebürtige Gerdener, der bis vor zwei Jahren noch in der ersten Mannschaft gespielt hat und inzwischen als Torwart auf Abruf für alle Teams bereitsteht. Dabei ist dem 36-Jährigen die Außendarstellung des TSV wichtig: „Die anderen Teams lachen sich doch schlapp, wenn die Linien nicht gerade gezogen sind. Das möchte ich nicht.“

Auch Itzek übernimmt ab und zu das Abkreiden. Seine Hauptaufgabe liegt aber in der Instandhaltung der Anlage und dem Walzen des Platzes. „Dafür war vorher niemand verantwortlich. Und weil ich einen Geländewagen habe, bot sich das an“, sagt Itzek. Denn die Walze bringt viel Gewicht mit und ist mit einem normalen Auto kaum zu bewegen. Jeweils im Frühjahr und im Herbst ist das Abwalzen fällig. „Mit der Walze muss man langsam und vorsichtig fahren. Das dauert also seine Zeit“, erzählt der 27-Jährige, der als Linksverteidiger seit 2016 in der ersten Mannschaft aktiv ist. Vorher spielte er in Häger und Dreyen. Zudem ist Itzek im Vereinsvorstand tätig. „Ich kümmere mich also nicht nur um den Rasen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Abseits des Platzes steht ebenfalls viel Arbeit für die Platzwarte an. „Die Tribüne muss mal wieder gestrichen werden“, sagt Itzek mit einem prüfenden Blick auf das Holz, dessen blaue Farbe langsam abblättert. Der 27-Jährige weiß, wovon er spricht, schließlich ist er selbstständiger Malermeister. Die Tribüne wurde vor einigen Jahren in Eigenregie errichtet und ist das Schmuckstück der TSV-Anlage. Kürzlich kam ein Bolzplatz hinzu, der ebenfalls mit helfenden Händen aus dem Verein fertiggestellt wurde.

Zur Routinearbeit von Itzek gehört auch die Wartung der Tore. „Die sind bald wieder fällig. Die Schweißnähte gehen kaputt. Aber dafür ist die Stadt verantwortlich“, sagt Itzek. Und das nächste Projekt ist auch schon in Arbeit: Neben der Tribüne steht bereits ein Metallcontainer, der zur Bier- und Würstchenbude umgebaut werden soll. Außerdem sollen die Trainerbänke auf die andere Platzseite wandern, um den Abstand zu den Zuschauern zu vergrößern.
Wegen der Corona-Pause ist der Zeitrahmen für die Arbeiten aktuell weit gesteckt. Allerdings ist Itzek und Baumgart der Frust über das fehlende Vereinsleben anzumerken. Immerhin kann sich der Platz von den Strapazen der unterbrochenen Saison erholen. Dennoch wünschen sich alle Beteiligten eine Lösung. „Ein Kunstrasen wäre was Feines“, betont das Duo und spielt der Stadt damit den Ball zu.

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